Leistungsschutzrecht schadet Google offenbar nicht

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Google Suche (Bild: Google)

Eine Untersuchung von AT Internet zeigt: Durch das deutsche “Leistungsschutzrecht für Presseverleger” ändert sich nichts an der Verteilung der Anteile am Markt für Suchmaschinen. Im Gegensatz zum beabsichtigten Ergebnis schafft es sogar Zuwächse für Google – und eventuell sogar Einbußen für Verleger.

Das Leistungsschutzrecht, das der Bundestag voriges Jahr mit knapper Mehrheit durchgewinkt hat, um Verleger vor der ihrer Meinung nach unberechtigten Verwertung ihrer Inhalte durch Google News und andere Suchdienste zu schützen, dreht sich ins Gegenteil, meint Web-Analsye-Unternehmen AT Internet. Googles Marktanteile kletterten seither von 92,8 auf 94 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Suchmaschinenbarometer des Analyse-Unternehmens hervor.

Suchmaschinen in Deutschland
Trotz Leistungsschutzrecht bricht Googles Marktmacht nicht: Dessen Anteil am Such-Traffic ist hierzuande sogar auf 94 Prozent gestiegen (Bild: AT Internet).

Die in der VG Media vertretenen Verlage wollten von Google Geld für die Veröffentlichung von Textausschnitten. Der Suchmaschinenbetreiber stellte die Verleger vor die Auswahl, sogar Auszüge ihres Contents zu kaufen oder ganz auszublenden. Nachdem das Bundeskartellamt den protestierenden Verlegern eine Abfuhr erteilt hatte, erteilten einige Publisher die von Google angefragte Genehmigung, andere jedoch nicht. Die Inhalte der sich verweigernden Verlage erscheinen nun weder in Google noch in T-Online, Web.de oder GMX.

Schätzungen von AT Internet zufolge sind nur noch 60 Prozent der deutschen Verlagsportale bei Google gelistet. Aber auch ohne den Inhalt der vierzig weggefallenen Prozent konnte der Suchmaschinengigant Traffic-Anteile hinzugewinnen. Microsofts Suchmaschine Bing schaffte es im August 2014 noch auf den zweiten Platz, Yahoo auf den dritten, T-Online auf den vierten und Web.de auf den fünften. Keiner davon überwand jedoch die Fünf-Prozent-Hürde. Die Suchmaschine Ask fällt dieses Jahr ganz aus der Liste.

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