PSW Group kritisiert Datenschutz bei Navigations-Apps

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TomTom App

Die Sicherheits-Experten von PSW haben mehrere Navigationssysteme für Handys und Tablets ausprobiert und berichten in einem Blogbeitrag über ihre Erfahrungen. Es gibt einen klaren Sieger bei den kostenflichtigen Diensten. Im Preis-Leisungsverhältnis unschlagbar ist jedoch das kostenfreie Google Maps – das aber nimmt es nicht so genau mit dem Datenschutz und ermittelt die GPS-Position manchmal etwas versetzt.

Im Navigations-App-Test kürt die PSW Group einen klaren Sieger: das Programm TomTom der niederländischen Firma Garmin bringt die beste Leistung bei den klarsten Datenschutzbestimmungen. Wer selten ein Navi braucht und nur in Umgebungen mit guter Internet-Abdeckung unterwegs ist, kommt dem Test zufolge auch mit Google Maps klar – wenn auch die Datenschutzangaben des Suchriesen etwas “fragwürdig” sind, so PSW.

TomTom App
Klarer Sieger bei Abwägung von Leistung und Datenschutz ist TomTom. (Bild. TomTom)

In der Leistung so gut abgeschnitten wie TomTom hat auch die App der Würzburger Navigon, doch auch ihre Datenschutzvereinbarungen bezeichnet PSW wie die von Google als “äußerst kritikwürdig”.

Die Tester waren von den Leistungen von Navigon und TomTom gleichermaßen überzeugt: Die Apps stehen ihrem jeweiligen Navigationsgerät in nichts nach. Beide Applikationen haben durch klare Fahranweisungen in Sprach- und Bildausgabe und umfangreiches Kartenmaterial begeistert. Die Auslagerung von Karten auf SD-Speicherkarte ist bei beiden hervorzuheben, da es eine sinnvolle Möglichkeit ist, den Gerätespeicher nicht zu beeinträchtigen“, so Christian Heutger, Geschäftsführer der PSW Group.

Bei Google Maps bekomme man den Großteil der Funktionen, die auch die beiden kostenpflichtigen Alternativen bieten. Für die Navigation wird im Gegensatz zu Navigon und TomTom aber grundsätzlich Internetzugang benötigt: “Die Notwendigkeit der permanenten Internetverbindung wird dann ärgerlich, wenn man sich bei schlechter Netzabdeckung navigieren lassen möchte und die Streckenführung mittendrin abbricht”, macht Heutger aufmerksam.

Zudem sei der Umgang mit personenbezogenen Daten sowohl bei Google Maps als auch bei Navigon bedenklich: “Diese können nämlich noch viel weiter reisen als es die Besitzer beider Apps vermutlich selbst tun”, merkt PSW an. Google gehört wie auch Garmin zu den Unternehmen, die dem Safe-Harbor-Abkommen beigetreten sind. Dies hat zur Folge, dass die in Europa gespeicherten Daten in die USA zum jeweiligen Mutterkonzern übertragen werden dürfen. Aber “immerhin beschreibt Google sämtliche Datenschutzvereinbarungen sehr genau und eindeutig. Dem Anwender wird also klar, worauf er sich einlässt”

Weil bei TomTom nur innereuropäische Server benutzt werden und “Auffindbarkeit und Deutlichkeit sämtlicher Vereinbarungen vorbildlich” sind – und keine Hintertürchen offen sind -, erklärt PSW die Niederländer zum Testsieger. “Im Wesentlichen bestimmt der Anwender, welche Daten erfasst und damit womöglich weitergegeben werden”, äußert Christian Heutger dazu.

Testergebnisse Navi-Apps
Bei den Testergebnissen zeigt sich, wie sich Navigations-Apps in den Disziplinen Datenzugriff, Kosten und Funktionen halten – und ob sie beim Datenschutz negativ auffallen. (Bilder: PSW Group)
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