Google verteilt Android 5.0 Lollipop in den nächsten Wochen

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Android 5.0 Lollipop (Bild: Google)

Die neue Version von Googles Mobilbetriebssystem erhalten nicht nur Nutzer der neu präsentierten Geräte Nexus 6, Nexus 9 und Nexus Player, sondern auch die Besitzer von Nexus 4, 5, 7 und 10. Android 5.0 Lollipop kommt auch für Geräte der Google Play Edition.

Google hat die nächste Version seines Mobilbetriebssystems offiziell vorgestellt. Sie trägt den Namen Android 5.0 Lollipop. Das Unternehmen verteilt es nicht nur an die neuen Geräte Nexus 6, Nexus 9 und Nexus Player, sondern auch die älteren Modelle Nexus 4, 5, 7 und 10 sowie an Smartphones und Tablets der Google Play Edition. Auch das Nexus 7 aus 2012 erhält das Update. Es soll in den nächsten Wochen verfügbar sein.

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Ab kommenden Freitag steht eine Developer-Version für Nexus 5 und Nexus 7 (2013) zum Download bereit. Der Konzern führt mit Android 5.0 Lollipop eine neue Benutzeroberfläche ein. Sie soll auch für Webanwendungen genutzt werden. Die einheitliche Oberfläche für Web-Apps und Android hat Google Material Design genannt.

Entwickler können für ihre Apps eigene Farbthemen festlegen. Darüber hinaus lassen sich mit Material Design einzelne Elemente der Oberfläche durch Schatten räumlich hervorheben. Es ist zudem möglich, die Größe von Elementen dynamisch anzupassen. Neu sind auch größere weiße Flächen zwischen den Elementen und zusätzliche Animationen, beispielsweise beim Wechseln zwischen Anzeigen oder als Touch-Feedback. Weitere Details zeigt Google auch in einem Video.

Webentwickler, die Material Design in ihre Apps einbauen wollen, können dafür das User-Interface-Toolkit Polymer verwenden. Es unterstützt Google zufolge die aktuellen Versionen aller wichtigen Browser. “Wir wollten eine einheitliche Optik für Mobile, Desktop und darüber hinaus, etwas klares, einfaches, das die Menschen intuitiv verstehen”, sagte Matias Duarte, Vizepräsident für Design bei Google.

Das Material Design von Android 5.0 Lollipop erlaubt es Entwicklern, verschiedene Elemente ihrer Apps durch Schatten räumlich hervorzuheben (Bild: Google).
Das Material Design von Android 5.0 Lollipop erlaubt es Entwicklern, verschiedene Elemente ihrer Apps durch Schatten räumlich hervorzuheben (Bild: Google).

Der Konzern will mit dem einheitlichen Design außerdem den Zugang für Nutzer zu seinen Diensten erleichtern. Dabei soll es keine Rolle spielen, ob sie per Browser, Chrome OS und oder mit einem Android-Gerät auf sie zugreifen. Bereits im Sommer solle das Material Design in Googles eigene Apps und Dienste genutzt werden, so Duarte weiter.

Android 5.0 Lollipop ist nicht nur mit einer neuen Oberfläche, sondern auch mit neuen Funktionen ausgestattet. Beispielsweise verfügt es über einen Energiesparmodus für Nutzer, die ihr Smartphone längere Zeit nicht laden können. Zudem zeigt der Sperrbildschirm künftig mehr Informationen über verpasste Nachrichten oder anstehende Termine an. Darüber hinaus hat Google einen “Bitte nicht stören”-Modus eingeführt und stellt Entwicklern neue Werkzeuge zur Verfügung, mit denen sie den Stromverbrauch ihrer Anwendungen senken können.

Android 5.0 Lollipop: Benachrichtigungsanzeige mit Interaktionsmöglichkeit (Bild: ZDNet.de)
Android 5.0 Lollipop: Benachrichtigungsanzeige mit Interaktionsmöglichkeit (Bild: ZDNet.de)

Ebenfalls neu ist die Anzeige von Benachrichtigungen außerhalb der Statusleiste. Android 5.0 zeigt sie in einem Pop-up-Fenster an, das die aktuell geöffnete Anwendung überlagert, und bietet Interaktionsmöglichkeiten. Somit können Nutzer einfacher auf Benachrichtigungen zugreifen, wenn sie gerade eine Vollbild-App wie ein Spiel verwenden. Sie lassen sich per Fingerwisch auch ignorieren. Es können außerdem bestimmte Apps von dieser Funktion ausgeschlossen werden.

Die Leistung der Apps wird durch die neue Laufzeitumgebung Android Runtime fast verdoppelt. Sie ersetzt die bisherige Dalvik-Software. In Android 4.4 KitKat kommt bereits ein erster Prototyp zum Einsatz. Dieser ist allerdings nicht ab Werk aktiviert. Anfänglich verursachte er noch Kompatibilitätsprobleme, die jetzt aber behoben sein sollen. ART funktioniert auch mit 64-Bit-Chips. Die Laufzeitumgebung unterstützt aber nicht nur die 64-Bit-ARMv8-Architektur, sondern auch die 64-Bit-Architektur von Intel und AMD und sogar MIPS64 des Chipentwicklers MIPS.

Mit Android 5.0 Lollipop führt Google darüber hinaus eine Diebstahlsicherung ein. Diese geht auf Forderungen mehrerer US-Staaten zurück. Apple hat als einer der ersten Hersteller bei iOS-7 seine Mobilgeräte mit einem Diebstahlschutz ausgestattet. Ohne Authentifizierung kann ein Dieb ein gestohlenes iPhone oder iPad nicht nutzen.

Mehrere große Anbieter von Mobilbetriebssystemen und Smartphones sowie die fünf größten Mobilfunkprovider in den USA hatten im April die Einführung einer Diebstahlsicherung angekündigt. Die Unternehmen reagieren damit auf Pläne mehrerer Bundesstaaten und Städte, die einen “Kill Switch” für mobile Geräte gesetzlich vorschreiben wollen. Bis Juli 2015 soll jedes Gerät über eine Diebstahlsicherung verfügen.

[mit Material von Kai Schmerer, ZDNet.de]

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