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BSA lobt Belohnung für Hinweise auf unlizenzierte Software aus

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Der Verband der Software-Branche überträgt damit in anderen Ländern offenbar erfolgreiche Kampagnen auf Deutschland. Die Obergrenze für eine Belohnung liegt bei 10.000 Euro. Der tatsächliche Betrag hängt von den Umständen des Hinweises und der Schadensersatzzahlung durch das angeprangerte Unternehmen ab.

The Software Alliance (BSA) bietet Personen, durch deren Hinweise der Verband oder seine Mitglieder der unlizenzierten Nutzung von Software in Firmen auf die Schliche kommen, nun eine Belohnung von bis zu 10.000 Euro an. Wie hoch der Geldbetrag, der ausgezahlt wird letzendlich ist, hängt von der Höhe der Schadensersatzzahlung ab, die durch das erwischte Unternehmen geleistet wird und bemisst sich auch nach den Umständen des Hinweises. Welche Faktoren hier genau eine Rolle spielen, hat der Verband indes noch nicht näher erläutert.

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“Laut der letzten Studie der IDC ist immer noch jedes vierte Softwareprogramm in Deutschland unlizenziert. Unterlizenzierung ist kein Kavaliersdelikt und verursacht hohe wirtschaftliche Schäden. Wir sind daher der Meinung, dass es auch in Deutschland belohnt werden sollte, wenn Personen die Zivilcourage besitzen und gegen gewerbliche Urheberrechtsverletzungen vorgehen, indem sie diese anzeigen”, wird Georg Herrnleben von der BSA in einer Pressemitteilung zitiert.

In Deutschland ist es das erste Mal, dass die BSA eine derartige Belohnung offeriert. In den USA, Großbritannien, den Niederlanden und der Tschechischen Republik arbeitet sie allerding schon länger damit. Wie die BSA mitteilt, habe die Erfahrungen in diesen Ländern gezeigt, “dass Belohnungen zu einem sprunghaften Anstieg von Hinweisen auf unlizenzierte Software in Unternehmen führen.”

Viele Facebook-Nutzer bringen auf der Seite der BSA zur nun gestarteten Kampagen ihre ablehenden Haltung zum Ausdruck.  Vor allem die Bewerbung mit dem begriff Zivilcourage steht dab ei im Mittelpunkt der Kritik (Screenshot: ITespresso).
Viele Facebook-Nutzer bringen auf der Seite der BSA zur nun gestarteten Kampagen ihre ablehenden Haltung zum Ausdruck. Vor allem die Bewerbung mit dem Begriff Zivilcourage steht dabei im Mittelpunkt der Kritik (Screenshot: ITespresso).

Die Auszahlung der Belohnung ist allerdings an einige Bedingungen geknüpft. Erstens ist die Höhe auf maximal zehn Prozent der Schadensersatzzahlung begrenzt und bei 10.000 Euro gedeckelt. Außerdem zahlt BSA die Belohnungen nur für Hinweise, die zu einem für die BSA oder ihre Mitgliedsfirmen erfolgreichen Urteil oder Vergleich führen. Die Identität des Hinweisgebers verspricht die BSA geheim zu halten.

“Wenn ein fundierter Hinweis bei uns eingeht, ergreifen wir die notwendigen rechtlichen Mittel gegen das betroffene Unternehmen. Dies können zivilrechtliche aber auch strafrechtliche Maßnahmen sein, die uns ermöglichen, den Hinweis aufzuklären und die notwendigen Beweise zu sichern”, so Herrnleben. Allerdings käme es “aufgrund der klaren Sach- und Rechtlage” häufig bereits außergerichtlich zu Schadensersatzzahlungen und einer vollständige Lizenzierung der eingesetzten Software.

Die Kampagne macht die BSA unter anderem auf Facebook bekannt. Dort stößt die Initiative bislang in erster Linie auf Ablehnung. Nutzer kritisieren die mit dem Slogan “Zivilcourage zahlt sich aus! Melde jetzt unlizenzierte Software und kassiere eine Belohnung!” beworbene Aktion heftig. Dort heißt es etwa: “Das ist nicht Zivilcourage, das ist Denunziantentum”, “Stasi 2.0” oder “Herr Gauleiter ich möchte Meldung machen……”.

Neben der offensichtlichen generellen Ablehnung für lizenzpflichtige Software steht vor allem der hergestellte Bezug zur Zivilcourage im Mittelpunkt der Kritik: “Gestern lief auf 3sat eine Reportage über Zivilcourage. Guckt sie euch mal an und dann wisst ihr was Zivilcourage wirklich bedeutet”, beschwert sich etwa ein Nutzer. Ein weiterer Nutzer schlägt in dieselbe Kerbe, indem er erklärt: “Zivilcourage ist nicht das Anzeigen von Nutzung illegaler Software! Nichts dagegen das illegale Copies von teurer Software im professionellen Bereich angezeigt gehören – aber dann bitte die Anzeige umbenennen !! Anonym – “Anzeigen zahlt sich aus” .. offen – ” Falsche Loyalität zahlt sich nicht aus”, empfiehlt ein andrer. Wer sich an der Diskussion beteiligen will, sollte allerdings bedenken, dass aufgrund der Facebook-Bestimmungen in den meisten Fällen der Klarname angezeigt wird und sich daher im Gegensatz zu vielen der bisherigen Kommentatoren offene Beleidigungen und Fragen zu technischen Details bei der Nutzung unlizenzierter Software verkneifen.

Journalist, Chefredakteur von ITespresso.de. Sucht immer nach Möglichkeiten und Wegen, wie auch kleine Firmen vom rasanten Fortschritt in der IT profitieren können. Oder nach Geschäftsmodellen, die IT benutzen, um die Welt zu verbessern - wenigstens ein bisschen.

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