Start-UpUnternehmen

In Hildesheim geht die erste StreetPong-Ampel in Betrieb

4 0 2 Kommentare

Aus einem vor zwei Jahren vorgestellten Projekt der Fakultät Gestaltung der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim wurde das Start-up Urban Invention. Am Dienstag macht es einen großen Schritt vorwärts: Dann wird die erste Ampelanlage mit StreetPong den Testbetrieb aufnehmen. Wartende können über die Straße hinweg miteinander spielen.

Am Dienstag kommender Woche nimmt an einer Kreuzung am Goschentor 1 in Hildesheim der weltweit erste Prototyp von StreetPong den Testbtrieb auf. Dann können Personen, die an der Ampel warten müssen, über einen kleinen Bildschirm an der Ampel mit ihrem Gegenüber eine Variante des Spielklassikers Pong spielen. Diese Idee hatten die beiden Studenten Holger Michel und Sandro Engel von der Fakultät Gestaltung der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Hildesheim 2012 in einem kurzen Videoclip präsentiert, in dem die Situation täuschend echt simuliert wurde.

Letzter Test von StreetPong vor der Inbetriebnahme kommende Woche in Hildesheim (Bild: HAWK).

Auf dieser Grundlage haben Sandro Engel und Amelie Künzler in den vergangenen beiden Jahren dann das tatsächlich funktionierende Produkt entwickelt und gemeinsam ein Start-up gegründet. Während die Video-Präsentation aus einer Synthese von Animation und Realbild bestand, die am Rechner entwickelt und auf den mit Green Screen gefilmten Ampeltaster projiziert wurde, muss sich das tatsächliche StreetPong nun vier Wochen im Hildesheimer Herbstwetter bewähren. Freigeschaltet wird die Anlage für den Testbetrieb von HAWK-Präsidentin Christiane Dienel sowie Oberbürgermeister Ingo Meyer.

Für das, was dann, wenn sich die beiden das erste reale StreetPong-Duell liefern werden, so einfach aussehen wird, mussten Engel und Künzler mit ihrem Start-up Urban Invention zahlreiche Hürden nehmen. Die waren nicht nur technischer Natur. Schließlich spielen bei einem so nah am Straßenverkehr angesiedelten Projekt auch Sicherheitsfragen und gesetzliche Regelungen eine wichtige Rolle. Nicht umsonst erklärten die beiden Erfinder der Idee bei deren Vorstellung: “Das Spiel selbst ließe sich relativ einfach programmieren. Aber die Genehmigung, eine Ampelanlage umzufunktionieren, hätten wir natürlich nie bekommen.”

Vielleicht auch aufgrund der enormen Aufmerksamkeit, die ihre Idee damals weit über Deutschland hinaus erhalten hat, ist das jetzt anders. Nun erklärt die Stadt in einer Pressemitteilung stolz, man habe das Projekt von Anfang an unterstützt. Tatsächlich standen Mitarbeiter des Fachbereichs Tiefbau und Grün dem Team von Urban Invention mit Rat und Tat zur Seite. Jetzt stellt die Stadt nicht nur eine Ampelanlage für die vierwöchige Testphase zur Verfügung, sondern leistete auch beim Anbau der StreetPong-Prototypen Unterstützung.

StreetPong wird während der Rotphase für Fußgänger gespielt. Dazu ist an zwei gegenüberliegenden Ampelmasten ein Touchscreen angebracht. Darauf sind zwei Balken zu sehen, von denen einer vom Spieler mit dem Finger nach links und rechts bewegt werden kann. Trifft er mit seinem Balken auf einen von oben nach unten hin- und her-fliegenden Ball, lenkt er diesen ab. Erwischt er den Ball nicht, bekommt der Mitspieler einen Punkt.


STREETPONG from HAWK Hildesheim on Vimeo.

Aus dieser per Video 2012 präsentierten Idee wurde jetzt das Start-up Urban Invention, dass am Dienstag in Hildesheim den Testbetrieb seines ersten echten StreetPong-Spiels aufnimmt.

Journalist, Chefredakteur von ITespresso.de. Sucht immer nach Möglichkeiten und Wegen, wie auch kleine Firmen vom rasanten Fortschritt in der IT profitieren können. Oder nach Geschäftsmodellen, die IT benutzen, um die Welt zu verbessern - wenigstens ein bisschen.

Folgen