Mali: ARM erweitert Angebot an Grafikchips

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ARM wendet sich mit dem Mali T860 mit 4K-Support an die obere Smartphone-Mittelklasse. Mit dem Chip will es zu Qualcomms Adreno und Imaginations PowerVR aufschließen. Durch zwei kompaktere Designs sollen Anteile an den stark wachsenden Segmenten gewonnen werden.

ARM hat neue Grafikchips der Mali-Reihe angekündigt. Für Smartphones der oberen Mittelklasse hat der britische Chip-Designer den Mali T860 gedacht. Die GPU unterstützt 4K-Videos und liefert eine größere Effizienz als frühere Modelle. ARM hat zudem die Modelle T830 und T820 vorgestellt. Sie sollen bei gleich bleibender Stromaufnahme mehr Leistung bieten als ihre Vorgänger.

Die GPU Mali-T860 ist für die obere Smartphone-Mittelklasse bestimmt (Grafik: ARM)
Die GPU Mali-T860 ist für die obere Smartphone-Mittelklasse bestimmt (Grafik: ARM)

Die beiden GPUs T830 und T820 zeichnen sich durch ihre kompakte Bauweise aus. Voraussichtlich Ende 2015 sollen alle drei Halbleiter-Designs zum ersten Mal in Endgeräten zum Einsatz kommen.

Darüber hinaus hat ARM den Videochip Mali-V550 sowie einen Display-Prozessor mit dem Namen Mali-DP550 angekündigt. Wie sein Vorgänger lässt sich der Mali-V550 von 1080p bei 60 fps bis auf 4K120 auf einem einzelnen Kern skalieren. Er unterstützt jüngste Standards wie Dekodieren von HEVC mit 8 und 10 Bit sowie Kodieren mit HEVC 8-Bit.

Trina Watt, Vizepräsident für Solutions Marketing bei ARM, erklärte, dass die Grenzen zwischen den Geräteklassen zunehmend verwischen, daher müsse der Chip-Designer vom Einsteiger-Tablet über Mittelklasse-Smartphones bis zum High End alles abdecken. “Entstehende Unterklassen bescheren uns die Möglichkeit der Diversifizierung und viele Partner. Das Ziel war es, Mali auf die nächste Ebene zu bringen und das Premium-Angebot zu vergrößern, aber uns auch auf größere Volumen zu fokussieren. Das Vordringen von Innovationen in den Mainstream-Bereich birgt großes Potenzial.”

ARM könnte aufgrund der neuen Designs stärker vom Wachstum der sich erst am Anfang ihrer Entwicklung befindlichen Märkte profitieren. In diesen Ländern dominieren vor allem preisgünstige Tablets und Smartphones. Vor kurzem hat IDC prognostiziert, dass der Absatz von Smartphones dort um 32 Prozent zulegen wird, während der Absatz in reiferen Märkten um nur 5 Prozent steigen soll.

Entwicklung des Mobilmarkts und seiner Segmente (Grafik: ARM)
Entwicklung des Mobilmarkts und seiner Segmente (Grafik: ARM)

Analyst Matthew Ramsay von Canaccord Genuity glaubt, Mali werde “ein immer wichtigerer Teil von ARMs Geschäft”. GPUs, die ursprünglich nur für Grafikberechnungen eingesetzt wurden, kommen immer öfters auch für Rechenaufgaben zum Einsatz – auch in Smartphones.

Der zunehmenden Bedeutung von GPUs trug ebenfalls ARMs Präsentationsweise Rechnung: Erstmals führte es eine ganze Palette neuer Grafiktechniken auf einen Schlag ein. ARM-Manager Steve Steele erklärte, das liege daran, dass man nie zuvor Grafiktechniken so stark integriert habe wie jetzt bei den GPUs und den beiden neuen Prozessoren. Kunden werde es somit möglich sein, noch schneller als früher neue Geräte zu entwickeln.

2006 hatte ARM die Mali-Reihe gestartet. 2013 setzte der Hersteller 400 Millionen Grafikchips mit diesem Design ab. Ein Jahr zuvor waren es noch 150 Millionen. Samsung und der taiwanische Chiphersteller Mediatek verwenden unter anderem die Mali-Reihe. Allerdings gilt Qualcomms Konkurrenzplattform Adreno als technisch führend bei Mobilgrafik. Apple verwendet für seine iPhones die PowerVR-Technik von Imagination.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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