Bundesnetzagentur darf Mobilfunk-Frequenzpakete versteigern

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shutterstock_mobilfunkmast (Bild: Shutterstock)

Der Beirat der Behörde hat grünes Licht für die im zweiten Quartal geplante Auktion gegeben. Die Erlöse fließen im Wesentlichen in den Breitbandausbau. Erfolgreiche Bieter werden verpflichtet, binnen drei Jahren bundesweit 98 Prozent der Haushalte mit mobilem Breitband-Internet zu versorgen.

Die Bundesnetzagentur hat am Montag von ihrem Beirat die Erlaubnis zur Versteigerung zusätzlicher Mobilfunkfrequenzen erhalten. Sie sollen helfen, die Versorgung mit mobilem Breitband-Internet zu verbessern. Die Auktion ist für das zweite Quartal 2015 vorgesehen. Die Erlöse werden im Wesentlichen in den Breitbandausbau fließen und je zur Hälfte auf Bund und Länder verteilt.

Bundesnetzagentur darf Mobilfunk-Frequenzpakete versteigern (Bild: Shutterstock)

Laut dem Beschluss müssen die Netzbetreiber nach Zuordnung der Frequenzen dafür Sorge tragen, dass binnen drei Jahren bundesweit 98 Prozent der Haushalte mit mobilem Breitband-Internet versorgt sind. Je Funkzelle ist eine Mindestbandbreite von 50 MBit/Sekunde geplant. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erwartet aus den Erlösen einen Milliardenbetrag, den er in den Ausbau mit schnellem Breitband investieren will.

Bei der Verteilung der Funkfrequenzen durch die Bundesnetzagentur werden Mobilfunkfrequenzen versteigert, deren Nutzungsrechte auslaufen. Ebenso werden Rundfunkfrequenzen verteilt, die durch die Umstellung auf die Digitaltechnik frei werden. Die vorgesehene Auktion umfasst zudem Frequenzbereiche aus den 700- und 1500-MHz-Bändern, die für den Mobilfunk vollkommen neu sind. Die schon im Gebrauch befindlichen Bereiche in den 900- und 1800-MHz-Bändern kommen wieder unter den Hammer.

Vor allem das 700-MHz-Band könnte zu einer signifikanten Verbesserung der mobilen Breitbandversorgung beitragen – insbesondere in den ländlichen Gebieten. Da die dafür erforderlichen Mobilfunk-Basisstationen via Glasfaser angebunden werden sollen, könnte das indirekt auch den Glasfaserausbau auf dem Land beschleunigen.

Der Branchenverband Bitkom begrüßt die Entscheidung des Beirats der Bundesnetzagentur. “Damit schaffen wir die Voraussetzung für die nötige Digitalisierung unserer Industrie sowie für Zukunftstechnologien wie das autonome Fahren und ermöglichen zugleich jedem eine bessere mobile Internetnutzung”, kommentierte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. “Hierzu wird auch die flächendeckende Versorgung mit mobilem Internet entlang der Autobahnen und ICE-Trassen beitragen.”

Anhand der Vergabe zusätzlicher Frequenzen wird dem Bitkom zufolge die Basis für den nächsten Schritt im Mobilfunk gelegt: LTE-Advanced – der Standard unterstützt Übertragungsraten von bis zu 1 GBit/s. In wenigen Jahren könnte schließlich der als 5G bezeichnete LTE-Nachfolgestandard diese Frequenzen ebenfalls nutzen.

Vor der Versteigerung bedarf es noch einer Änderung an den Frequenzverordnungen, der Kabinett und Bundesrat noch zustimmen müssen. Darüber hinaus muss die Präsidentenkammer der Bundesnetzagentur die Einzelheiten zur Auktion noch bestätigen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann die Versteigerung im zweiten Quartal dieses Jahres vonstatten gehen. Für die tatsächliche Nutzung der neuen 700-MHz-Frequenzen durch den Mobilfunk ist es erforderlich, dass der Rundfunk sein Angebot auf den neuen Standard DVB-T2 umstellt.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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