Disk42 präsentiert quelloffenen Online-Speicher mit Verschlüsselung

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Disk42 präsentiert quelloffenen Online-Speicher mit Verschlüsselung (Bild: Disk42)

Das Berliner Start-up hat jetzt die offene Beta-Phase seines Cloud-Speicherdienstes eingeläutet. Dateien werden bei Disk42 vor dem Upload verschlüsselt. Der Quelltext der Software ist auf Client- und Server-Seite Open Source. Anwendern stehen zunächst 10 GByte Speicherplatz kostenlos zur Verfügung, später soll sich die Kapazität noch erweitern lassen.

Disk42 bietet seinen gleichnamigen Cloud-Speicherdienst ab sofort als offene Beta-Version an. Als solche verfügt der Service bereits über integrierte Freigabe- und Synchronisierungsfunktionen sowie über kostenlosen 10-GByte-Speicherplatz. Letzterer lässt sich laut Anbieter nach Beendigung der Beta-Phase noch erweitern. Der Fokus von Disk42 liegt nach eigenen Angaben auf Datenschutz und Privatsphäre, aber auch auf Transparenz.

Disk42 präsentiert quelloffenen Online-Speicher mit Verschlüsselung (Bild: Disk42)

“Bestehende Cloud-Speicher-Angebote haben ein Problem: Sie laden Ihre privaten Dateien zu einem Anbieter hoch, der vollen Zugriff darauf hat. Und wie wir kürzlich lernen mussten, können sich auch Regierungen Zugang dazu verschaffen”, begründet das Start-up den gewählten Schwerpunkt auf seiner Homepage.

Bei Disk42 werden die Dateien dem Unternehmen zufolge vor dem Hochladen hingegen mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung chiffriert, sodass auch der Anbieter selbst die Daten nicht einsehen könne. Zudem verlasse das zum Absichern der Daten verwendete Passwort unter keinen Umständen das für den Upload genutzte Gerät.

Als weiteren Vorteil gegenüber den Mitbewerbern sieht das Start-up die Quelloffenheit seiner Software an. So sei der komplette Programmcode sowohl auf Client- als auch auf Server-Seite Open Source: “Wir glauben, dass kompromisslose Transparenz der einzige Weg ist, um das höchstmögliche Vertrauen in Disk42 herzustellen. So kann jeder unser Sicherheitskonzept nachvollziehen und überprüfen”, erläutert das Start-up.

Disk42 ist aktuell für Windows, Mac OS und Ubuntu Linux verfügbar. Der Nutzer kann seine Dateien somit bereits über mehrere Plattformen hinweg synchronisieren und teilen. Android- und iOS-Clients für Mobilgeräte sind dem Unternehmen zufolge in Planung. Überdies arbeite man aktuell an einer Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit.

Einen ähnlichen Ansatz präsentierte kürzlich auch der Cloud-Storage-Betreiber Cratchmere mit seinem Online-Speicher Netzdrive. Auch er bietet dem Nutzer Basisfunktionen wie Backup und Synchronisation. Zudem wirbt das Unternehmen damit, dass sich die Daten des Anwenders verschlüsselt in einem deutschen Rechenzentrum ablegen lassen. Mit der zugehörigen Client-Software können im Gegensatz zu Disk42 allerdings nur 5 GByte an Informationen kostenlos in der Cloud gespeichert werden.

Neben Disk42 und Netzdrive gibt es in Deutschland noch weitere Alternativen, zum Beispiel IDGard von Uniscon und Dox von Brainloop sowie Cloud Drive von Levigo. Einen ähnlichen Weg gehen zudem das österreichische Unternehmen Arxshare und inzwischen auch die Deutsche Telekom, die seit kurzem als Wiederverkäufer des “Enterprise File Sync and Share Secure Data Space” von SSP Europe auftritt.

Wer nicht auf die US-Speicherdienste verzichten mag, kann auch diese Angebote verschlüsselt nutzen, etwa mit Software von Boxcryptor oder auf Einzel-PCs mit Tools wie Archicrypt. Ein sicheres Speichern auf eigenen Servern erlaubt zudem die Open-Source-Software owncloud.

Tipp der Redaktion: Sie möchten Ihre persönlichen Dateien nicht mehr auf fremden Servern speichern, aber dennoch überall Zugriff darauf haben und zwischen mehreren Rechnern bequem synchronisieren? Dann richten Sie eine private Cloud ein, in der nur Sie über Datenschutz und Privatsphäre entscheiden. ITespresso erklärt, wie das geht

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