Praxistest: Penclic – der Stift ist eine Maus

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Die Penclic des gleichnamigen schwedischen Herstellers sieht aus wie ein Füller mit Standfuß, ist aber eine Computer-Maus. Sie soll schmerzgeplagte Hände entlasten und besonders effizientes Arbeiten ermöglichen. Ob das gelingt, zeigt der Praxistest von ITespresso.

Wieder mal ein neuer Maus-Typ? Als ob es nicht schon genug Mäuse, Trackballs, Touch-Pads, Fußschalter und andere Eingabegeräte gäbe. Das ist wohl der erste Gedanke, wenn man die Penclic zum ersten Mal sieht. Doch das Konzept der Penclic hat Hand und Fuß. Denn das gleichnamige schwedische Unternehmen hat sich auf ergonomische Peripherie-Produkte für den PC spezialisiert und versteht sein Geschäft.

Nach wie vor scheint nicht nur der ständige Umgang mit Smartphones und Tablets, sondern auch das intensive Arbeiten am PC mit Maus und Tastatur eine ziemlich gesundheitsgefährdende Tätigkeit zu sein. Klagten Büroarbeiter früher nur über Rückenschmerzen, sind im PC-Zeitalter Schmerzen in der Hand oder im Arm hinzugekommen.

Beschwerden wie der gefürchtete “Mausarm”, fachsprachlich als RSI (Repetitive Strain Injury) bekannt oder Karpaltunnelsyndrom sind mittlerweile schon als Berufskrankheiten anerkannt, wenn auch RSI-Beschwerden nach wie vor nur selten tatsächlich als Berufskrankheit anerkennt werden. Umso wichtiger ist es, als PC-Nutzer mit einer möglichst ergonomischen Gestaltung des Arbeitsplatzes selbst vorzubeugen.

Die USB-Variante Penclic Mouse D3 kostet 59 Euro. Das Kabel ist 1,6 Meter lang (Foto: Mehmet Toprak).
Die USB-Variante Penclic Mouse D3 kostet 59 Euro. Das Kabel ist 1,6 Meter lang (Foto: Mehmet Toprak).

So gesehen ist die Penclic als zusätzliche Option für ergonomiegeschädigte Büroarbeiter ein sehr sinnvolles Produkt. Zumal die Maus aus Schweden keineswegs als “medizinisches Produkt” daherkommt, sondern einfach ein schicke Mausalternative darstellt, die neben verbesserter Ergonomie auch besonders effizientes Arbeiten verspricht.

So funktioniert die Penclic

Die Penclic Mouse sieht auf den ersten Blick aus wie ein schwarzer Füllhalter im Schreibtisch-Ständer. Erst bei genauerem Hinsehen merkt man am Scroll-Rad und den zwei flachen Tasten auf der Vorderseite, dass es hier nicht ums Schreiben geht.

Das Scroll-Rad der Penclic lässt sich bei Bedarf auch als dritte Maustaste verwenden. (Foto: Mehmet Toprak)
Das Scroll-Rad der Penclic lässt sich bei Bedarf auch als dritte Maustaste verwenden (Foto: Mehmet Toprak).

Der vermeintliche Füllhalter ist mit einem beweglichen Kugelgelenk am Standfuß befestigt. Dieser ist wiederum nicht einfach ein Fuß, sondern agiert als optische Maus, die über die Schreibtischoberfläche bewegt wird. Der Stift wiederum dient als Anfasser, mit dem man die Maus über den Tisch schiebt. Neben dem Scroll-Rad befinden sich am Griffstück des Stifts zwei längliche Tasten, die als linke beziehungsweise rechte Maustaste fungieren.

In Betrieb genommen ist die Maus in wenigen Minuten. Man muss sie nur am USB-Anschluss einstecken und die Gerätetreiber werden installiert. Eine Extra-Software ist nicht nötig.

Ungewöhnlich ist, dass die linke Maustaste auf der rechten Seite sitzt. Man gewöhnt sich allerdings schnell daran, vor allem wenn man die Penclic mit der linken Hand hält. Das Scroll-Rad könnte gleichzeitig als dritte Maustaste dienen. Eine Software, mit der man die dritte Maustaste mit einer passenden Funktion belegen könnte, liegt allerdings nicht bei. Im Prinzip ist das auch gar nicht nötig, der Vorteil der Penclic soll ja in der ergonomischen Handhabung liegen.

Die Auflösung die Penclic lässt sich durch einen Schalter auf der Unterseite des Geräts einstellen. Sie variiert zwischen 1600 und 800 dpi. Als Standard-Setting sind 1200 dpi eingestellt.

Der Praxistest

Nun zur entscheidenden Frage: Wie macht sich die Penclic im Praxistest? Antwort: Die erste halbe Stunde ist schrecklich, dann geht es so irgendwie, und nach einigen Stunden macht es plötzlich Klick und die Arbeit mit der Penclic beginnt Spaß zu machen. Das Maus aus Schweden erfordert also mit Sicherheit eine gewisse Zeit der Einarbeitung und Gewöhnung.

Die Unterseite der Penclic verrät, dass es sich im Prinzip um eine normale optische Maus handelt (Foto: Mehmet Toprak).
Die Unterseite der Penclic verrät, dass es sich im Prinzip um eine normale optische Maus handelt (Foto: Mehmet Toprak).

Je nach feinmotorischer Begabung, kann diese Einarbeitungszeit ein paar Stunden oder ein paar Tage dauern. Danach erlaubt die Penclic tatsächlich sehr entspanntes und präzises Arbeiten. Entspannt deshalb, weil die Hand flach auf dem Tisch liegt und der stiftförmige Mauskörper durch das Kugelgelenk sich flexibel an die Stellung der Hand anpasst.

Bei entsprechend gewählter Auflösung und Geschwindigkeit fährt die Maus auch sehr schnell über den Bildschirm. Wie bei allen optischen Mäusen ist ein Maus-Pad nicht erforderlich, allerdings erzeugen die harten Kunststoffgleiter auf der Unterseite dann ein schabendes Geräusch auf der Tischplatte. Deshalb ist ein Maus-Pad zumindest nicht überflüssig.

Ob sich die Anschaffung der Penclic lohnt, kann der Anwender aber nur selbst entscheiden. Wer mit Maus oder Trackball bestens zurecht kommt, hat damit vielleicht schon die ergonomisch optimale Lösung gefunden und braucht keine Penclic.

Durch das Kugelgelenk passt sich das stiftförmige Gerät flexibel an die Stellung der Hand an. (Foto: Mehmet Toprak)
Durch das Kugelgelenk passt sich das stiftförmige Gerät flexibel an die Stellung der Hand an (Foto: Mehmet Toprak).

Das ITespresso-Fazit

Das ITespresso-Fazit fällt letztlich positiv aus. Je nach feinmotorischem Talent kann es zwar schon ein paar Stündchen oder Tage dauern, bis man mit dem Gerät zurechtkommt. Dann allerdings ist die Penclic durchaus ein Gewinn. Die Verarbeitungsqualität ist grundsätzlich gut. Andererseits ist das Eingabegerät wiederum nicht so robust, als dass es viele Jahre Nutzung verspräche. Aber das ist wohl dem Preispunkt geschuldet.

Verschiedene Versionen

Die Penclic Mouse ist in verschiedenen Versionen erhältlich. Es gibt zwei Versionen mit USB-Kabel, davon eine mit fünf und eine mit drei Tasten. Die 3-Tasten-Version Penclic Mouse D3 diente ITespresso als Testgerät.

Daneben bietet der Hersteller drahtlose Varianten an. Sie stellen die Verbindung zum PC entweder über eine herkömmliche Funkverbindung oder über Bluetooth her. Auch die drahtlosen Modelle sind als 3-Tasten- oder als 5-Tasten-Maus erhältlich. Durch den Wegfall des Kabels sind diese Modelle noch etwas bequemer in der Bedienung.

Die Penclic Mouse benötigt kein Maus-Pad, sie rutscht auf Kunststoffgleitern über die Tischplatte (Foto: Mehmet Toprak).
Die Penclic Mouse benötigt kein Maus-Pad, sie rutscht auf Kunststoffgleitern über die Tischplatte (Foto: Mehmet Toprak).

Die getestete Penclic D3 kostet 59 Euro, die Wireless-Version Penclic R3 Wireless kostet 69 Euro, die Bluetooth-Variante B3 ist für 89 Euro zu haben. Das ist nicht gerade billig: Doch, wer nach einer intensiven Arbeitswoche am Freitagvormittag Schmerzen in der Hand spürt, der wird diesen Preis gern bezahlen.

Tipp der Redaktion: Einen ausführlichen Test zu ergonomischen Tastaturen finden Sie in diesem ITespresso-Artikel. Einen Beitrag zu ergonomischen Eingabegeräte finden Sie hier.