Raspberry Pi 2 kommt mit Vierkern-CPU und 1 GByte RAM

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raspberry-pi-2-model-b (Bild: Raspberry)

Anstelle der 700 MHz schnellen Einkern-CPU des “Model B+” offeriert der neue Einplatinenrechner einen Quad-Core-Chip mit 900 MHz Takt auf ARMs Cortex-A7-Basis. Der Arbeitsspeicher ist mit 1 GByte doppelt so groß wie beim Vorgänger. Alle anderen Komponenten sind dagegen identisch. Auch bleibt es beim Preis von 35 Dollar.

Die Raspberry-Pi-Entwickler haben die zweite Generation ihres Linux-basierenden Einplatinenrechners präsentiert. Der ab sofort erhältliche “Raspberry Pi 2 Model B” liefert mit dem Broadcom-Chip BCM2836 und 1 GByte LPDDR2-RAM einen signifikant leistungsfähigeren Prozessor sowie doppelt so viel Arbeitsspeicher wie der Vorgänger “Model B+”. Trotz der Leistungsverbesserungen ändert sich nichts am Preis: Er bleibt nach wie vor bei 35 Dollar.

raspberry-pi-2-model-b (Bild: Raspberry)
Der Raspberry Pi 2 enthält eine 900-MHz-CPU mit vier Kernen sowie 1 GByte RAM (Bild: Raspberry).

Die Vierkern-CPU des Raspberry Pi 2 setzt auf ARMs Cortex-A7-Design auf und taktet mit 900 MHz. Somit ist der Prozessor 200 MHz schneller als das Single-Core-ARM11-SoC des Model B+. Raspberry-Pi-Erfinder Eben Upton verspricht eine etwa sechsmal höhere Leistung. Als Grafikchip wird weiterhin ein Videocore 4 eingesetzt.

Das Platinenlayout entspricht ebenso wie die übrige Ausstattung der des im Juli 2014 eingeführten Model B+. Daher ist der neue Rechner auch vollständig kompatibel zum Vorgänger, sodass sich alle dafür passenden Anwendungen und Erweiterungskarten gleichermaßen mit der Neuvorstellung verwenden lassen.

Das Modell B+ brachte gegenüber dem “Model B” ein neues Platinenlayout, zusätzliche Anschlüsse, eine reduzierte Leistungsaufnahme sowie verbesserte Audioqualität. Statt der vorherigen 26 Portleitungen kam es mit 40 GPIOs, die Pin-Belegung wurde jedoch beibehalten. Die Zahl der verfügbaren USB-2.0-Anschlüsse verdoppelte sich von zwei auf vier.

Zusätzlich gab es Verbesserungen beim Hot-Plugging und der Stromverwaltung, sodass die Anbindung energiehungriger Geräte nicht direkt zu einem Neustart des Rechners führte. Durch den Einsatz von Schaltreglern konnte die Leistungsaufnahme des Modell B+ im Vergleich zum Modell B um 0,5 bis 1 Watt verringert werden.

Neben diesen Funktionen weist der Raspberry Pi 2 Model B je einen Ethernet- und HDMI-Port, einen kombinierten 3,5-Millimeter-Audio- und Composite-Video-Anschluss, ein Kamera- (CSI) und Display-Interface (DSI) sowie einen MicroSD-Kartenleser auf. Aufgrund des integrierten Prozessors lässt sich auf dem aktuellen Einplatinenrechner Upton zufolge die volle Bandbreite an ARM-GNU/Linux-Distributionen installieren, darunter Raspbian, Pidora, Risc OS, Snappy Ubuntu Core oder das für Einstieger vorgesehene System NOOBS. Auch das kommende Windows 10 soll sich auf dem Raspberry Pi 2 verwenden lassen.

Der Raspberry Pi 2 ist wie die Vorgängergeneration bei den Distributoren Farnell/element14 und RS/Allied Components erhältlich. Bei letzterem beläuft sich der Stückpreis auf 30,58 Euro zuzüglich 6,95 Euro Versandkosten.

Die Modelle B und B+ werden ebenfalls weiterhin produziert, so lange noch Nachfrage besteht. Dies bestätigte Upton in seinem Blogeintrag. Der Preis betrage auch bei ihnen unverändert 35 Dollar. Ebenso stehe die erst im November 2014 präsentierte Version Model A+ bis auf Weiteres für 20 Dollar zur Verfügung. “Auch wenn das neue Board Raspberry Pi 2 Model B heißt, haben wir aktuell keine Pläne, vor Ende 2015 ein Raspberry Pi 2 Model A einzuführen”, betont Upton. Generell empfiehlt der Anbieter die B-Modelle beispielsweise für den Einsatz in Schulen, während sich das kleinere Model A+ besser für Embedded-Projekte eignen soll, die eine geringe Leistungsaufnahme bedingen.

Die chinesischen und koreanischen Klone Banana Pi respektive Banana Pro und Odroid-C1 stellen Alternativen zum Raspberry Pi dar. Sie offerieren zum Teil noch leistungsfähigere CPUs sowie eine schnellere Ethernet-Anbindung und enthalten zusätzliche Bestandteile wie einen Infrarotempfänger oder einen USB-OTG-Port.




[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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