Egal ob groß oder klein: Unternehmen müssen den Wert ihrer Daten kennen

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Joel Dolisy (Bild: Solarwinds)

Von Unternehmen über den Einzelhandel bis hin zu Behörden und Gesundheitseinrichtungen hat die Auswertung großer Datenvolumen Handel und Arbeitswelt ebenso wie unser Privatleben verändert. Kleine und mittelständische Unternehmen, die nicht für die massive Datenspeicherung und -analyse ausgestattet sind, sollten sich durch den Trend hin zu großen Datenmengen nicht entmutigen lassen.

Unternehmen jeder Größe benötigen einen optimal skalierten, datenbasierten Ansatz, um den Wert der von ihnen gespeicherten Daten nutzen zu können. Dafür verantwortlich sind die IT-Profis. In größeren Unternehmen gibt es in der Regel einen Datenbankadministrator (DBA), der dafür geschult wurde, Daten zu kompilieren und verwertbare Informationen bereitzustellen. Kleinere Unternehmen ohne eigenen Datenbankprofi, aber mit ein oder zwei designierten IT-Spezialisten, die für ein größeres Aufgabengebiet zuständig sind, sollten sich unbedingt mit Best Practices aus Sicht der Technologie und der Mitarbeiter auskennen. Nur so kann der problemlose Zugriff auf Daten und deren optimale Nutzung sichergestellt werden.

Joel Dolisy (Bild: Solarwinds)
Joel Dolisy, der Autor dieses Expertenbeitrags für ITespresso, ist Senior Vice President, CTO und CIO bei SolarWinds, einem Anbieter von IT-Management-Software (Bild: SolarWinds).

Der Schlüssel zur Datenoptimierung in kleineren Unternehmen besteht darin, Systeme so zu integrieren, dass für den IT-Profi, der kein DBA ist, sinnvolle Erkenntnisse möglich sind. Dazu ist Technologie für den Abruf der in verteilten Silos gespeicherten Daten nötig. Nur so können diese verknüpft und zusammengeführt werden und nur so können sie den erforderlichen zusätzlichen Kontext für eine ausführliche Analyse liefern.

Wenn beispielsweise ein kleines oder mittelständisches Unternehmen die Interaktion mit seinen Kunden analysieren möchte – vom ersten Besuch der Website über den Supportkontakt bis hin zur Auftragserteilung, also die gesamte sogennante Customer Journey –, muss es die dafür erforderlichen Informationen aus mehreren Silos abrufen, die von separaten Anwendungen verwaltet werden.

Um eine einheitliche Ansicht dieser verstreuten Informationen zu ermöglichen, die im ERP-System, Marketing-Datawarehouse und CRM-System gespeichert sind, müssen diese Systeme unbedingt problemlos miteinander kommunizieren und interagieren können. Durch die Einrichtung eines zentralen Repositorys für diese Informationen ermöglicht der IT-Profi unterschiedlichen Teams, die Technologie zu nutzen, wesentliche Gesichtspunkte zu erkennen und die Daten für verschiedene Geschäftsfunktionen zu verwenden.

Wenn jedoch immer mehr Gruppen innerhalb eines Unternehmens konsolidierte Datensätze benötigen, müssen IT-Profis rollenbasierende Funktionalität implementieren, um die Kontrolle des Datenzugriffs sicherzustellen. Beispielsweise dürfen Vertriebs- oder Umsatzdaten für Personen außerhalb der Vertriebs- oder Finanzabteilung nicht so einfach sichtbar sein.

Selbst innerhalb dieser Abteilungen haben die verschiedenen Personen in Abhängigkeit von ihrer Position innerhalb der Hierarchie in der Regel unterschiedliche Zugriffsrechte. Bei der Entwicklung einer Lösung für bestimmte Anwendungsmöglichkeiten müssen deshalb IT-Profis in Kooperation mit den Mitarbeitern des Unternehmens festlegen, wie der Zugriff auf die Daten eingeschränkt werden soll.

Sobald Technologie, die die Integration ermöglicht, und rollenbasierte Datenzugriffsfunktionalität vorhanden ist, kann sich der IT-Profi um den Rest des Unternehmens kümmern und konkrete Probleme in verschiedenen Aufgabenbereichen innerhalb des Unternehmens beheben. Durch die Bereitstellung der erforderlichen Infrastruktur für die Unterstützung dieser Geschäftsfunktionen behebt der IT-Profi nicht nur ein kurzfristiges Problem. Seine Arbeit hat auch direkte Auswirkungen auf das Unternehmen, indem er zusätzliche Umsätze oder eine höhere Zufriedenheit mit dem Kundendienst ermöglicht.

Wenn verschiedene Geschäftsfunktionen diese konsolidierte Datensicht nutzen, werden andere Gruppen innerhalb des Unternehmens auf diese Erstanwender schauen und die Vorteile, die die Daten bieten, ebenfalls erkennen. Der IT-Profi kann dann als Katalysator für die Wiederverwendung und Konsolidierung von Daten dienen.

Die IT-Abteilung sollte nicht nur gemeinsam mit den Mitarbeitern den personalisierten Zugriff implementieren. Vielmehr sollte sie in enger Zusammenarbeit mit den Leitern der einzelnen Abteilungen sicherstellen, dass die aktuell erfassten Daten nützlich sind, und analysieren, wie die Datenerfassung für jede Geschäftsfunktion am besten optimiert werden kann. Ein schneller Feedbackzyklus zwischen diesen Beteiligten und dem IT-Team ist erforderlich, um dafür zu sorgen, dass die Lösung dem Unternehmen echte Vorteile bietet.

In kleineren Unternehmen ist der IT-Profi oft Mädchen für alles, wodurch die Datenerfassung und -analyse (ähnlich wie dies in größerem Umfang bei Big Data der Fall ist) zu einer gewaltigen Herausforderung wird. IT-Profis können allerdings Technologie integrieren, um ein zentrales System zum Abrufen und Anzeigen von Daten erstellen, und in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern des Unternehmens für optimalen Datenzugriff und optimale Datennutzung sorgen. Dadurch wird sichergestellt, dass sich die bereitgestellte Lösung in die Datenstrategie des Unternehmens einfügt und im Laufe der Zeit an neue Unternehmensanforderungen angepasst werden kann.