Start-up Ionas offeriert plattformübergreifende Private Cloud für Jedermann

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Beim Ionas-Server wird die externe Festplatte per USB an den Mini-Rechner angeschlossen. Der Netzwerkanschluß stellt die Verbindung zum Router her (Bild: Ionas).

Den Speicherort der Daten kann der Nutzer frei wählen. Neben Dateien lassen sich auch Termine und Kontakte zwischen Geräten synchronisieren. Die Einrichtung des Mini-Servers von Ionas erfolgt per Fernwartung. Über das Internet werden die Daten per HTTPS übertragen. In der erweiterten Konfiguration unterstützt das Gerät auch klassische Server-Funktionen.

Das Mainzer Start-up Ionas offeriert eine Ionas-Server genannte Private-Cloud-Lösung, die Nutzern eine einfache und plattformübergreifende Datensicherung- respektive Synchronisation im Heimnetzwerk ermöglichen soll. Mittels einer durch das Unternehmen bereitgestellten Einrichtungsunterstützung sollen auch weniger versierte Privat- und Geschäftskunden den Mini-Server nutzen können.

Der Ionas-Server besteht aus einem Mini-Rechner und einer externen Festplatte (Bild: Ionas)
Der Ionas-Server besteht aus einem Mini-Rechner und einer externen Festplatte (Bild: Ionas).

Zugleich bleibt der Anwender laut Hersteller unabhängig von kommerziellen und abhörverdächtigen Public-Cloud-Angeboten wie Dropbox, Google Drive oder Microsofts Onedrive, bei denen die Daten meist in Rechenzentren in den USA beziehungsweise außerhalb Deutschlands lagern und damit nicht den deutschen Datenschutzgesetzen unterliegen. – oder wenn sie in Deutschland liegen aufgrund der tatsache, dass es sich um US-Unternehmen handelt, doch dem Zugriff der datenhungrigen US-Behörden ausgeliefert sind.

Die individuelle Einrichtung des 1 TByte fassenden und teilweise schon vorkonfigurierten Ionas-Servers erfolgt per Computer-Fernwartung durch Mitarbeiter von Ionas. Sie ist dem Anbieter zufolge binnen weniger Minuten abgeschlossen. Der Service ist zudem bereits im Kaufpreis von einmalig 249 Euro enthalten. Nach Abschluss der Konfiguration soll der Anwender dann wieder allein über das System und die darauf liegenden Daten verfügen können. Das Start-up beteuert, dass weder es selbst noch Dritte Zugang zu den Daten des Nutzers haben.

In seiner Basiskonfiguration sichert der Ionas-Server die Daten des Anwenders an einem von ihm selbst bestimmten Ort – etwa auf der lokalen PC-Festplatte oder dem Smartphone. Die Informationen werden dabei nach jedem Speichervorgang automatisch auf den Ionas-Server kopiert.

Beim Ionas-Server wird die externe Festplatte per USB an den Mini-Rechner angeschlossen. Der Netzwerkanschluß stellt die Verbindung zum Router her (Bild: Ionas).
Beim Ionas-Server wird die externe Festplatte per USB an den Mini-Rechner angeschlossen. Der Netzwerkanschluß stellt die Verbindung zum Router her (Bild: Ionas).

Die Datenübertragung über das Internet – zum Beispiel von unterwegs aus – erfolgt laut Anbieter stets über eine verschlüsselte HTTPS-Verbindung. Ist die Synchronisation mit anderen Geräten und Computern eingerichtet, sorgt der Cloud-Speicher automatisch für einen Datenabgleich zwischen beliebigen Plattformen wie Windows, Linux, Mac OS X oder Android. Neben Dateien können auch Termine und Kontakte sowie Browser-Einstellungen (aktuell nur von Firefox) synchronisiert und auf alle an den Ionas-Server angeschlossenen Geräte überspielt werden.

In der erweiterten Konfiguration bietet der Mini-Server klassische Server-Funktionen wie das Hosten von Websites oder den Aufbau einer verschlüsselten VPN-Verbindung über ein öffentliches WLAN-Netz. Darüber hinaus lässt sich das heimische Musikarchiv oder der favorisierte Internet-Radiosender über den Ionas-Server wiedergeben und per zugehöriger Smartphone- oder Tablet-App steuern. Zu diesem Zweck können Lautsprecher auch direkt an den Cloud-Speicher angeschlossen werden.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch das Hamburger Start-up Protonet mit seinen Personal Cloud Servern. Die Angebote von Ionas und Protonet unterscheiden sich jedoch hinsichtlich Funktionalität und Zielgruppe. Protonet legt den Schwerpunkt auf Collaboration respektive den Austausch von Daten und somit auf kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler. Ionas stellt das Backup und die Synchronisation zwischen den Geräten eines einzelnen Privatnutzers oder innerhalb einer kleinen Arbeitsgruppe in den Mittelpunkt.

Genau wie Ionas will darüber hinaus auch Western Digital mit seiner Cloud-Festplatte My Cloud das Nutzerbedürfnis nach Kontrolle über die Daten ansprechen. Eine Private Cloud lässt sich jedoch ebenso softwareseitig – etwa auf einem ausgedienten Rechner im Heimnetzwerk – aufbauen. Die Open-Source-Lösung OwnCloud stellt die bekannteste Möglichkeit dafür dar. Sie setzt jedoch Linux-Kenntnisse sowie einen Webserver mit PHP voraus.

Zudem offerieren immer mehr Netzwerkspeicher – etwa das NAS540 von Zyxel – eine preisgünstige Möglichkeit zur Erstellung einer persönlichen Cloud. Und mithilfe einer App lässt sich selbst der Router zur Private Cloud umfunktioneren. Das hat AVM schon 2012 mit der Aktualiserung seiner Firmware auf Version 5.20 vorgemacht, inzwischen hat zum Beispiel D-Link nachgezogen, das dazu die Android- respektive iOS-Anwendung “mydlink SharePort” bereitstellt, die den Zugriff auf bestimmte 802.11ac-Routermodelle des Herstellers erlaubt.

Tipp der Redaktion: Sie möchten Ihre persönlichen Dateien nicht mehr auf fremden Servern speichern, aber dennoch überall Zugriff darauf haben und zwischen mehreren Rechnern bequem synchronisieren? Dann richten Sie eine private Cloud ein, in der nur Sie über Datenschutz und Privatsphäre entscheiden. ITespresso erklärt, wie das geht

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