SAP bekommt US-Patent auf faltbares Mobilgerät

MobileNotebookPolitikRecht

Es wurde im Januar 2013 eingereicht und jetzt gewährt. Als Erfinder sind in den Unterlagen der US-Patentbehörde Tatjana Pfeifer und SAP genannt. Über unterschiedliche Faltungen lassen sich mit dem Gerät unterschiedliche Modi und Funktionen aufrufen. Was SAP mit dem Patent vorhat, ist allerdings noch weitgehend unklar.

SAP hat sich beim US-Patentamt ein Schutzrecht für ein “Faltbares Information-Worker Gerät” eintragen lassen. Das Patent mit der Nummer US2014215201 wurde am 31. Januar 2013 eingereicht und kürzlich vom US-Patentamt gewährt. Als Erfinder werden Tatjana Pfeifer aus Altrip sowie die SAP AG angegeben.

Auszug aus dem SAP-Patent US2014215201, das ein mobiles Endgerät beschreibt, das über verschiedene Faltungen unterschiedliche Modi und Funktionen bereitstellt (Bild: US Patent Application Publication/T. Pfeifer, SAP SE).
Auszug aus dem SAP-Patent US2014215201, das ein faltbares mobiles Endgerät beschreibt (Bild: US Patent Application Publication/T. Pfeifer, SAP SE).

Das Gerät soll sich für verschiedene Funktionen in verschiedene Größen falten lassen. Nutzer könnten damit zum Beispiel das Gerät wie ein Blatt Papier falten und damit E-Mails empfangen, eine Netzwerkverbindung herstellen, oder mit weiteren ‘Faltungen’ anderen Funktionen aufrufen. Die einzelnen Funktionen sollen sich dabei aber über das Zusammenklappen oder Falten des Gerätes auslösen lassen. Der Antrag listet daher auch mehrere Betriebsmodi wie Handy-, Smartphone-, Tablet- oder Laptop-Modus.

Dass SAP damit tatsächlich den Einstieg ins Geschäft mit mobilen Geräten wagt, ist eher unwahrscheinlich. Das Patent gilt derzeit auch nur für die USA. Die tatsächliche Absicht hinter dem Patent bleibt vorerst unklar, zumal auch von SAP derzeit kein Kommentar zu dem Schutzrecht vorliegt.

Konzepte für falt- oder rollbare Laptops oder andere Endgeräte existieren bereits. Außerdem haben zum Beispiel deutsche Forscher, LG und Nokia schon Prototypen flexibler Bildschirme für Smartphones und Tablets demonstriert. Und auf der CES 201 hatte das bis dahin völlig unbekannte Unternehmen Skiff mit dem biegsamen Skiff-Reader für Aufsehen gesorgt. Es wurde dann allerdings wenige Monate später von der News Corporation gekauft, von der Technologie hörte man dann nie wieder etwas.

Ähnlich erging es dem vom Design-Unternehmen Yanko 2010 vorgeschlagenen Faltnotebook. Ein faltbares Smartphone hat zudem Samsung gezeigt und für Ende 2015 oder Anfang 2016 in Aussicht gestellt. Neu an SAPs Ansatz ist jedoch auf alle Fälle, dass es dabei nicht nur einen Formfaktor geht, sondern dass dadurch verschiedene Funktionen aufgerufen werden.

Tipp: Kennen Sie die größten Technik-Flops der IT-Geschichte? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 14 Fragen auf silicon.de

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen