Interesse an IT-Berufen nimmt in Deutschland langsam zu

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informatik-studium (Bild: Shutterstock)

Insgesamt haben einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Bitkom zufolge sechs von zehn Schülern Interesse an technischen Berufen. Jeder vierte der befragten Schüler kann sich eine berufliche Zukunft in der IT vorstellen. Bei Jungen (27 Prozent) ist das Interesse demnach nur etwas größer als bei Mädchen (23 Prozent). Größer sind die Unterschiede beim Vergleich zwischen den Schulformen.

Das Interesse von Schülern udn Schülerinnen an technischen Berufen nimmt allmählich zu. Aktuell kann sich jeder vierte Schüler (25 Prozent) vorstellen, später einmal im IT-Bereich zu arbeiten. Bei Jungen (27 Prozent) ist das Interesse daran übrigens nicht wesentlich größer als bei Mädchen (23 Prozent). Zu diesem Ergebnis kam jetzt eine repräsentative Befragung im Auftrag des Bitkom. Zum Vergleich: Bei einer ähnlichen Umfrage im Jahr 2010 hatten 23 Prozent aller Schüler angegeben, sich eine Karriere in der IT vorstellen zu können.

Das Interesse an IT-Berufen nimmt bei Schülern und Schülerinnen allmählich zu (Bild: Shutterstock)

“IT spielt in immer mehr Bereichen unserer Volkswirtschaft eine wichtigere Rolle. Es muss uns gelingen, deutlich mehr IT-Spezialisten auszubilden, wenn wir international wettbewerbsfähig bleiben wollen”, so Bitkom-Präsident Dieter Kempf. Er nutzte die Vorstellung der Umfrageergebnisse zudem, um eine alte Forderung des Verbandes noch einmal aufzugreifen: “Ein Pflichtfach Informatik würde sicherlich dabei helfen, die Vielfalt entsprechender Aufgaben und Berufsbilder deutlich zu machen und für größeres Interesse an IT-Berufen sorgen.“

Größere Unterschiede beim Interesse an Informatik als zwischen Jungen udn Mädchen gibt es zwischen den Schulformen. Während sich von den Hauptschülern nur 12 Prozent vorstellen können, später im IT-Bereich zu arbeiten, sind es bei Realschülern 16 Prozent, bei Gesamtschülern 21 Prozent und bei Gymnasiasten 32 Prozent.

Auch an anderen technischen Berufen ist das Interesse in den vergangenen Jahren gewachsen. 34 Prozent der Schüler können sich aktuell vorstellen, im naturwissenschaftlichen Bereich zu arbeiten (2010 waren es 29 Prozent). Übrigens sind auch hier die Unterschiede zwischen Jungen (35 Prozent) und Mädchen (33 Prozent) gering.

Als Berufswunsch am beliebsteten sind in dem Bereich Ingenieurberufe. Einen der darunter fallenden Beruf zu ergreifen, können sich 43 Prozent der befragten 14- bis 19-Jährigen vorstellen. Dieses Berufsbild spricht allerdings Jungen (48 Prozent) deutlich stärker an als Mädchen (38 Prozent). Ablehnend stehen einem technischen Beruf 36 Prozent der Befragten gegenüber.

In Übereinstimmung mit der – wenn auch langsam – zunehemenden Beliebtheit unter Schulpflichtigen – nimmt auch an den Hochschulen das Interesse am Informatik-Studium zu. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist im Wintersemester 2014/15 die Zahl der Studienanfänger in der Informatik um 2,6 Prozent auf 34.300 gestiegen. Maschinenbau und Elektrotechnik mussten dagegen leichte Einbußen hinnehmen. Und während die Zahl der männlichen Studierenden um 1,8 Prozent zulegte, wurden 5,6 Prozent mehr Frauen als im Vorjahr immatrikuliert. Die aktuell knapp 7700 Frauen im ersten Hochschulsemester repräsentieren damit knapp 22,5 Prozent aller Erstsemester.

Tipp der Redaktion: ITespresso hat sich im vergangenen Jahr ausführlicher mit den Ausbildungsmöglichkeiten zum Experten für IT-Sicherheit in Deutschland beschäftigt. Seit dem dem Wintersemester 2014/15 gibt es etwa an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen den Bachelor-Studiengang IT Security und die Hochschule für Telekommunikation Leipzig will zum Wintersemester 2015/2016 mit einem Studiengang IT-Sicherheit starten.

Grundsätzlich vergleichbare Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es bereits an der TU Darmstadt, mit einem viersemestrigen Master-Studiengang IT-Security, der FH Brandenburg, wo man sich zum Master in Security Management ausbilden lassen kann, der Ruhr-Universität Bochum (Bachelor in IT-Sicherheit/Informationstechnik) und der Hochschule Aalen (Bachelor in IT-Sicherheit). Einen Überblick über diese und weitere Ausbildungsangebote bietet bei ITespresso der Artikel “Wie wird man zum Spezialisten für IT-Security“.

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