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Forschungseinrichtungen bauen gemeinsam die weltweit größte Private Cloud

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An dem OpenCloudMesh genannten Projekt nehmen Einrichtungen aus Europa, den USA und Australien teil. Zu den bekanntesten gehören CERN, DESY und die TU Berlin Als technische Grundlage dient die Software ownCloud. Die Leitung hat die GÉANT Association, das europaweite Forschungs- und Bildungsnetz, übernommen.

14 Forschungseinrichtungen aus Europa, den USA und Australien bauen im Rahmen des Projekts OpenCloudMesh gemeinsam das bislang größte Private-Cloud-Netzwerk auf. Federführend wird die Initiative von der GÉANT Association betreut, technisch setzt sie auf der Open-Source-Software owncloud http://owncloud.org/ und der offenen API von ownCloud https://owncloud.com/de für das Federated-Cloud-Sharing auf. Ziel ist es, den Zugriff auf Dateien unabhängig von deren Speicherort auch außerhalb einzelner Clouds in einem Netzwerk zu ermöglichen (Universal File Access), das die Private Clouds der Forschungseinrichtungen miteinander verbindet. Dabei sollen derselbe Datenschutz sowie dieselben Kontrollmöglichkeiten und Sicherheitsfunktionen gewährleistet sein, wie sie eine auf lokalen Servern betriebene Cloud bieten würde.

14 Forschungseinrichtungen aus Europa, den USA und Australien bauen im Rahmen des Projekts OpenCloudMesh gemeinsam das bislang größte Private-Cloud-Netzwerk auf (Grafik: ownCloud).
14 Forschungseinrichtungen aus Europa, den USA und Australien bauen im Rahmen des Projekts OpenCloudMesh gemeinsam das bislang größte Private-Cloud-Netzwerk auf (Grafik: ownCloud).

An dem Projekt sind neben CERN, ERCIS und DESY auch die ETH Zürich, das Garching Computing Centre der Max-Planck-Gesellschaft, die TU Berlin und die Universität Wien beteiligt. Aus den USA nehmen die University of Florida und die University of Hawaii teil, aus Australien AARNet Australia – quasi ein gemeinsamer Internet-Dienstleister von Universitäten und Bildungseinrichtungen des Landes. Sie alle wollen mit OpenCloudMesh den einheitlichen Zugriff auf Dateien sowohl innerhalb ihrer Organisation als auch über die Organisationen hinweg unabhängig davon ermöglichen, ob die Daten auf internen Servern, auf Objektspeichersystemen, in Anwendungen wie Sharepoint oder Jive, anderen ownCloud-Instanzen oder gar bei Diensten wie Dropbox und Google gespeichert sind. Gleichzeitig soll die von ownCloud geleistete Synchronisation mit Desktop-PCs oder mobilen Geräten Daten auch offline verfügbar machen.

“Wir sind im Cloud Computing an einem entscheidenden Punkt angelangt“, so Peter Szegedi, Project Development Officer, Management Team bei der GÉANT Association. “Die Nutzer müssen sich nicht mehr zwischen Sicherheit und Datenschutz auf der einen Seite und Zusammenarbeit und Anwenderfreundlichkeit auf der anderen Seite entscheiden. Wir sind fest davon überzeugt, dass OpenCloudMesh neue Maßstäbe setzen wird, was die künftige Nutzung der Cloud für den Austausch wichtiger Dateien betrifft.”

“Forschungseinrichtungen und Hochschulen haben naturgemäß ein großes Interesse daran, sich auszutauschen, zusammenzuarbeiten und gemeinsame Tests durchzuführen. Zugleich sind sie jedoch gefordert, ihre Studenten, Forscher und Forschungsergebnisse in besonderem Maße zu schützen. Allein aus diesem Grund setzen sie häufig die neueste Technik ein”, erläutert Frank Karlitschek, CTO und Mitbegründer von ownCloud. “Im Rahmen von OpenCloudMesh können die Organisationen sowohl über ihre Private Cloud Dateien synchronisieren und austauschen als auch über Federated-Cloud-Sharing, auch als Server-to-Server-Sharing bezeichnet, den sicheren Austausch von Dateien zwischen ihren Clouds sicherstellen. Daraus ergeben sich unzählige Möglichkeiten nicht nur für Forschungszentren und Hochschulen, sondern auch für Unternehmen aller Größen.”

In Kürze soll der erste Entwurf der API-Spezifikation für OpenCloudMesh veröffentlicht werden. An deren Entwicklung und Verbesserung kann sich übrigens jeder Interessierte beteiligen. Auch sind weitere Forschungseinrichtungen und Hochschulen aufgerufen, sich dem Projekt anzuschließen.

Journalist, Chefredakteur von ITespresso.de. Sucht immer nach Möglichkeiten und Wegen, wie auch kleine Firmen vom rasanten Fortschritt in der IT profitieren können. Oder nach Geschäftsmodellen, die IT benutzen, um die Welt zu verbessern - wenigstens ein bisschen.

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