Nokia Here für iOS und Android kommt bald

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Nokia Here Logo (Bild: Nokia)

Der finnische Anbieter will seine Kartenapplikation noch in diesem Jahr kostenlos verfügbar machen. Die Anwendungen sollen den kompletten Download von Karten für die Offline-Verwendung sowie die Suche ohne eine Internetverbindung ermöglichen. Nokia arbeitet daran, das zuletzt im Juni überarbeitete Design seines Kartendienstes weiter zu verbessern.

Nokia hat bestätigt, dass es seinen Kartendienst Nokia Here noch in diesem Jahr als kostenfreie Apps für iOS und Android verfügbar machen wird. “Wir gehen dahin, wo die große Zahl der Anwender ist”, erklärte Senior Vice President Sean Fernback gegenüber dem Wall Street Journal.

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Noch vor wenigen Tagen ließ eine Pressemeldung vermuten, die Android-App Here bleibe im Zuge einer exklusiven Partnerschaft mit Samsung den Galaxy-Smartphones des koreanischen Herstellers vorbehalten. Überdies kündigte Nokia seine Karten und Kartenplattformdienste ebenso für Tizen-basierte Smartphones und Wearables von Samsung einschließlich der just angekündigten Smartwatch Gear S an. Auf Windows Phone ist Here bereits vertreten.

Bei den marktführenden Mobilbetriebssystemen Android und iOS ist Nokia von der Genehmigung seiner App durch Google und Apple abhängig. Fernback sieht hier jedoch keine Hürden und erwartet gleichermaßen großes Interesse der Nutzer: “Ich bin sicher, dass die Leute nach Alternativen suchen. Google Maps ist eine gute Lösung für viele – ihre Karten funktionieren sehr gut. Aber es sieht aus wie schon immer und macht schon lange genau dasselbe.”

Nokia will sich daher vor allem durch einen größeren Funktionsumfang vom Kartendienst des Internetkonzerns abheben. Über die limitierte Offline-Funktionalität von Google Maps hinaus sollen beispielsweise der komplette Download von Karten für die Offline-Verwendung sowie die Suche ohne eine Internetverbindung möglich sein. Eine direkte Gewinnabsicht verfolgt der finnische Anbieter mit seinen Kartenanwendungen für Android sowie iOS offenbar nicht und hat auch keine Pläne, Werbeinserate neben den Suchergebnissen anzuzeigen. Die Rückmeldung zahlreicher Smartphone-Anwender könnte aber zu laufenden Verbesserungen führen.

Mit seinem Kartengeschäft richtet sich Nokia primär an Firmen, die Lizenzgebühren für die Verwendung seiner digitalen Kartenplattform zahlen, darunter Autohersteller und logistikorientierte Unternehmen wie FedEx und Amazon. Nachdem Nokia seine Handysparte an Microsoft abgetreten hat, sieht es keinen Grund mehr, sich nicht auch auf anderen Plattformen den Verbrauchern zuzuwenden.

Nokia-Manager Fernback räumte ein, dass seine 2012 veröffentlichte und später zurückgezogene Kartenapplikation für Apples iPhones alles andere als ausgereift war. Mittlerweile habe sich Nokia jedoch “neu aufgestellt”. Im Juni dieses Jahres stellten die Finnen ihren Kartendienst in einem überarbeiteten Design vor. Von den Änderungen bei der Farbgebung und Gestaltung versprachen sie sich eine intuitivere Bedienung sowie bessere Lesbarkeit seiner Karten.

“Die besten Karten entfernen unnötige Elemente, um die Antwort klar zu illustrieren”, erläuterte dazu Here-Chefdesigner Peter Skillman. “Das war unser primäres Ziel bei unseren Redesign-Bemühungen – wir wollen Informationen auf eine Weise darstellen, die für die Leute Sinn ergibt und der sie einfach folgen können.”

An zusätzlichen Verbesserungen arbeitet Nokia bereits. Im Gespräch mit ZDNet.com wollte Sean Fernback jedoch noch keine Details preisgeben und sagte lediglich: “Alle digitalen Karten sehen gleich aus. Ob Sie sich die Karten im Web, auf einem portablen Gerät oder einem Mobilgerät ansehen, ob bei uns, bei Google oder Garmin – sie sehen alle gleich aus. Ich kann nur sagen, hier bietet sich eine Chance.”

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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