Mysteriöser Kurssturz der Apple-Aktie am 1. Dezember

FinanzmarktUnternehmen
Apple Logo (Bild: Apple/ITespresso)

Am Montag fiel das Papier an der Nasdaq binnen weniger Minuten um 6,4 Prozent. Der Konzern war damit auf einen Schlag weit über 30 Milliarden Dollar weniger wert. Im Laufe des Tages erholte sich die Aktie wieder etwas, am Ende des Tages stand ein Minus von 3,25 Prozent auf den Anzeigetafeln.

Die Apple-Aktie verlor gestern binnen weniger als zwanzig Minuten zum Börsenauftakt etwas über 6 Prozent an Wert. Das Unternehmen war damit auf einen Schlag deutlich über 30 Milliarden Dollar weniger wert. Im Laufe des Tages erholte sich das Papier etwas, bei Börsenschluss lag es bei rund 115 Dollar. Das entspricht einem Verlust von 3,25 Prozent auf den Höchstkurs von 118,76 Dollar am Montag und liegt 2,8 Prozent unter dem Schlusskurs vom Freitag. Im vorbörslichen Handel setzt sich diese Tendenz aktuell fort, die Börsenticker berichten von einem Aufwärtstrend bei Apple-Aktien.

Ein Grund für den Kursrutsch war zunächst nicht ersichtlich: Weder veröffentlichte Apple wichtige Informationen, noch gab eine der wesentlichen Mitbewerber etwas Wichtiges bekannt. Auffällig ist allerdings das hohe Handelsvolumen zur Zeit des Kursrutsches: Laut Yahoo Finance wechselten um 9 Uhr 50 Ortszeit über 6,7 Millionen Apple-Aktien den Besitzer, in den Minuten davor und danach lag das Handelsvolumen ebenfalls im siebenstelligen Bereich. Normal ist ein Handelsvolumen im unteren sechsstelligen Bereich.

Der 1. Dezember 2014 war kein guter Tag für dei Apple-Aktie: Binnen weniger Minuten verlor sie über 6 Prozent an Wert (Screenshot: ITespresso bei Yahoo Finance).
Der 1. Dezember 2014 war kein guter Tag für die Apple-Aktie: Binnen weniger Minuten verlor sie über 6 Prozent an Wert (Screenshot: ITespresso bei Yahoo Finance).

Börsenexperten gehen daher davon aus, das der Kursrutsch durch das Zusammenspiel von Computern zustande kam: Viele Händler setzen ihren Verkaufsprogrammen Schwellenwerte, werden die erreicht oder unterschritten, bieten die Programme die Aktien automatisch zum Verkauf an, ein erhöhtes Verkaufsangebot führt aber zu Kursabschlägen – das wiederum kann zu einer Abwärtsspirale führen.

Ausgelöst wurde der Aktionismus der Handelsprogramme am Montag möglicherweise von institutionellen Anlegern, die sich von Apple-Aktien in großer Zahl trennten. Warum die das getan haben könnten, wird bei einem Blick auf den längerfristigen Kursverlauf deutlich. Seit 2. September legten die Apple-Aktien stetig an Wert zu: In dem Zeitraum war ein Plus von rund 11,4 Prozent zu verzeichnen.

Das Kursziel der Aktie in einem Jahr liegt laut Yahoo Finance bei 119,74 Euro. Möglicherweise teilten nicht alle Anleger diese Einschätzung, sondern gingen davon aus, dass der den Scheitelpunkt unmittelbar bevorstehe und wollten ihre Gewinne mitnehmen. Alternativ ist möglich, dass einer der größeren Anleger einfach Geld brauchte – für was auch immer. Bleibenden Schaden wird Apple nicht davontragen: Mit einer Marktkapitalisierung von aktuell rund 675 Milliarden Dollar muss man sich um den Hersteller nicht wirklich Sorgen machen.

Zwischen 2. September und 1. Dezember 2014 ging es für die Apple-Aktie nur aufwärts. Möglicherweise lösten Gewinnmitnahmen institutioneller Anleger den Kursrutsch am 1. Dezember aus (Screenshot: ITespresso bei Yahoo Finance).
Zwischen 2. September und 1. Dezember 2014 ging es für die Apple-Aktie nur aufwärts. Möglicherweise lösten Gewinnmitnahmen institutioneller Anleger den Kursrutsch am 1. Dezember aus (Screenshot: ITespresso bei Yahoo Finance).

Tipp: Wie gut kennen Sie Apple? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen