Zehn alternative Förderprogramme für Start-ups

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(Bild: Shutterstock /Gorillaimages)

Nach Ansicht des Unternehmensberaters Darius Moeini schöpfen viel zu wenig Gründer die abseits von VC- und Business Angel-Kapital vorhandenen Finanzierungsmöglichkeiten aus. Im Expertenbeitrag für ITespresso zeigt Moeini zehn lohnenswerte Alternativen auf, wie Start-ups mit ganz unterschiedlichem Hintergrund an Kapital gelangen können.

Wenn Idee und Businessplan stehen, geht es für die meisten Start-ups vor allem erst einmal um eines: Kapital beschaffen. Nur jeder zehnte Gründer kommt laut KfW Gründungsmonitor 2014 ganz ohne externe Mittel aus, über die Hälfte der Start-ups (53 Prozent) gibt laut Deutscher Startup Monitor 2013 (PDF) sogar an, dass ihr Kapitalbedarf zur Gründung fünfzigtausend Euro oder mehr beträgt. Dieses Geld lkiegt nicht einfach auf der Straße.

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Besonders begehrt sind die Finanzspritzen von VCs und Business Angels, die in der Start-up-Szene regelrecht vergöttert werden. Das Problem: In einer Finanzierungsrunde VCs oder Business Angels an Bord zu bekommen, dauert in der Regel mehr als sechs Monate und kostet Gründer neben Zeit auch viel Nerven und Geduld. Natürlich sind VC- und Angel-Investments eine wichtige Kapitalquelle für junge Unternehmen und wichtig für das Wachstum der Branche. Leider sind viele Gründer allerdings immer noch vom VC-Hype geblendet und beziehen alternative und klassische Wege an Startkapital zu kommen gar nicht erst ein.

Das ist ein Teufelskreis, denn VCs und Business Angel selbst finden es gut, wenn sich Gründer vor ihrem Einstieg, zum Beispiel mit Wachstumskapital, bereits um Fördermittel bemüht haben. Das zeugt nicht nur von Gründungsverständnis, sondern wertet das Unternehmen auch auf monetärer Ebene auf. Für die Beschaffung geeigneter Fördermittel für junge Unternehmen gibt es zahlreiche alternative Quellen. Im folgenden sollen zehn wichtige und hilfreiche Förderprogramme für Start-ups kurz vorgestellt werden.

Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit: Wer vor der Gründung arbeitslos war, sollte sich um einen Startzuschuss für den Schritt in die Selbstständigkeit bewerben. Wenn dem Antrag stattgegeben wird, erhalten Gründer sechs Monate einen Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes sowie zusätzlich 300 Euro monatlich zur sozialen Absicherung.

ERP Gründerkredit Startgeld: Ebenfalls als Starthilfe, jedoch nicht nur für einzelne Existenzgründer, sondern auch für kleine Unternehmen bis zu drei Jahre nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit, fungiert das Startgeld der KfW. Das Darlehen kann bis zu 100 Prozent des Gesamtfremdfinanzierungsbedarfs decken und ermöglicht einen leichten Zugang aufgrund der 80-prozentigen Freistellung der Hausbank vom Haftungsrisiko.

ERP Gründerkredit Universell: Für Vorhaben mit einem Fremdfinanzierungsbedarf von mehr als 100.000 Euro bis zu einem Höchstsatz von 10 Millionen Euro steht Gründern der ERP Gründerkredit Universell zur Verfügung. Das Darlehen deckt bis zu 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten beziehungsweise Betriebsmittel.

IBB Mikrokredite: Für Berliner Gründer oder Unternehmen sind auch die IBB Mikrokredite spannend. Die Kredite können als Anlagevermögen, Auftragsvorfinanzierung, zur Produktentwicklung und -einführung oder Gründungsfinanzierung (bis fünf Jahre nach der Gründung) beantragt werden und erfolgen als Darlehen von bis zu 25.000 Euro. Voraussetzung ist natürlich ein tragfähiges Unternehmenskonzept.

IBB Pro FIT Förderung: Berliner Gründer und Unternehmen, die dabei sind mit ihrer Idee die Technik oder Forschung zu revolutionieren, können sich für die Pro FIT Förderung der IBB bewerben. Die nicht rückzahlbaren Zuschüsse können bis zu 400.000 Euro betragen. Dazu besteht die Möglichkeit, ein zinsverbilligtes Darlehen bis zu 1 Million Euro zu erhalten.

BMWI EXIST: Wer sein Unternehmen aus der Hochschule oder einer Forschungseinrichtung heraus auf die Beine stellt, kann sich für das EXIST Gründerstipendium des Bundeswirtschaftsministeriums bewerben. Die Förderung geschieht in Form eines Zuschusses und kann bis zu 100 Prozent der zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben betragen.

IBB Innovationsassistent:Technologieorientierte, rechtlich selbstständige kleine und mittlere Unternehmen mit Sitz in Berlin, die vor allem personelle Ressourcen bei der Entwicklung und Einführung eines innovativen Produktes und um ihre Idee voranzubringen benötigen, sollten sich für den Innovationsassistenten der IBB bewerben. Gefördert werden bis zu zwei Mitarbeiter auf neu geschaffenen Stellen mit bis zu 50 Prozent des steuerpflichtigen Bruttogehalts.

KfW Gründercoaching: Die KfW fördert Gründer auch dabei, ihr Unternehmen mit Coaching-Maßnahmen voranzubringen. Die Zuschüsse für die Beratungen können bis zu 75 Prozent betragen und bis zu fünf Jahre nach Gründung beantragt werden.

ERP Beteiligungsprogramm: Wenn es darum geht, die Eigenkapitalbasis zu erweitern oder Finanzverhältnisse zu konsolidieren, bietet sich das ERP Beteiligungsprogramm der KfW an. Die Beteiligungen können bis zu 1,25 Millionen Euro betragen, in Ausnahmefällen sogar bis zu 2,5 Millionen Euro.

ERP Innovationsprogramm: Zur Förderung der Forschung und Entwicklung von Vorhaben, die schon mindestens zwei Jahre am Markt aktiv sind, tritt das Innovationsprogramm der KfW ein. Als integriertes Finanzierungspaket besteht es aus einem klassischen Darlehen und einem Nachrangdarlehen und deckt bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten ab.

Neben diesen für viele Branchen udn Gründer interessanten Angeboten gibt es auch eine Vielzahl an Programmen für Nischenbereiche, zum Beispiel die BMBF Nanotechnologie-Förderung Nanochance. Hier lohnt sich die Recherche also ebenfalls. Alternativ können auch Bankkredite eine Finanzierungsoption sein. In jedem Fall sollten Gründer damit beginnen, auch nach Finanzierungsmöglichkeiten abseits des VC-Hypes zu suchen. Die Möglichkeiten sind vielfältig! Im Fokus sollte immer das Produkt stehen. Bringt man etwas Cooles auf die Straße, kommt die Aufmerksamkeit der großen Investoren im besten Fall von selbst.

Darius Moeini Berlin Startup Consulting

Der Autor: Nach über acht Jahren in der Unternehmensberatung und Gründung eigener Start-ups in Berlin, München, Zürich, New York und Dubai, bündelte Darius Moeini mit seinem Beratungsunternehmen Berlin Startup Consulting eigene Erfahrungen und Expertise mit dem Know-how der Rechtsanwältin Marie-Luise Kollmorgen und der Steuerberaterin Susanne Girrbach. Neben Unternehmensberatung und Coaching zu allen Fragen rund um die Gründung ist das Team jetzt vor allem darauf spezialisiert, passende Fördermittel für Start-ups zu akquirieren.