Mobil-App Opustel chiffriert Telefonanrufe

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Opustel (Bild: Telephoenix AG)

Wie ein extra verschlüsseltes Skype arbeitet die App der Schweizer Firma Telephoenix AG. Sie vergibt eine zweite Telefonnummer, die wirkt, als ob der Nutzer im Festnetz sei. Das Telefonat an eine externe Telefonnummer kostet so viel wie ein lokales Gespräch. Anrufe zwischen Nutzern der App sind kostenlos.

Telephoenix will mit Opustel das Mobiltlefonieren abhörsicher machen. Die App für Android und iPhone ist derzeit im Teststadium. Der Hersteller will durch Crowdfunding über Indiegogo 100.000 Dollar Startkapital generieren, um die notwendige Infrastruktur und Automatisierung zustandezubringen. Dazu haben die Schweizer Unternehmer noch 42 Tage Zeit.

Opustel-App (Bild: Telephoenix AG)
Die App Opustel und die Schweizer Infrastruktur dahinter machen Smartphone-Telefonate abhörsicher (Bild: Phoenixtel AG)

Die Chiffrierung der Telefongespräche erfolgt automatisch und wird durch ein goldenes Sicherheitsschloss auf dem Handy angezeigt. Einzig ein Gericht kann in strafrechtlichen Einzelfällen die Herausgabe von Kundendaten erzwingen. “Damit die Privatsphäre stets gewährleistet ist, wird die Abhörsicherheit der App zudem permanent überprüft”, verspricht Entwickler Loeliger.

Opustel unterliegt dem Schweizer Datenschutzgesetz, das ähnlich strikt ist wie das deutsche. Ist die App heruntergeladen, muss der Anwender nur eine Festnetznzummer auswählen und aktivieren und kann danach sofort abhörsicher reden. Selbst die Signalisierung des Anrufs soll verschlüsselt sein, Lauschbehörden wie die NSA oder der BND können so nicht mehr so einfach feststellen, wer wann wen angerufen hat.

Die Telefonate per Opustel kosten lokale Festnetzgebühren. Gespräche zwischen Opustel-Usern sind gratis. Für eine Gebühr von 4,80 Schweizer Franken im Monat stehen App und die genutzte Schweizer Infrastruktur bereit. Um das System über die Testversion hinaus auf Massengespräche auszubauen, ist die Crowdfunding-Kampagne gestartet. Wer sich mit mindestens 27 Franken an der Aktion beteiligt, erhält bereits in den kommenden Wochen eine Zweitnummer für sein Handy und kann Opustel nutzen.

Die Festnetz-Zweitnummer auf dem Mobiltelefon funktioniert wie die Handynummer und kann auch von extern angerufen werden, wenn die App beim Anrufer nicht bereitsteht. Für die Zusatztelefonnummer ist keine andere SIM-Karte erforderlich. Die Abrechnung des Datenverbrauchs läuft über den bisherigen Betreiber der “Erstnummer”. Der Betreiber, bisher schon aktiv bei SIP-Telefonanlagen für die VoIP-Telefonie, verspricht Gesprächsqualität in HD-Sound.

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