Fast jede zehnte Chrome-Erweiterung gefährdet Anwender

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Google Chrome (Bild: Google)

Sicherheitsforscher haben insgesamt 48.000 Erweiterungen für den Google-Browser analysiert. Davon zeigten 4712 verdächtiges Verhalten. Weitere 130 Erweiterungen klassifizierten sie als Malware. In der Folge hat Google die Kontrollen in seinem Chrome Web Store verschärft.

Sicherheitsforscher haben etwa 48.000 Chrome-Erweiterungen untersucht. Dabei haben sie laut Computerworld herausgefunden, dass viele davon für Datendiebstahl oder andere betrügerische Zwecke genutzt werden können. Zahlreiche Aktionen können dem Bereicht zufolge von durchschnittlichen Anwendern gar nicht entdeckt werden.

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Der Studie zufolge, die die Forscherheute auf dem Usenix Security Symposium in San Diego vorstellen, zeigten 4712 Erweiterungen ein verdächtiges Verhalten. 130 Erweiterungen stuften sie als Schadsoftware ein. Unter anderem sammelten die Erweiterungen Log-in-Daten oder eigneten sich für den Missbrauch Sozialer Netzwerke.

“Während der Installation einer Erweiterung erkennt man kein gefährliches Verhalten”, zitiert Computerworld Alexander Kapravelos, Doktorand an der University of California in Santa Barbara. “Man muss eine spezielle Website besuchen, um das Verhalten auszulösen.”

Zu diesem Zweck haben Kapravelos und sein Kollege Chris Grier von der University of California in Berkeley ein Hulk genanntes System entwickelt, welches das Verhalten von Browser-Erweiterungen bei der Interaktion mit Websites analysiert. Dafür erstellten sie sogenannte “HoneyPages”. Bei diesen handelt es sich um spezielle Webseiten, die das unerwünschte, auffällige Verhalten auslösen sollen.

Erweiterungen können laut den Forschern zusätzliche Browser-Funktionen bieten, weil sie Zugriff auf diverse Programmierschnittstellen haben. Zum Beispiel sind sie in der Lage, Anfragen abzufangen, den Datenverkehr zu modifizieren und JavaScript in Websites einzufügen. “Damit sind sie viel zu mächtig”, ergänzte Kapravelos. “Wir müssen bei der Vergabe dieser Berechtigungen an Erweiterungen viel vorsichtiger sein.”

Bei ihrer Studie haben die Forscher eng mit Google kooperiert. Der Internetkonzern prüft zwar alle Erweiterungen, bevor sie im Chrome Web Store veröffentlicht werden, offenbar haben es aber dennoch schädliche Programme in den Marktplatz geschafft. Google habe seine Kontrollen angesichts der Studienergebnisse verschärft, heißt es weiter in dem Bericht. Vor allem sei es jetzt schwieriger geworden, Erweiterungen, die nicht aus dem Chrome Web Store stammen, per Sideloading zu installieren.

Eine Erweiterung wurde offenbar 5,5 Millionen Mal von chinesischen Nutzern heruntergeladen, berichten die Forscher weiter. Sie sei in der Lage, sämtlichen Internetverkehr zu verfolgen und alle besuchten Websites an einen Server zu melden. “Obwohl das an sich nicht gefährlich ist, setzt es chinesische Nutzer doch ganz neuen Risiken aus”, sagte Grier. Die Erweiterung übertrage alle Daten nämlich unverschlüsselt.

Andere Arten von Erweiterungen fügten an jeden Link einen Parameter an, um daraus einen Partner-Link zu generieren. Unternehmen wie Amazon zahlen Partnern beispielsweise für jede Bestellung, die sie vermitteln, eine geringe Gebühr. Das wird durch einen individuellen Zusatz zur URL eines Artikels ermöglicht. Google habe daraufhin die Regeln für Erweiterungen überarbeitet, um derartige Manipulationen zu unterbinden.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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