Symantec: Fitnesstracker brauchen besseren Datenschutz

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Symantec (Grafik: Symantec)

Die Sicherheitsfirma hat für die Studie Armbänder und Apps untersucht. Diese sammeln Informationen über Körpergewicht, Herzfrequenz, Schlafdauer und Aufenthaltsort. Anwender-Passwörter senden dabei 20 Prozent im Klartext. Datenschutzrichtlinien legen nur 52 Prozent der Anbieter vor.

Symantec hat in einem Whitepaper (PDF) Fitnesstracker auf ihre Sicherheit überprüft. Demnach müssen bestimmte Geräte ebenso wie Apps dringend mit besseren Datenschutz ausgestattet werden.

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Symantec zufolge sammeln die Fitnesstracker Daten wie Körpergewicht, Herzfrequenz, Schlafdauer, Aufenthaltsort – und teilweise auch noch persönlichere Angaben wie sexuelle Aktivitäten, emotionaler Zustand und Alkoholkonsum. Zusätzlich kommen wie auch Informationen wie Name, Alter oder Adresse hinzu.

Anfällig sind zum Beispiel aktuelle Fitness-Armbänder für Location Tracking, also die Verfolgung des Anwenders in einem Gebäude oder Areal. Vor allem trifft das auf diejenigen zu die Bluetooth LE verwenden. Symantec setzte einen Raspberry Pi als Bluetooth-Scanner ein und entdeckte, dass sich sowohl die MAC-Adresse als auch via Signalstärke die Entfernung vom Empfänger feststellen ließ.

20 Prozent der momentan verfügbaren Modelle übertragen außerdem Passwörter im Klartext. Nur 52 Prozent der Apps verfügen über Richtlinien zum Schutz der Privatsphäre.

Was Fitness-Tracker alles wissen (Grafik: Symantec

Symantec kann Nutzer nur allgemeine Vorsichtsmaßnahmen wie gesundes Misstrauen und die Verwendung starker Passwörter an die Hand geben. Für mehr Sicherheitstipps müssten die Anbieter von Geräten und Apps zuerst ihrer Sicherheitsmaßnahmen verschärfen.

Laut AB Research hat der Einsatz von Fitnesstracker- und Gesundheits-Apps in der ersten Jahreshälfte 2014 um 62 Prozent zugelegt. Die Marktforscher glauben auch, dass im Jahr 2018 mehr als 485 Millionen Wearables verkauft werden. Aktuell schätzt ID Tech Index diesen Markt schon auf 14 Milliarden Dollar. In den nächsten zehn Jahren soll er sich bis auf 70 Milliarden Dollar steigern.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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