Erste Systeme mit Intels Broadwell-Chip kommen noch dieses Jahr

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Intel (Bild: Intel)

Die Core-M-Prozessoren sind vor allem für lüfterlose PCs gedacht. Mit der Produktionsausbeute des neuen 14-Nanometer-Herstellerungsverfahren ist Intel jedoch noch nicht zufrieden. Gegenüber aktuellen Haswell-Chips benötigen Core-M-CPUs im Leerlauf 60 Prozent weniger Strom.

Intel hat den ersten Chip mit der neuen Prozessorgeneration Broadwell vorgestellt. Der Konzern setzt für die Fertigung des Core M ein 14-Nanometer-Verfahren ein. Mit dem Chip sollen PC-Hersteller dünnere und leichtere Geräte entwickeln können, die ohne Lüfter auskommen. Vor allem für Tablets sowie Laptops, die auch als Tablet verwendet werden können, ist dies wichtig. Prozessoren auf Basis der ARM-Architektur erlauben bereits seit längerem lüfterlose Designs.

Broadwell-Prozessoren von Intel sollen unter anderem in Tablets und Hybridgeräten zum Einsatz kommen (Bild: Intel).
Broadwell-Prozessoren von Intel sollen unter anderem in Tablets und Hybridgeräten zum Einsatz kommen (Bild: Intel).

Ursprünglich sollte der Core M bereits im vierten Quartal 2013 auf den Markt kommen, allerdings zwangen Probleme in der Fertigung Intel dazu im Oktober vergangenen Jahres, den Marktstart auf Anfang 2014 zu verschieben. Nun hat der Konzern sämtliche Probleme behoben. “Wenn man in der Technologie führend ist, dann ist es nie einfach, zumindest am Anfang”, sagte Mark Bohr, Senior Fellow und Direktor der Abteilung Prozessarchitektur und Integration. “Wir befinden uns nun in einem sehr guten Bereich und verbessern uns weiter”, ergänzte er in Bezug auf die Produktionsausbeute.

Die Ausbeute bei Intels 22-Nanometer-Chips sei zu Beginn auch nur gering gewesen, so Bohr weiter. Haswell sei allerdings mittlerweile der Prozessor mit dem geringsten Fertigungsausschuss. Zwar hätten die 14-Nanometer-Chips dieses Niveau noch nicht erreicht, aber es werde in den kommenden sechs bis neun Monaten wahrscheinlich soweit sein.

Zum Weihnachtsgeschäft sollen die ersten Systeme mit Intels Core-M-Prozessor rechtzeitig erhältlich sein. Intel erwartet jedoch, dass Broadwell erst im ersten Halbjahr 2015 den Massenmarkt erreichen wird.

Intel positioniert den Core M auch als Konkurrenz zu ARM-basierten Chips von Apple, Qualcomm und Samsung, die die Mehrheit der mobilen Geräte im Markt antreiben. Rani Borkar, Vizepräsidentin von Intels Platform Engineering Group, zeigte während einer Pressekonferenz ein 7,2 Millimeter dickes Laptop-Referenzdesign mit dem Core M, das dünner ist als Apples iPad Air. Sie stellte es einem 26 Millimeter dicken Notebook aus dem Jahr 2010 gegenüber, das man im Vergleich dazu “zum Gewichtheben” verwenden könne.

Core M “ermöglicht erstmals in der Intel-Core-Roadmap lüfterlose Two-in-One-Geräte mit einer Dicke von weniger als 9 Millimetern”, sagte Borkar. “Sie erhalten mit diesem System die Core-Performance, die Sie erwarten.”

Rund 50 Prozent kleiner und 30 Prozent dünner ist das Gehäuse des Core-M-Prozessors im Vergleich zu Haswell. Somit ist die CPU besonders für kleine PCs geeignet. Im Leerlauf verbraucht sie 60 Prozent weniger Strom, was längere Akkulaufzeiten ermöglicht.

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