Cyanogen will Google Android wegnehmen

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Cyanogen Logo (Bild: CyanogenMod)

Das hat Cyanogen-Chef Kirt McMaster bei einer Veranstaltung erklärt. Eine offenere Android-Variante soll Drittanbietern eine tiefere Integration ihrer Dienste ermöglichen. Nur so könnten diese tatsächlich mit den von Google selbst angebotenen Diensten konkurrieren.

Cyanogen wirft Google eine zu strikte Kontrolle seines Mobilbetriebsystems Android vor und will sich aus dieser Abhängigkeit befreien. “Wir haben vor, Google Android wegzunehmen”, erklärte Cyanogen-CEO Kirt McMaster bei der Konferenz “Next Phase of Android”, die von The Information veranstaltet wurde.

Cyanogen will Google Android wegnehmen (Bild: Cyanogen)

Der Entwickler des alternativen Android-ROM (Custom-ROM) will eine Fassung von Android verfügbar machen, die bis tief in den Betriebssystemkern hinein offen ist. “Das heutige Android und iOS sind im Wesentlichen Hüllen für Googles und Apples Dienste”, sagte McMaster. “Alle anderen leben in diesen Sandkästen, ohne auf die tieferen Ebenen des OS-Kernels zugreifen zu können.”

Cyanogen will eine offenere Version von Android entwickeln. Start-ups, die an Künstlicher Intelligenz oder anderen aktuellen Projekten arbeiten, sollen damit nicht mehr dazu verurteilt sein, “dumme kleine Anwendungen zu lancieren, die unweigerlich von Google oder Apple übernommen werden. Diese Firmen können auf einem Nicht-Google-Android florieren.”

Google Now führte der Cyanogen-CEO als Musterbeispiel eines Services an, der sich in einer Weise tief im Kern des Systems verwurzeln kann, wie es den Apps von Drittanbietern nicht beschieden ist. Yahoos Aviate-Launcher könnte etwa einen solchen Zugriff auf das tiefste Innere des Android-Betriebssystems erhalten, wenn Yahoo eine Partnerschaft mit Cyanogen einginge. Womöglich zählt Yahoo daher nicht grundlos zu jenen Unternehmen, denen Android Authority zufolge ein Interesse an der Übernahme von Cyanogen nachgesagt wird.

“Wir haben bisher kaum an der Oberfläche gekratzt hinsichtlich dessen, was Mobile sein kann”, so Kirt McMaster weiter. “Heute ist Cyanogen in gewisser Weise von Google abhängig. Morgen wird es das nicht mehr sein. Wir werden in drei bis fünf Jahren nicht mehr auf einem Derivat von Google aufbauen.”

Gegenwärtig ist Cyanogen noch auf Googles Dienstepaket angewiesen, zu welchen vor allem Gmail, Maps sowie der Play Store zählen. Wenn Unternehmen diese installieren wollen, müssen sie Auflagen Googles akzeptieren, die ihm eine weitreichende, wenn auch nicht unmittelbar erkennbare Kontrolle ermöglichen. Unabhängigkeit ist jedoch nur durch Alternativen zu Googles Diensten sowie einen eigenen App Store zu erlangen, was selbst für Amazon keine einfache Aufgabe darstellte.

Cyanogen baut auf die Kooperation mit Partnern sowie die Unterstützung alternativer App Stores, um seine Ziele zu erreichen. Der Cyanogen-Chef kündigte außerdem einen eigenen App Store binnen der kommenden 18 Monate an.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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