Kaspersky: Deutschland hostet die meisten Schädlinge und Websites für Cyber-Attacken

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Kaspersky Lab (Bild: Kaspersky)

Einer Trendstudie des russischen Sicherheits-Anbieters zufolge erfolgen weltweit die meisten Web-Angriffe über Deutschland. Zu den weiteren Security-Entwicklungen zählen eine Steigerung bei mobiler Erpresser-Software und Erhöhung des Infektionsrisikos in Deutschland – insbesondere in Bayern.

Kaspersky hat seine weltweiten Cybersecurity-Trends für das zweite Quartal 2014 vorgelegt. Demnach werden in Deutschland die meisten Webseiten und Schädlinge beherbergt, mit denen weltweit Attacken über das Internet durchgeführt werden. Fast jede vierte Internet-Attacke (22,43 Prozent), die Kaspersky Lab zwischen April und Juni 2014 auf die Teilnehmer des Kaspersky Security Networks (KSN) verhindern konnte, wurde über deutsche Ressourcen verübt. Das sind 12 Prozent mehr als im Vorquartal. Dahhinter liegen die USA (21,92 Prozent) und die Niederlande (13,71 Prozent).

Hosts von Web-Attacken weltweit (2. Quartal 2014)
Die meisten weltweiten Web-Angriffe erfolgten im 2. Quartal 2014 über deutsche Server. (Bild: Kaspersky)

Die Deutschen sind also auch die “Bedroher”, nicht nur die Bedrohten (wie eine andere Studienauswertung bereits ergeben hatte). Den Zahlen zufolge ist die Bundesrepublik zwar nur mittelriskant infektionsgefährdet und liegt im weltweiten Ländervergleich nur auf dem 23. Rang. Dennoch wurde zwischen April und Juni 2014 jeder dritte deutche Nutzer des Kaspersky-Security-Netzes angegriffen – mit Schwerpunkt Bayern und Sachsen.

Auch die Menge der iOS-Schädlinge stieg in diesem Quartal rasant. Deren Hardware-Nutzung für mobile Erpressungen und Datendiebstähle hatte bislang jeder nur von Android in diesem Ausmaß gekannt: Cyberkriminelle hatten im Mai iOS-Funktionen für eine Ransomware-Attacke auf Apple-IDs ausgenutzt. Dabei konnten die Geräte komplett blockiert und im Anschluss eine Geldsumme zur Entsperrung des Geräts gefordert werden. Das “Remote Control System” (RCS, auch Galileo genannt) des italienischen “Herstellers” HackingTeam betraf auch bislang noch unbekannte mobile Trojaner für die Betriebssysteme Android, iOS, Windows Mobile und BlackBerry.

Die Digital-Gangster, so Kaspersky, übertragen vermehrt Methoden, mit denen sie bereits im PC-Bereich erfolgreich Geld verdienen konnten, auf den mobilen Bereich.

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