Chrome: Google sperrt ab Anfang 2015 standardmäßig alle NPAPI-Plug-ins

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Google Chrome (Bild: Google)

Ab Januar kommenden Jahres entfernt es die bislang eingesetzte Whitelist. Sie sieht aktuell noch Ausnahmen für Silverlight, Java sowie Google Earth vor. Im September 2015 stellt Google dann endgültig die Unterstützung für NPAPI ein.

Google hat weitere Einzelheiten zu seinen Plänen für das Netscape Plug-in Application Programming Interface (NPAPI) bekannt gegeben. Demzufolge wird sein Browser Chrome ab Januar 2015 standardmäßig alle auf NPAPI basierenden Erweiterungen blockieren. Somit entfallen auch die gegenwärtig noch geltenden Ausnahmen für Silverlight, Java und Google Earth.

google-chrome (Bild: Google)

Gemeinsam mit Google Talk, Unity und Facebook Video waren die genannten Plug-ins bislang auf einer Whitelist vermerkt. Diese wird Google laut einem Eintrag im Chromium-Blog im Januar 2015 entfernen. Anwender können aber weiterhin einzelne benötigte Plug-ins aktivieren.

Im April 2015 wird Google dann den Support für NPAPI in Chrome einstellen. Erweiterungen, die NPAPI erfordern, sollen überdies aus dem Chrome Web Store entfernt werden. Da noch nicht alle Entwickler auf alternative Technologien umgestiegen sind und einige Anwender daher noch immer auf NPAPI basierende Plug-ins einsetzen, offeriert Google allerdings die Möglichkeit, die Schnittstelle vorübergehend über eine Enterprise-Richtlinie wieder zu aktivieren.

Ab September soll Software-Entwickler Justin Schuh zufolge schließlich auch diese Hintertür geschlossen werden. “Der Support wird dauerhaft eingestellt. Erweiterungen, die NPAPI benötigen, werden nicht mehr in der Lage sein, diese Plug-ins zu laden”, schreibt Schuh.

Als Grund für die Abschaffung von NPAPI-Plug-ins nannte Schuh schon im September 2013, dass sie sich zur Hauptursache für Abstürze und Sicherheitsvorfälle entwickelt hätten. Darüber hinaus hat der Einsatz der auf der Whitelist enthaltenen Erweiterungen seither deutlich abgenommen.

Das Google-Earth-Plug-in wurde im Oktober laut Google nur noch von 0,1 Prozent der Chrome-Anwender gestartet. Im September 2013 waren es immerhin noch 9,1 Prozent. Silverlight ist demnach das immer noch am häufigsten eingesetzte Plug-in. Aber auch sein Anteil schrumpfte in den vergangenen 13 Monaten von 15 auf 11 Prozent.

Das in Chrome integrierte Flash-Plug-in sowie Googles PDF-Viewer sind nicht betroffen, weil sie nicht auf NPAPI basieren. Für beides nutzt Google das Pepper Plug-in Application Programming Interface (PPAPI). Auch Googles Native-Client-Plug-ins verwenden PPAPI.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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