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Sintratec entwickelt Lasersinter-3D-Drucker für den Heimgebrauch

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Der 3D-Drucker soll sich an den Qualitätsstandards der Industrie orientieren. Auf Indiegogo sammeln die Hersteller momentan Geld für die Produktion. Die ersten Drucker sind für Juli 2015 geplant. Doch ganz günstig wird das Gerät nicht werden.

Das Schweizer Start-up Sintratec arbeitet an einem 3D-Drucker, der sich an den Qualitätsstandards der Industrie orientiert aber bei Heimanwendern zum Einsatz kommen soll. Dafür setzen die Hersteller auf das sogenannte Lasersinterverfahren. Auf der Crowdfunding-Website Indiegogo sammeln die Schweizer momentan Kapital für die Produktion. Bis zum 27. Dezember sollen 175.000 Dollar zusammenkommen. Das Ziel ist mit momentanen 157.000 Dollar allerdings schon fast erreicht.

3D-Drucker von Sintratec (Bild: Sintratec)

Das Besondere an dem 3D-Drucker von Sintratec ist das Druckverfahren. Während aktuell Heim-3D-Drucker oft das Fused Deposition Modeling einsetzen, arbeitet das Gerät mit dem Lasersinterverfahren. Dabei bauen Laser den zu druckenden Gegenstand Schicht für Schicht aus einem pulverförmigen Werkstoff auf.

Nutzer können mit dem Drucker dem Hersteller zufolge daher damit jegliche Form drucken, inklusive beweglicher Teile – und das in einem einzigen Druckvorgang. Somit lassen sich unter anderem Ersatzteile, Modelle oder Prototypen herstellen. Grundlage aller Drucke ist PA12, ein Nylon-Werkstoff, der in der Industrie weit verbreitet ist. Seine Festigkeit bei gleichzeitiger Elastizität erlaubt auch starke Belastungen.

Da der 3D-Drucker für den Heimgebrauch gedacht ist, hat Sintratec ihn in einem kompakten Gehäuse untergebracht. Dieses misst 55 mal 53 mal 36 Zentimeter. Der beheizte Druckraum hat eine Größe von 13 mal 13 mal 13 Zentimeter und besteht aus Aluminium.

Das Gerät ist mit einem Diodenlaser mit 2300 Milliwatt ausgestattet. Da das Licht des Lasers sichtbar ist, lässt er sich sicherer justieren. Im Lieferumfang ist zudem eine Sicherheitsbrille enthalten. Für den Druck hat Sintratec auch eine eigene Software entwickelt, mit der Nutzer ihre Objekte planen können.

3D-Druck-Objekt von Sintratec. (Bild: Sintratec)
Mit dem 3D-Drucker von Sintratec lassen sich auch Objekte mit beweglichen Teilen herstellen (Bild: Sintratec)

Günstig ist der 3D-Druck mit dem Gerät von Sintratec nicht. Auf Indiegogo lag der niedrigste Preis bei 3999 Dollar. Dieses Angebot ist allerdings schon ausverkauft, da die Stückmenge stark begrenzt war. Aktuell ist der Drucker für 4599 Dollar (plus 200 Dollar Versandkosten) verfügbar, aber auch für diesen Preis gibt es nur noch wenige Geräte. Insgesamt bietet das Start-up über die Crowdfunding-Plattform nur 65 Drucker an.

Das hat jedoch einen guten Grund. Das Unternehmen will jedem Käufer direkte Hilfestellung beim Zusammenbau des Druckers geben. Neben dem den einzelnen Bauteilen müssen die elektronischen Komponenten vom Nutzer selbst verdrahtet werden. Auch die Kalibrierung des Druckers muss selbst vorgenommen werden. Dafür bietet Sintratec persönlichen E-Mail-Kontakt, um beim Aufbau zu helfen.