Otto Gruppe und mutmaßliche russische Ex-Agentin eröffnen Online-Shop für Mode

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Der Webshop von Anna Chapmans Modelabel Acmoda (Screenshot: ITespresso)

Dort will Anna Chapman ihre selbst entworfenen Kreationen vertreiben. Die Otto Group sorgt durch ihr russisches Tochterunternehmen für die logistische Unterstützung: eTraction stellt unter anderem Call-Center-Dienstleistungen und wickelt das Retourenmanagement ab.

Anna Chapman, russische Geschäftsfrau und mutmaßliche ehemalige Geheimagentin, die 2010 durch das FBI enttarnt wurde, will mit indirekter Hilfe der Otto Gruppe einen Webshop für ihre, Anfang 2014 vorgestellte, eigene Modemarke “Acmoda” eröffnen. Laut einem im vergangenen Monat unterzeichneten Vertrag wird eTraction – ein Tochterunternehmen der Otto Group in Russland – zur Unterstützung des Online-Shops sowohl die Lagerhaltung und Auftragsabwicklung als auch Dienstleistungen rund um das Call Center sowie das Retourenmanagement übernehmen. Die Auslieferung der Ware soll hingegen durch spezialisierte Partnerunternehmen von eTraction erfolgen.

Der  Webshop von Anna Chapmans Modelabel Acmoda (Screenshot: ITespresso)
Der Webshop von Anna Chapmans Modelabel Acmoda (Screenshot: ITespresso)

Seine Leistungen lässt sich eTraction – wie bei seinen anderen Kunden auch – auf Basis der pro Bestellung anfallenden Kosten vergüten. Demnach zahlt Chapmans Unternehmen eine auf den Umsatzerlösen basierende und somit pauschalpreisbefreite Gebühr. “Flexible Konditionen wie diese ermöglichen nicht nur internationalen Modemarken den Zugang zu unseren Diensten, sondern auch russischen Designern, die gerade erst ins Geschäft einsteigen”, erklärt Jewgenij Schepelin, Geschäftsführer bei eTraction.

Chapman brachte ihre eigene Marke Anfang des Jahres auf den Markt. Wie sie gegenüber East-West Digital News erklärt, seien ihre Modeartikel unter anderem bereits über führende russische Fashion-Webseiten wie Lamoda, Wildberries und Trendbrands erhältlich.

Außerdem können die Artikel laut Chapman in beliebiger Menge durch ausländische Großhandelspartner erworben werden. Die ehemalige Agentin fügt jedoch an: “Das gilt allerdings nur dann, wenn sie kein Problem mit russischen Etiketten haben. Wollen sie diese jedoch in englischer Sprache ordern, so liegt der Mindestbestellwert bei 15.000 Dollar.” Ein Angebot für Endverbraucher ist demgegenüber aktuell überhaupt nicht verfügbar.

Der kommende Online-Shop ist nicht das erste digitale Projekt der Geschäftsfrau Anna Chapman. Bereits im Jahr 2006 gründete sie Domdot.ru – eine russische Suchmaschine für Immobilien. Nach dem Spionageskandal im Jahr 2010, als Chapman in den USA durch das FBI als russische Agentin enttarnt wurde, arbeitete sie zunächst als Redakteurin für die russische Publikation “Venture News” und ging zusätzlich politischen, sozialen und wissenschaftlichen Aktivitäten nach.

[Mit Material von Adrien Henni, East-West Digital News]

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