Doob startet Serienproduktion eines 3D-Körperscanners

DruckerWorkspace
Business- Doobs

Der Dienstleister um den dreidimensionalen Scan und Druck produziert seine Technik nun im eigenen Haus und liefert sie an Partner. Die sollen dann in unterschiedlichen Städten die Massenproduktion von 3D-Objekten anbieten. Der “Dooblicator” genannte 3D-Scanner enthält viele Fotoapparate und liefert aus den aus zahlreichen Blickwinkeln aufgenommenen Bildern schnell 3D-Daten.

Die Düsseldorfer Doob Group AG setzt ihre Expertise im Scannen und Erzeugen dreidimensionaler Objekte in Produkte um, die helfen sollen, selbst in die Massenproduktion einzusteigen – ohne dass man dafür einen Experten für 3D-Software braucht. Nun startet Doob die Serienproduktion des 3D-Fotogrammmetrie-Scanners “Dooblicator”.

Dooblicator-Scanner
Wie eine Umkleidekabine sieht der 3D-Vollkörpersanner “Dooblicator” aus (Bild: Doob AG).

Die Technik dahinter ist eine modernisierte Umsetzung einer Berechnungsweise, die bereits im vorigen Jahrhundert zur Fernvermessung von Objekten und für Kartenmaterial, sowie das Modellieren von Büsten verwendet wurde.

Das berührungslose Vollkörper-Scan-System erkennt komplexe Oberflächenstrukturen sehr schnell. Dazu sind in einem Dooblicator bis zu 64 Kameras enthalten, deren Fotos dann mit passenden Algorithmen in 3D-Koordinaten umgewandelt werden. Ein Mensch sei damit in 0,01 Sekunden präzise in 3D-Daten erfasst, erklärt Doob-Group-Chef Edwin Davis. Die Software dazu biete man Partnern künftig als Plattform an.

Das Unternehmen startete 3D-Scan- und Druck-Dienstleistungen bereits als Agentur für Marken wie Dr. Oetker und Samsung und begann danach den Aufbau eigener 3D-Center in Düsseldorf, Berlin, New York, Los Angeles und Tokio. Die jetzt entwickelten, 3D-Services ür Unternehmenskunden will die Firma nun in Massenmarktprodukte weitertragen.

Business- Doobs
Die “Business Doobs” sind schnelle 3D-Druck-Duplikate gescannter Menschen (Bild: Doob AG).

Auch an 3D-Drucker wolle man sich selber wagen, wenn demnächst das Patent von 3D-Systems für das Druckmaterial auslaufe – und die “Filaments” (Druckmaterialien) dann günstiger würden. Mit verschiedenen japanischen Druckerherstellern sei man deshalb schon in Kontakt getreten, erklärt Firmensprecher Thomas Huber.

Über Partnerprogramme will man die Dienstleistungen auch über Dritte anbieten. Mit einer eigenen Systemplattform versetze man den Anbieter in die Lage, tausende von Scans im Monat zu erzeugen und entsprechende Produkte wie 3D-Figuren zu erstellen. Bei den vorhandenen Doob-Centern kostet derzeit ein “Doob” (ein Duplikat eines Menschen) in 10 Zentimeter Größe 99 Euro, in 15 Zentimeter 199 Euro und in 20 Zentimeter 279 Euro. Große Figuren sind auch in 25 Zentimeter Höhe (399 Euro), 30 Zentimeter (599 Euro) und 35 Zentimeter (899 Euro) zu haben. Alle Objekte sind bereits farbig. Extras – etwa Haustiere oder Haushaltsgeräte – sind für mehr Geld und verbilligte Reprints (20 Prozent Nachlass) sind ebenfalls erhältlich. 3D-Kopien von kleinen Objekten gibt es schon ab 50 Euro.

Einen Vertrieb des Scanners an Konsumenten plant Doob noch nicht. Wer jedoch jetzt in die Produktion der Doubles einsteigen will, kann mit einer entsprechenden Anfrage Preise für Doobs je nach gewünschtem Projektumfang oder für Scanner und Zusammenarbeit verhandeln.

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