Webseiten des Bundestags und der Kanzlerin erfolgreich angegriffen

PolitikSicherheit
Ukraine (Bild: Shutterstock / Mikkel Bigandt)

Die Gruppe CyberBerkut hat die Verantwortung für die Angriffe übernommen. Anlass sei der Besuch des ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk heute in Berlin. Dem nach Ansicht der Gruppe “kriminellen Regime in Kiew” dürfe Deutschland weder finanzielle noch politische Unterstüzung zuteil werden lassen.

Die Internetseiten des Deutschen Bundestags und von Bundeskanzlerin Angela Merkel waren heute teilweise aufgrund eines Angriffs nicht erreichbar. Aktuell sind die Domains www.bundestag.de und www.bundeskanzlerin.de immer noch offline.

Ukraine (Bild: Shutterstock / Mikkel Bigandt)
Die Webseiten des Bundestags und der Kanzlerin wurden aufgrund des Besuchs des ukrainischen Ministerpräsidenten gehackt (Bild: Shutterstock/Mikkel Bigandt).

Zu dem Angriff hat sich eine Gruppe namens CyberBerkut bekannt. Sie begründet ihn mit dem Besuch des ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk in Berlin. Auf seiner Website erklärt CyberBerkut: “Jazenjuk will Geld, um den Krieg auszuweiten und nicht um die zusammengebrochene Infrastruktur unseres Landes wiederaufzubauen.” Deutschland daher dürfe weder finanzielle noch politische Unterstützung für ein “kriminelles Regime in Kiew” leisten, das einen blutigen Bürgerkrieg entfesselt habe.

Gegenüber der Nachrichtenagentur DPA bestätigte Regierungssprecher Steffen Seibert den Angriff auf die vom Bundespresseamt betriebenen Internetseiten. Begonenn habe er Seibert zufolge gegen 10 Uhr begonnen. Das Rechenzentrum des Dienstleisters sei “einem schweren Angriff” ausgesetzt, der offenbar darauf abziele das System durch massenhafte externe Anfragen gezielt zu überlasten. “Es sind Gegenmaßnahmen eingeleitet”, erklärte Seibert. Das Bundesamt für die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sei eingeschaltet worden. Der Regierungssprecher konnte jedoch noch keine Einzelheiten mitteilen.

Schon im März 2014 hatte CyberBerkut Websites der NATO und des Cyber Defence Center des Bündnisses mittels einer DDoS-Attacke zeitweise lahmgelegt. Über die Hintergründe der Gruppe ist wenig bekannt. Aus den aktuellen Formulierungen scheint sich ableiten zu lassen, dass es sich um Personen aus der Ukraine handelt, allerdings verwenden sie auf ihrer Website die russische Sprache.

Der Dienst "Down for everyone or just me" bestätigt den Erfolg des Angriff der gruppe CyberBerkut (Screenshot: ITespresso).
Der Dienst “Down for everyone or just me” bestätigt den Erfolg des Angriff der gruppe CyberBerkut (Screenshot: ITespresso).

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

Tipp: Berühmte und berüchtigte Hacker: Was wissen Sie über Cyberkriminelle und Hacktivisten? Testen Sie Ihr Wissen auf silicon.de!

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen