Kinko.me packt E-Mail-Verschlüsselung in eine Box

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Kinko.me-Box

Die “Kryptographie-Schachtel” wird einfach zwischen PC und Internetanschluss gesteckt. E-Mails von einem vollwertigen Client werden dann autmatisch verschlüsselt, bevor sie an den Provider gehen. Mit externen Webmail-Diensten funktioniert das zwar nicht, doch für diesen Fall hat das Start-up einen eigenen Webmail-Client in die Box integriert. sämtliche Software auf der Box ist Open Source.

Das Berliner Projekt kinko.me der Firma Radiospiel UG sammelt Investitionsgelder, um seine Verschlüsselungs-Box zu finanzieren. Radiospiel-Betreiber Enrico Thierbach will den Prozess der Kryptographie vereinfachen: Auf der kinko.me-Box läuft Software, die sich in den Mailverehr einklinkt und diesen verschlüsselt und empfängt; das Kästchen wird einfach zwischen PC und Internet-Anschluss gesteckt.

Kinko.me-BoxDie Software beruht auf Open-Source-Tools und ist selbst quelloffen, um das Einschleusen von Hintertürchen unmöglich zu machen. Sie nutzt das offene Verschlüsselungsprogramm PGP/GnuPG und vermeidet durch die Hardware-Integration das lästige Installieren und Betreiben von Plug-ins in E-Mail-Programmen. Mit bis zu zehn Mailboxen kann das Produkt arbeiten. Der Source-Code steht auf Github zum Download bereit.

Zur Finanzierung “der einfachsten Verschlüsselungslösung, die es je gab”, initiiert das Team um die Sicherheitsbox eine Crowdfunding-Kampagne auf indiegogo.com. Ab dem 7. August können Interessenten durch eine Spende oder Vorbestellung die Fertigstellung der Box unterstützen.

Thierbach ist sicher, viele Käufer zu finden, denn “aktuell probieren zahlreiche Anbieter von vermeintlich sicherer Kommunikation, sich auf dem Markt zu positionieren, sogar Big Player wie die Deutsche Telekom bieten plötzlich Lösungen, die aber bei Weitem nicht halten was sie versprechen.” Dazu bezieht er sich auf einen Beitrag namens “Bullshit made in Germany” von Chaos-Computerclub-Autor Linus Neumann.

Der Anbieter der hardwaregestützten Kommunikations-Absicherung sieht Journalisten, Anwälte, Menschenrechtsaktivisten, Whistleblower und “alle die ihre Privatsphäre schätzen” als potentielle Nutzer. Die Hardware mit der integrierten Software könne in jede bestehende Kommunikations-Infrastruktur integriert werden.

Die Box soll im Herbst ausgeliefert werden. Sie nutzt einen “Olimex A10-OLinuXino-LIME Open Source Singleboard-Computer”, der von einem ARM-A10-Cortex-A8-Prozessor betrieben wird, 512 MByte DDR3-RAM besitzt und seine Daten dauerhaft auf einer Micro-SD-Karte speichert. Die Kinko.me-Box ist 8,6 mal 6,3 mal 2,5 Zentimeter groß und erhält ihre Energie über ein externes Netzteil.

Ein Verkaufspreis steht noch nicht fest. Das Team um kinko.me plant, nach dem Verkaufsstart der E-Mail-Chiffrierungslösung noch Extensions für weitere Anwendungen zu entwickeln, etwa für Dropbox und Videochats.

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