Android Geräte-Manager: Neue Version bietet Rückruf-Feature

MobileMobile OSSicherheitSmartphone
android-device-manager

Außerdem arbeitet die Ortungsfunktion nun zuverlässig. Das gilt auch für Geräte, die mit einer Custom Rom wie CyanogenMod, Paranoid Android oder OmniROM laufen. Einen effektiven Diebstahlschutz bietet die Google-Technik hingegen noch nicht.

Der Android Geräte-Manager hat von Google ein Update erhalten. Die jetzt aktuelle Version 1.3.8 bietet eine Rückruf-Funktion, welche vom Sperrbildschirm ausgehend einen Anruf an eine zuvor festgelegte Rufnummer initiiert. Der ordnungsgemäße Gebrauch des Features setzt dabei natürlich ehrliche Finder voraus. Abgesehen davon spricht Google lediglich von allgemeinen Fehlerkorrekturen. In der Praxis bedeutet dies, dass die App nun eigentlich erst richtig funktionsfähig ist. In der Vergangenheit hatten zahlreiche Nutzer bemängelt, dass die Ortungsfunktion in vielen Fällen nicht brauchbar sei. In der neuen Version präsentiert sich die App diesbezüglich auch mit Geräten, die mit einer Custom Rom wie CyanogenMod, Paranoid Android oder OmniROM arbeiten, fehlerlos.

android-device-managerSeit der Vorstellung im August 2013 hat Google die App kontinuierlich verbessert. Seit Ende Januar ist sie zum Beispiel mit einem Passwort-Schutz versehen. Im Mai wurde das Anmelden eines fremden Anwenders über ein Gast-Konto möglich. Das ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn ein Nutzer sein verlorenes Gerät mit dem Android-Smartphone eines Bekannten finden, sperren oder löschen will. Um den Android Geräte-Manager verwenden zu können, muss er auf dem Gerät zunächst aktiviert werden und mit dem eigenen Google-Account verbunden sein. Falls etwa ein Tablet von mehreren Personen gleichzeitig genutzt wird, kann nur dessen Eigentümer den Android Geräte-Manager einschalten.

Im Gegensatz zu dem von Apple in seinen iOS-Geräten integrierten Diebstahlschutz ist es bei Android-Devices allerdings nach wie vor möglich, diese über die Software-Werkzeuge der Anbieter zurückzusetzen und neu einzurichten. Auf diese Weise ist der Diebstahlschutz für kundige Anwender einfach zu umgehen. Jedoch sind zahlreiche Hersteller von Smartphones und Mobilbetriebssystemen bestrebt, bis Mitte 2015 für einen effektiven Diebstahlschutz zu sorgen. Damit reagieren sie auf Pläne mehrerer Bundesstaaten und Städte, die einen “Kill Switch” für Mobilgeräte gesetzlich vorschreiben wollen. Unterstützung erhalten sie einem Bericht von Recode zufolge nun von Apple, Google, HTC, Huawei, Motorola, Microsoft und Samsung.

Der Diebstahl von Smartphones ist in den USA vermehrt ein Problem, da sie aufgrund ihrer Größe leicht entwendet werden können. Zudem sind sie wertvoll und lassen sich für gewöhnlich problemlos auf die Werkseinstellungen zurücksetzen. William Duckworth, Professor für Statistik und Analytics an der Creighton University, schätzt, dass der durch Smartphone-Diebstähle verursachte Schaden jährlich um 2,6 Milliarden Dollar verringert werden könnte. Voraussetzung sei hier eine Anti-Diebstahl-Technologie, die ein Mobiltelefon für den Dieb unbrauchbar mache.

Mobilfunk- und Geräteanbieter profitieren in der Regel allerdings von den Diebstählen – und zwar entweder durch Versicherungen oder dadurch, dass die Betroffenen ihre Mobilgeräte ersetzen müssen. Dies wird als möglicher Grund dafür angesehen, dass Unternehmen wie Apple, Google und Samsung erst jetzt und im Angesicht von politischem Druck einen Kill Switch einführen wollen.

“Jeder Geräte- und Betriebssystemanbieter, der den ersten Teil dieser freiwilligen Vereinbarung unterzeichnet hat, hat zugestimmt, für alle neuen Smartphone-Modelle, die erstmals nach Juli 2015 für den Verkauf in den USA hergestellt werden, ein grundlegendes Anti-Diebstahl-Tool anzubieten”, heißt es in einer Presseerklärung des Branchenverbands CTIA. Die Lösung muss demnach entweder vorinstalliert sein oder heruntergeladen werden können und darf keine zusätzlichen Kosten für die Nutzer verursachen.

Die Diebstahlsicherung soll das Löschen persönlicher Daten wie Kontakte, E-Mails und Bilder aus der Ferne ermöglichen und das Smartphone ohne Eingabe eines Passworts oder einer PIN unbrauchbar machen. Notrufe sollen demgegenüber weiterhin möglich sein. Die Software muss darüber hinaus eine “Reaktivierung ohne Zustimmung des Besitzers inklusive des Zurücksetzens auf die Werkseinstellungen verhindern”, soweit dies technisch machbar ist.

Da die App offenbar noch nicht für jeden im Play Store verfügbar ist, folgt hier ein Download-Link. Voraussetzung für die Installation ist, dass in den Geräteeinstellungen unter dem Punkt “Sicherheit” im Abschnitt “Geräteverwaltung” die Option “Unbekannte Herkunft” aktiviert wird.

android-geraete-manager
Android Geräte-Manager bringt mit der neuen Version eine Rückruf-Funktion (Screenshot: ZDNet.de).

[mit Material von Kai Schmerer, ZDNet.de]

Tipp: Wie sicher sind Sie bei der Sicherheit? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen