Breitbandausbau: Heute startet die Vectoring-Liste

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Breitband (Bild: Shutterstock / Ensuper)

In sie können Netzbetreiber Ausbauprojekte eintragen lassen. Das Datum für die Erschließung darf höchstens zwölf Monate in der Zukunft liegen. Wer sich zuerst einträgt, hat den Kableverzweiger für sich reserviert. Haben allerdings mehrere gleichzeitig Interesse an einem bekundet, erhält der den Zuschlag, der ihn schnellsten mit VDSL2 Vectoring ausbaut.

Breitband (Bild: Shutterstock / Ensuper)

Zum 30. Juli wird die so genannte Vectoring-Liste offiziell geöffnet. Damit haben alle Netzbetreiber die Möglichkeit, sich ihre Ausbauprojekte für VDSL2 Vectoring zu reservieren – zumindest für ein Jahr lang ab dem Datum der Eintragung. Sollten gleich zu Beginn im Rahmen der Liste mehrere Interesse an einem Kabelverzweiger bekundet haben, bekommt derjenige den Zuschlag, der den Ausbau dann tatsächlich als erster vornimmt. Das Ganze ähnelt also dem Abstecken von Claims zur Zeiten des Goldrausches.

Die Vectoring-Liste wird trotz Bedenken des Bundesverband Breitbandkommunikation e.V. (BREKO) durch die Deutsche Telekom geführt. Der Wettbewerberverband erwartet allerdings gründliche Kontrollen durch die Bundesnetzagentur. Zum Beispiel musste die Deutsche Telekom ihre für den Einführungstag der Vectoring-Liste vorgesehenen Eintragungen bereits bis gestern bei der Behörde hinterlegen. Außerdem besteht ein Schadenersatzanspruch, falls die Telekom die Vectoring-Liste unsauber führt.

Medienberichten zufolge hat die Telekom im Vorfeld Anspruch auf 38.000 der insgesamt rund 330.000 Kabelverzweiger in Deutschland angemeldet. Zum Vergleich: Im Herbst 2013 waren von den Wettbewerbern der Telekom deutschlandweit rund 8200 Kabelverzwieger für die neue Technik erschlossen.

Mit VDSL2-Vectoring-Verfahren wird der Effekt des Übersprechens zwischen den verschiedenen Leitungen in einem Leitungsbündel weitgehend beseitigt. Dafür ist in den DSLAMs (den Kabelverzweigern am Strassenrand) allerdinsg eine hohe Rechenleistung erforderlich. Schließlich müssen für jede Kupfer-Doppelader eines Bündels die Störeinflüsse berechnet und dem eigentlichen Signal ein zum Ausgleich der Störeinflüssen erzeugtes Gegensignal gesendet werden.

Das ist immer nur duch einen Anbieter machbar und funktioniert nur unter bestimmten technischen Bedingungen. Zum Beispiel nimmt der Effekt der Gegenmaßnahmen bereits ab einer Leitungslänge von 500 Metern deutlich ab, bei 700 bis 800 Metern sind sie praktisch unwirksam. Daher ist Vectoring nur vom Kabelverzweiger sinnvoll einsetzbar und lohnt sich nur, wenn der Kabelverzweiger per Glasfaser beziehungsweise Richtfunk angebunden ist.

“Die Netzbetreiber des BREKO haben ein Investitionsversprechen in Höhe von 9,1 Milliarden Euro bis zum Jahr 2018 abgegeben und wollen 11,2 Millionen Haushalte und Unternehmen – das sind nahezu drei Viertel der Haushalte außerhalb der Ballungsräume – mit Highspeed-Breitband-Anschlüssen versorgen. Wir setzen alles daran, um diese Zusage auch einzulösen”, erklärt BREKO-Geschäftsführer Stephan Albers zur Einführung der Vectoring-Liste.

Vectoring-Infografik-Deutsche-Telekom

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