Tele Columbus kündigt ersten Privatkunden Internetzugänge mit 400 MBit/s an

BreitbandNetzwerke
Tele Columbus (Bild: Tele Columbus)

Mit der Markteinführung will der Kabelnetzbetreiber zum 1. April 2015 im Raum Potsdam beginnen. An das Stadtnetz von Tele Columbus sind dort insgesamt rund 40.000 Haushalte angeschlossen. Zu den Kosten für Nutzer will sich der Anbieter erst beim Start des Angebots äußern.

Tele Columbus hat für April ein neues Angebot für den Internetzugang angekündigt. Zunächst nur in Potsdam können dann private Nutzer Anschlüsse mit Download-Geschwindigkeit von bis zu 400 MBit/s buchen. Das ist doppelt so viel wie bei den bisherigen Angeboten von Tele Columbus und auch deutlich mehr, als bei den vom Wettbewerb bisher angebotenen leistungsfähigsten im Kabelnetz angebotenen Internetzugängen für Privatkunden. Beispielsweise bieten sowohl Kabel Deutschland als auch UnityMedia KabelBW seit November 2014 Kunden Zugänge mit 200 MBit/s an, der in München beheimatete Anbieter M-Net offeriert seit Dezember einem Teil seiner Kundschaft bis zu 300 MBit/s. An das Tele-Columbus-Netz in der brandenburgischen Landeshauptstadt sind insgesamt rund 40.000 Haushalte angeschlossen.

Tele Columbus kündigt ersten Privatkunden Internetzugänge mit 400 MBit/s an (Bild: Tele Columbus)

Die Preise für die Privatkundenangebote mit bis zu 400 MBit/s wird der drittgrößte deutsche Kabelnetzbetreiber erst zum Verkaufsstart am 1. April bekannt geben. Das Angebot soll – vermutlich im Laufe des Jahres – auf weitere Regionen im Verbreitungsgebiet ausgedehnt werden. Dazu gehören neben Berlin und Brandenburg auch Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen und Teile von Nordrhein-Westfalen. Der Zeitplan dafür steht laut Tele Columbus derzeit aber noch nicht fest.

Für die Bereitstellung der höheren Downloadgeschwindigkeit setzt die Tele Columbus Gruppe auf eine Infrastruktur für die Glasfaser und klassisch Koaxialkabel kombiniert werden. In dem in der Branche als FTTB (Fiber to the Building) bezeichneten Konzept aus wird nach dem Übertragungsstandard DOCSIS 3.0 der Datenstrom per Glasfaserkabel bis ans Haus geliefert und von dort dann über die in der Regel bereits vorhandenen Kabel weiterverteilt.

Auf der Seite des Netzbetreibers sorgt die Bündelung von Übertragungskanälen und die Zusammenführung der einzelnen Netzcluster per Lichtwellenleiter dafür, dass die höheren Geschwindigkeiten mit vertretbaren Kosten bereitgestellt werden können. Derzeit wird das neue Angebot durch leistungsfähigere Aktivkomponenten in der lokalen Kopfstelle und die bessere Datenanbindung des Netzes vorbereitet.

Beim Kunden sorgt die im Juli 2014 eingeführte WLAN-Kabelbox, die für Datenraten bis zu 1,3 GBit/s ausgelegt ist, dafür dass die hohen Geschwindigkeiten auch bis zu allen Endgeräten im Heimnetz übertragen werden. Die Kombination aus Kabelmodem und WLAN-Router mit 802.11ac-Funk ist bei bisherigen Tarifen von Tele Columbus für zwei Euro im Monat mit mindestens 24 Monaten Laufzeit zu mieten.

“Datenraten, die vor kurzem noch als Bedarf einer kleinen Spitzengruppe galten, sind sehr rasch zum Mindeststandard für eine vollwertige Multimedia-Anbindung jeder Wohnung geworden – und entsprechend hat sich auch die Nachfrage nach neuen Spitzengeschwindigkeiten erhöht”, erklärt Ronny Verhelst, Vorstandsvorsitzender der Tele Columbus Gruppe in einer Pressemitteilung. Gründe dafür seien die immer weiter steigende Geschwindigkeits- und Kapazitätserwartung bei allen Internet-Nutzergruppen – nicht zuletzt aufgrund der enormen Bedeutung von Cloud-Angeboten und Entertainment-Streams in höchster Qualität.

Im The State of the Internet Report von Akamai rangiert Deutschland in der Liste der Länder mit den schnellsten Internetzugängen lediglich auf Platz 31. Der Durchschnitt hierzulande liegt bei 8,7 MBit/s. An der Spitze stehen dort Südkorea (25,3 MBit/s) und Hong Kong (16,3 MBit/s). Aber auch in den Nachbarländern, etwa der Schweiz (14,5 MBit/s) den Niederlanden (14 MBit/s) und der Tschechischen Republik (12,3 MBit/s) gehen die Nutzer im Durchschnitt deutlich schneller ins Netz (Grafik: Statista).
Im “The State of the Internet Report” von Akamai rangiert Deutschland in der Liste der Länder mit den schnellsten Internetzugängen lediglich auf Platz 31. Der Durchschnitt hierzulande liegt bei 8,7 MBit/s. An der Spitze stehen dort Südkorea (25,3 MBit/s) und Hong Kong (16,3 MBit/s). Aber auch in den Nachbarländern, etwa der Schweiz (14,5 MBit/s) den Niederlanden (14 MBit/s) und der Tschechischen Republik (12,3 MBit/s) gehen die Nutzer im Durchschnitt deutlich schneller ins Netz (Grafik: Statista).
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