Gartner schraubt Erwartungen an 3D-Drucker herunter

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The Micro M3D 3D-Drucker (Bild: M3D)

Die Marktforscher unterscheiden deutlich zwischen professionellem 3D-Druck und dem Einsatz im privaten Umfeld. Sie haben sieben unterschiedliche technologische Ansätze herausgearbeitet. Firmen empfehlen sie vor dem Einsatz zu überprüfen, welche Ansprüche sie an das Druckerzeugnis stellen.

Die Analysten von Gartner prognostizieren, dass es noch mehr als fünf jahre dauert, bis 3D-Druck im Massenmarkt angekommen ist. Damit revidieren die Marktforscher ihre im März 2013 abgegebene Prognose, dass 3D-Druck bereits 2016 Mainstream sei.

Gartner-Analyst Pete Basiliere schraubt Erwartungen an 3D-Drucker herunter

Im aktuellen Bericht schreibt Gartner-Analyst Pete Basiliere: “Heute verkaufen rund 40 Hersteller 3D-Drucker für den geschäftlichen Einsatz, und 200 Start-ups weltweit entwickeln und verkaufen Heimanwender-orientierte 3D-Drucker, die nur einige hundert Dollar kosten. Doch auch dieser Preis ist noch zu hoch für den Mainstream, trotz großer Bekanntheit und beträchtlichem Medieninteresse.”

Gartner ist inzwischen zu der Erkenntnis gekommen, dass sich der Markt für professionellen 3D-Druck und für Heimanwender nur oberflächlich ähneln. Daher experimentieren viele Firmen zunächst mit Heim-Druckern, weil diese so billig sind, aber sie merkten schnell, dass professionellere – und weit teurere – Geräte erforderlich sind, wenn diese täglich zum Einsatz kommen sollen und eine gewisse Geschwindigkeit bei der Produktion erforderlich ist oder mehr als Einzelstücke gefragt sind.

Außerdem sieht Gartner 3D-Druck nun nicht mehr als eine neue Technik, sondern als “sieben verschiedene”. Basiliere zufolge “verdunkelt der Hype um den Einsatz zu Hause, dass 3D-Druck ein komplexes Ökosystem aus Software, Hardware und Materialien erfordert, deren Nutzung nicht so einfach ist wie der Klick auf den Druckknopf eines Papierdruckers.”

Verantwortlichen, die sichin Firmen mit 3D-Druck befassen, rät Basiliere nun, sich zuerst mit Material- und Qualitätsanforderungen an den fertigen Gegenstand zu beschäftigen. Seien diese Punkte geklärt, könnten sie die benötigte Drucktechnik identifizieren und im dritten Schritt dann ein konkretes Modell wählen.

Berechnungen von Canalys zufolge erwirtschaftet die 3D-Druck-Branche in diesem Jahr einen Umatz von 1,3 Milliarden Dollar mit dem Verkauf von Geräten sowie 2,5 Milliarden Dollar mit Services und Materialien. Gegenüber 2013 wäre das eine Steigerung um 52 Prozent auf insgesamt 3,8 Milliarden Dollar. Canalys erwartet zudem , dass der Markt für 3D-Drucker sowie zugehörige Dienstleistungen und Verbrauchsmaterialien bis 2018 ein Volumen von 16,2 Milliarden Dollar erreichen wird, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 45,7 Prozent entspräche.

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Der Kauf von Makerbot durch Stratasys im Juni 2013 für 403 Millionen Dollar hat das große Interesse beim Rapid Prototyping etablierter Firmen am 3D-Druck für jedermann deutlich gemacht – noch aber fehlt die “Killer-Anwendung” (Bild: Makerbot).

Laut Canalys-Analyst Tim Shepherd entwickelt sich der Markt für 3D-Drucker zwar sehr schnell, stecke aber immer noch in den Kinderschuhen. “Rechnen Sie mit neuen wichtigen Teilnehmern, die in den kommenden Jahren einen bedeutenden Einfluss in der Branche haben werden, darunter auch Firmen wie Hewlett-Packard“, ergänzte er. Durch den Einstieg neuer Teilnehmer, der Verbesserung der Technologien und der Schaffung neuer Anwendungsgebiete werde sich der Markt in fünf Jahren völlig anders darstellen als heute.

Gartner hatte bereits im Januar gewarnt, dass die zunehmende Verbreitung von 3D-Druck eine ganze Reihe juristischer Probleme heraufbeschwört. Beispielsweise verändere sich durch 3D-Druck bis 2018 insbesondere der Einzelhandel. Die Entwicklung bedrohe zudem den derzeit gepflegten Umgang mit geistigem Eigentum. Für 2018 rechnen die Gartner-Marktforscher weltweit mit einem Schaden von 100 Milliarden Dollar durch illegale 3D-Kopien.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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