Anwenderfehler bei RAID sind für ein Drittel aller Datenverluste verantwortlich

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CBL Datenrettung macht auf ein häufiges Missverständnis aufmerksam: RAID-Konfigurationen sind nur dann sicher, wenn sie richtig konfiguriert sind. Aber genau daran hapert es den Erfahrungen des Dienstleisters zufolge gerade in Windows-Umgebungen häufig.

CBL Datenrettung erklärt nach einem Blick auf seine internen Statistiken, dass “in etwa 30 Prozent der Fälle der Schaden durch falsche Reaktionen der Systembetreuer vergrößert wird.” Meist liege eine Verwechslung der Festplatten beim Wiederaufbau eines RAID vor. Versehentlich werde eine “gesunde” Platte getauscht oder die Konfiguration zerstört, weil die Reihenfolge der Platten im RAID-Verbund geändert werde.

Anwenderfehler bei RAID sind laut CBL Datenrettung für ein Drittel aller Datenverluste verantwortlich (Bild: Shutterstock / kubais)

Als Beispiel nennt CBL “dass eine mitlaufende Hotspare-Ersatzplatte als Teil des RAIDs mitgezählt und das RAID mit der falschen Zahl an Platten wiederaufgebaut wird”. Das mache immerhin 10 bis 15 Prozent der zur Diagnose eingereichten Fälle aus.

Auch ein schlichter Bedienfehler wie die Verwechslung von Initialisierung (initialize) und Wiederaufbau (rebuild) kommen vor: Die Initialisierung kann dabei zu einem unwiederbringlichen Überschreiben der Daten führen.

Besonders bei RAID-Servern unter Windows könne es haarig werden: “Der versehentliche oder unwissende Gebrauch von Checkdisk kann die innere Logik von RAIDs zerstören, da dieses Programm nur einzelne Festplatten kennt”. Der Dienstleister empfiehlt daher: “Bei RAIDs, die unter Windows laufen, ist es unerlässlich, den automatischen Start von Checkdisk abzuschalten, damit es zum Beispiel beim Hochfahren nach einem Stromausfall keine Änderungen an den Platten vornimmt.”

Ein Backup sei zudem trotz RAID-Absicherung unerlässlich. Wird der Rebuild der Daten in einem schon angeschlagenen System durch äußere Einflüsse, zum Beispiel einen Stromausfall, unterbrochen, ist das RAID ganz zerstört. Und ist es auf normalen PC-Festplatten aufgebaut, die nicht für Dauerbetrieb ausgelegt sind, ergibt sich während eines Rebuild eine besondere Belastung für die verbliebenen Platten: Die über Stunden gehenden Schreib-Lese-Aktivitäten können leicht zu einer Überhitzung führen und den gefürchteten Ausfall einer zweiten Platte verursachen.

Datenretter können den Inhalt dann nur noch über ein Zusammenfügen von Datenfragmenten aus verbleibenden Datenträgern wiederherstellen. Scheitert der Wiederherstellungsversuch, solle man auf keinen Fall einen weiteren RAID-Rebuild starten, warnt CBL: das richte noch mehr Schaden an. Man solle die defekten Platten zur Rekonstruktion lieber gleich an den Dienstleister schicken, bringt sich CBL ins Spiel. Die Diagnose sei kostenlos, eine Rechnung werde nur gestellt, wenn die Wiederherstellung der vom Kunden benötigten Zieldaten erfolgreich war.

Weil die Wiederherstellung, wenn möglich, gerade bei RAID-Systemen und der jeweils genutzten Logik, sehr aufwändig sein kann, verweist CBL Datenrettung darauf, erst nach der Analyse einen konkreteren wahrscheinlichen Preis der Rekonstruktion nennen zu können. In einen Kostenvoranschlag fließen die genutzten Mittel und der voraussichtliche Zeitaufwand zur Beseitigung des “Datensalats” ein. Ist eine Rekonstruktion laut Analyse nicht oder kaum möglich, wollen die Dienstleister auch das sagen.

Tipp der Redaktion: Einzelne Festplatten zu einem RAID zusammenzuschließen, sorgt für Datensicherheit und mehr Geschwindigkeit. Doch worin unterscheiden sich die einzelnen RAID-Level und was gilt es beim Aufbau eines RAID zu beachten? ITespresso.de bringt Licht ins Dunkel .

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