Steve Ballmer gibt letzten Posten bei Microsoft auf

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Steve Ballmer (Bild: Microsoft Deutschland)

Er sitzt ab sofort nicht mehr im Aufsichtsrat des Unternehmens. Seinen Rückzug begründet er mit neuen Verpflichtungen – unter anderem dem von ihm kürzlich erworbene Profi-Basketball-Team LA Clippers. Als größter Einzelaktionär will Ballmer den Softwarekonzern jedoch weiter unterstützen.

Steve Ballmer hat jetzt seinen letzten offiziellen Posten bei Microsoft aufgegeben. In einem offenen Brief an den derzeitigen Microsoft-CEO Satya Nadella erklärte er seinen sofortigen Rücktritt aus dem Aufsichtsrat des Softwarekonzerns. Als mittlerweile größter Einzelaktionär will er das Unternehmen jedoch weiter unterstützen.

Steve Ballmer (Bild: Microsoft Deutschland)
Nicht unumstritten aber auf alle Fälle eine Persönlichkeit: Der ehemalige Microsoft-CEO Steve Ballmer (Bild: Microsoft Deutschland)

“Angesichts meines Vertrauens und der Vielzahl der neuen Verpflichtungen, die ich angenommen habe, wäre es mir unmöglich, meinen Aufgaben im Aufsichtsrat nachzukommen, und es ist das Beste für mich, mich zurückzuziehen”, heißt es in Ballmers Brief. Da er sich im Herbst um seine Lehrtätigkeit und den von ihm erworbenen Profi-Basketball-Club Los Angeles Clippers kümmern müsse, gebe er mit sofortiger Wirkung seinen Posten im Aufsichtsrat auf.

Ballmer war 13 Jahre lang Chief Executive Officer von Microsoft und insgesamt 34 Jahre bei dem Konzern beschäftigt. Als er im Juni 1980 bei Microsoft anfing, war er der dreißigste Mitarbeiter und der erste von Bill Gates eingestellte Manager. Die Geschicke des Unternehmens werde er weiterhin genau genau verfolgen, kündigte Ballmer an. “Das Unternehmen wird neue Höhen erreichen. Ich werde stolz darauf sein und durch meinen Aktienbesitz davon profitieren. Ich verspreche, ich werde in meiner Rolle als Anteilseigner den Mut des Managements in jeder mir möglichen Form unterstützen.”

Steve Ballmer bei einer Nokia-Pressekonferenz zu Windows Phones im Herbst 2012 (Bild: Micosoft).
Steve Ballmer bei einer Nokia-Pressekonferenz zu Windows Phones im Herbst 2012 (Bild: Micosoft).

Nadella nahm in seinem Antwortschreiben Ballmers Rücktritt an. “Es war ein großes Privileg, mit dir gearbeitet und von dir gelernt zu haben”, schreibt er. “Unter deiner Führung wurde das Fundament geschaffen, auf das wir weiter aufbauen – und Microsoft wird in einer Mobile-First- und Cloud-First-Welt Erfolg haben. Ich verstehe und unterstütze deine Entscheidung.”

Steve Ballmer und Bill Gates bei einer Microsoft-Pressekonferenz im Juni 2006 in Redmond (Bild: Robert Sorbo/Microsoft).
Steve Ballmer und Bill Gates bei einer Microsoft-Pressekonferenz im Juni 2006 in Redmond (Bild: Robert Sorbo/Microsoft).

Bereits im März hatte Ballmer den Rückzug aus dem Aufsichtsrat in einem Interview angedeutet. Sein Verbleib in dem Gremium hänge “davon ab, wie ich die sonstigen Entwicklungen in meinem Leben so sehe”, sagte er damals dem Wall Street Journal. Die Mitarbeit im Direktorium fühle sich “anders” an, seit er nicht mehr CEO sei, und er schweige jetzt öfter: “Ich habe nicht mehr so geredet wie als CEO”.

Steve Ballmer bei einer Veranstaltung zum Verkaufsstart  von Windows 7 bei BMW in München (Bild: Peter Marwan)
Steve Ballmer bei einer Veranstaltung zum Verkaufsstart von Windows 7 bei BMW in München (Bild: Peter Marwan).

Die Microsoft-Kennerin und ZDNet-Bloggerin Mary Jo Foley geht nicht davon aus, dass Ballmer zum Rückzug aus dem Board of Directors gedrängt wurde. Einige Anleger hätten allerdings Bedenken gegenüber Ballmers Mitarbeit im Aufsichtsrat geäußert und befürchtet, sie könne sich nachteilig auf die Umsetzung von Nadellas neuer Strategie auswirken. “Da Ballmer aber jetzt Microsofts größter Einzelaktionär ist (ein Unternehmenssprecher hat das heute bestätigt), weiß ich nicht, ob es klug wäre, ihn zu feuern”, schreibt sie in ihrem Blog.

In einem Interview kurz nach der Ankündigung, dass er den Posten als CEO aufgeben werde, blickte Ballmer ingesamt zufrieden auf seine Zeit bei Microsoft zurück. Stolz sei er auf seinen Beitrag zur Verbreitung von Computing-Technologien. “Wir haben das im Lauf der Achtziger und Neunziger praktisch auf die Welt gebracht, und das hatte einen unglaublichen Einfluss auf das Leben der Menschen.” Inzwischen habe mehr als eine Milliarde Menschen Zugang zu Computern und noch mehr hätten Mobiltelefone. “Ich bin sehr stolz auf das, was wir erreicht haben”, so Ballmer damals gegenüber ZDNet. Als größten Fehler während seiner Zeit als Microsoft-CEO bezeichnet er dagegen Windows Vista. Er bedauerte insbesondere das Hin und Her bei der Entwicklung

Kursverlauf der Microsoft-Aktie unter CEO Steve Ballmer (Grafik: Statista)
Im ersten halben Jahr nach Ballmers Amtsantritt gab der Microsoft-Aktienkurs deutlich nach – was aber damals nicht zuletzt dem wirtschaftlichen Gesamtumfeld geschuldet wear. Er stagnierte seitdem allerdings auf dem damaligen Niveau. Die Konkurrenten Apple und Google legten im gleichen Zeitraum um 1970, beziehungsweise 770 Prozent zu (Grafik: Statista).

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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