Shuffle ermöglicht Einweg-Kontaktdaten für mehr Datenschutz

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Das Projekt finanziert sich derzeit über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo. Nutzer können Shuffle verwenden, um Telefonnummern oder E-Mail-Adressen zu erstellen. Diese lassen sich nutzen, um beispielsweise anonyme Internet-Kommunikation zu betreiben. Der Einstiegspreis für Shuffle liegt bei 50 Dollar.

Shuffle bietet Nutzern die Möglichkeit, private Kontaktdaten wie Telefonnummer oder E-Mail-Adresse durch “Wegwerf-“Daten zu schützen. Diese können beispielsweise in sozialen Netzwerken oder als Home-Office-Telefonnummer genutzt werden. Der Vorteil ist, dass Nachrichten und Anrufe immer an die “Original-“Kontaktdaten gesendet werden.

Nutzer können Shuffle-Nummer bestimmten Diensten zuweisen. Somit habe sie stets im Blick, von wem der Anruf stammt (Bild: Shuffle)
Nutzer können die Shuffle-Nummer bestimmten Diensten zuweisen. Somit habe sie stets im Blick, von wem der Anruf stammt (Bild: Shuffle).

Die Entwickler sammeln auf der Crowdfunding-Website Indiegogo aktuell Geld für die Finanzierung. Der Einstiegspreis liegt bei 50 Dollar. Die Kampagne soll bis zum 18. August 13.000 Dollar einbringen. Die Veröffentlichung einer iOS-Version ist für Oktober 2014 geplant. Anfang 2015 soll eine App für Android folgen.

Nutzer können mit Shuffle mehrere Kontaktdaten generieren. Anrufe, SMS oder Nachrichten gruppiert die App nach den erzeugten Shuffle-Nummern. Diese kann der Nutzer auch benennen, somit behält er den Überblick, welche Daten für welche Dienste verwendet wurden. Hat ein Nutzer eine Shuffle-Nummer beispielsweise bei einer Bewerbung angeben, zeigt die App den Namen der entsprechenden Firma an. Somit erkennt der Nutzer sofort, dass es sich um ein wichtiges Telefonat handelt.

Die Shuffle-Daten werden 30 Tage für den Anwender reserviert. Nach Ablauf der Zeit werden sie entweder automatisch verlängert oder gelöscht. Dies können Nutzer in den Einstellungen selbst festlegen. Zudem kann für jede Shuffle-Nummer eine eigene Mailbox-Ansage erstellt werden.

Als Anwendungsbeispiele nennen die kanadischen Entwickler Soziale Netzwerke, Kurzzeit-Projekte oder interne Anwendungen in Firmen wie eigene Nummern für Personal- oder Kundenabteilung. Auch eine eigene Home-Office-Telefonnummer, die direkt an das private Smartphone weitergeleitet wird, ist den Entwicklern zufolge möglich. Damit bleibt der Nutzer vor Anrufen außerhalb der Arbeitszeit geschützt.

Die Abrechnung für Telefongespräche oder SMS über Shuffle erfolgt direkt über die App. Die Entwickler versprechen dafür absolute Transparenz über die anfallenden Kosten. Der Dienst ist vorerst nur in Kanada und den USA verfügbar. Allerdings ist eine Ausweitung auf weitere Länder bereits geplant.

Shuffle eignet sich vor allem für Nutzer, die ihre privaten Kontaktdaten nicht herausgeben wollen. Die Anwendung soll auch vor Spam und unerwünschten Werbeanrufen schützen können. Wer die Telefonfunktionen nicht benötigt, findet bei einer kurzen Suche im Web bereits eine Vielzahl von Diensten, die Einmal- beziehungsweise Wegwerf-E-Mail-Konten anbieten. Dazu zählen auch Anbieter mit Sitz in Deutschland wie TrashMail.net und Spoofmail.de.

Außerdem hat Apple im Frühjahr mit dem Antrag für das US-Patent 20140047043 gezeigt, dass sich der Konzern für das Thema interessiert. Darin heißt es: “Die Wegwerf-E-Mail-Adresse wird von einem E-Mail-Server erzeugt, der die Korrespondenz verwaltet, damit die damit verbundene feste E-Mail-Adresse nicht sichtbar wird.” Dennoch soll es weiterhin möglich sein, den zeitweiligen Adressen Kontextinformationen zuzuordnen, die in den versandten Mails nicht sichtbar sind. Damit bekämen Nutzer ein Werkzeug an die Hand, um zu überprüfen, wer ihre Adresse an wen weitergibt.


Die Entwickler erklären Shuffle.