2017 ist die Hälfte der Weltbevölkerung online

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Die Vereinten Nationen haben Zahlen zum Status der weltweiten Breitbandvernetzung vorgelegt – und darauf basierende Prognosen abgegeben. Dem “State of Broadband”-Report zufolge kommen inzwischen die meisten aktiven Online-Nutzer aus Europa. Vor allem für die armen Länder sieht er großen Nachholbedarf – und betont die Bedeutung des Internets für die weitere Entwicklung.

Die UN-Breitbandkommission hat die aktuellste Auflage ihres jährlich erscheinenden Berichts “State of Broadband” vorgelegt. Demnach hat sich in der gesamten Menschheitsgeschichte keine Entwicklung so schnell weltweit durchgesetzt, wie der Trend zum Breitband-Internet-Zugang. Derzeit sind bereits über 40 Prozent der Weltbevölkerung online. Bemerkenswert ist dabei, dass mehr als dreimal so viele mobile Breitbandverbindungen wie konventionelle Festnetz-Zugänge aktiv sind.

Der Report liefert auch landesspezifische Daten. So sind in Südkorea etwa schon 98 Prozent der Haushalte mit schnellen Leitungen vernetzt. Vergangenes Jahr führte die Nation bereits mit 97 Prozent die Liste an. Bei der Abdeckung von Breitbandzugängen mit einem traditionellen Festnetzanschluss führt Monaco mit 44,7 Prozent der Bevölkerung vor der Schweiz (43 Prozent) und Dänemark (40,02 Prozent). Deutschland liegt mit 34,6 Prozent auf Rang zehn. Insgesamt sind bereits 77 Länder mit mehr als 50 Prozent Internet-verbundener Einwohner gelistet, 2013 waren es noch 70.

Interessant ist auch die Entwicklung bei aktiven, mobilen Breitband-Verträgen pro Person. Hier führt nach wie vor Singapur (1,35 Breitband-Verträge pro Einwohner) vor Finnland (1,23) und Japan (1,20).

ITU-Prognose zur weltweiten Entwicklung von Breitbandanschlüssen (Grafik: ITU/State of Braodband Report).
ITU-Prognose zur weltweiten Entwicklung von Breitbandanschlüssen (Grafik: ITU/State of Braodband Report).

Die Kommission unterscheidet zudem zwischen vorhanden Zugang und dessen aktiver Nutzung: Die Top Ten der Nationen mit der intensivsten Internet-Nutzung pro Einwohner sind inzwischen europäisch, angeführt von Island mit 96,5 Prozent der Bürger. Es folgen die skandinavischen Länder Norwegen, Schweden, Dänemark, sowie auf den Plätzen fünf, sieben, acht und zehn die kleinen europäischen Länder Andorra, Liechtenstein, Luxemburg und Monaco. Außerdem sind in den Top Ten auf den Plätzen sechs und neun noch die Niederlande und Finnland vertreten. Deutschland rangiert hier nach Korea und den USA auf Platz 20. Deutschland rangiert in dieser Liste abgeschlagen mit 0,47 mobilen Breitbandanschlüssen pro Einwohner auf Platz 44 – hinter der Tschechischen Republik und direkt vor der Schweiz.

Die geringsten Werte finden sich in afrikanischen Ländern. In Äthiopien haben nur 1,9 Prozent der Haushalte einen Zugang zum Internet, im Niger und in Sierra Leone 1,7 und in Guinea 1,6 Prozent. Weniger als 1,5 Prozent verzeichnen Somalia, Burundi und Eritrea. Auch im sonst fortschrittlichen Asien finden sich schlecht vernetzte Länder wie Indonesien (5,7 Prozent), Kambodscha (5,5 Prozent) und Myanmar (1,2 Prozent).

Die UN will die Wirtschaft der am wenigsten entwickelten Länder (Liste hier als PDF) mit Internet ankurbeln – das “mächtiges Werkzeug, das die Menschheit je hatte” soll Entwicklungslücken der ärmsten Länder schließen. Darüber, wie die UN das Problem angehen will, hat sie aber noch nichts veröffentlicht: Ein Maßnahmenkatalog wird gerade erstellt.

ITU-Prognose zur weltweiten Entwicklung mobiler Breitbandanschlüsse (Grafik: ITU/State of Braodband Report).
ITU-Prognose zur weltweiten Entwicklung mobiler Breitbandanschlüsse (Grafik: ITU/State of Braodband Report).
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