Internet-Knotenpunkt NL-ix baut Netz in Deutschland und Osteuropa aus

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Der “Neutral Internet Exchange” baut Leitungen und Austauschpunkte für die Datenverkehr in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen, Tschechien, Italien und den skandinavischen Ländern aus. Die aus der niederländischen Amsterdam Exchange entstandene KPN-Tochter ist bereits in sieben Ländern aktiv. In den folgenden Monaten will man vor allem im deutschsprachigen Raum expandieren.

Die KPN-Tochter NL-ix weitet ihre Netzverbindungen und den Rechenzentrumsbetrieb vor allem in Deutschland aus. Außerdem stellt sie neue Verbindungen in den Osten und Norden Europas her. Der vom deutschen Internetverband eco verwaltete Austauschpunkt DE-CIX bekommt also starke Konkurrenz aus den Niederlanden – womöglich sinken die Internet-Preise dann noch weiter.

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Der weltweit fünftgrößte Internet-Knotenbetreiber baut sein Netz in Mittel- und Osteuropa aus (Bild: NL-ix)

Das Geld zum Ausbau der Leitungsnetze, die jetzt schon Geschwindigkeiten von 800 GBit/s erreichen, ist bei KPN seit dem Verkauf von Verkauf von Mobilfunkbetreiber E-Plus an Telefónica O2 vorhanden. Jetzt soll es in die Infrastruktur der von NL-ix betriebenen Netze gesteckt werden.

Das WAN des Betreibers soll 2015 erst einmal nach Deutschland, in die Schweiz und nach Österreich ausgebaut werden. Zusätzliche Kernnetzknoten in Frankfurt am Main, Düsseldorf, Hamburg, Berlin, München, Zürich und Wien sollen den Datendurchsatz in vorhandenen Standorten steigern. In einem zweiten Schritt ist dann die Expansion nach Osteuropa geplant.

Alle genannten Städte werden mit direkten Interconnects mit geringen Latenzzeiten verbunden und elf Routen zu anderen Standorten im NL-ix-Netzwerk haben – damit wird an vielen Standorten die Anzahl der Netzwerk-Hops zu Servern geringer und die Verbindungszeit bei Web, SaaS und Online-Speichern verkürzt. Was zuerst in der DACH-Region aufgebaut wird, soll die Grundlage zur Erweiterung in Schweden, Polen, der Tschechischen Republik und Italien werden.

Internet-Provider, Rechenzentrumsanbieter und andere Austauschknoten sollen unabhängig von den Traffic-Mengen für einen fixen Monatspreis auf die Leitungen und PoPs zugreifen dürfen. Der “Neutral Internet Exchange” (NL-ix) hat bereits über 475 zahlende Mitglieder und bietet Unternehmen die Möglichkeit, Peering-Sessions mit allen Mitgliedern einzurichten, die mit dem Knoten verbunden sind, ohne dass dabei zusätzliche Kosten für die Übertragung zwischen den verschiedenen Städten und Länder anfallen.

NL-ix betreibt bereits 71 Rechenzentren in sieben Ländern und ist weltweit der fünftgrößte Internet-Knotenpunkt. Durch die direkte Verbindung aller Standorte lassen sich eropaweite Failover- und Backup-Lösungen einrichten.

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