Microsoft gibt Kartenprogramme MapPoint und AutoRoute auf

IT-ManagementIT-ProjekteSoftware
Microsoft (Bild: Microsoft)

Die Mapping-Sofware für den Desktop ist noch bis Jahresende erhältlich. Den Online-Support verspricht Microsoft noch mindestens bis Sommer 2015 weiterlaufen zu lassen. Als Alternative empfiehlt Microsoft Bing Maps, das viel Technik aus MapPoint und AutoRoute enthält.

Microsoft wird sein sein Angebot MapPoint zum Jahresende auslaufen lassen. Es soll ab 31. Dezember 2014 nicht mehr verkauft werden. Der Online-Support wird abr mindestens noch bis Juli 2015 aufrecht erhalten.

Microsoft Logo

Das Kartenprogramm für Geschäftskunden bindet sich in Microsoft Office ein und kann Kartendaten aus unterschiedlichen Quellen – darunter auch Excel – übernehmen. Gegenüber Cloud-Angeboten wie Google Maps oder Microsofts Bing Maps hat es zudem den Vorteil, Karten mit Geschäftsinformationen anzureichern. Außerdem bringt es auch einfache Analytics-Funktionen mit.

MapPoint ist bereits 14 Jahre alt. Es ging aus dem Expedia Streets and Trips Planner 98 hervor, einer Kartensoftware für private Anwender, die mit Office 97 Small Business Edition ausgeliefert wurde. Für Geschäftskunden wurde es mit umfangreichen geografischen, geschäftlichen und demografischen Daten angereichert. Zur Verstärkung übernahm Microsoft im Lauf der Jahre eine ganze Reihe von Firmen, darunter Vexcel, Vicinity Corporation und GeoTango.

Das vor allem in Europa verbreitete AutoRoute und sein nordamerikanisches Heimanwender-Pendant Streets & Trips werden ebenfalls eingestellt, da sie auf der MapRoute-Technik beruhen. AutoRoute stammt ursprünglich vom britischen Unternehmen NextBase und wurde vor allem in Großbritannien genutzt. Darauf geht auch Microsoft in seiner Abkündigung ein: “Zu einer Zeit, da die meiste Software textbasiert war und auf Floppy-Disks verkauft wurde, fiel AutoRoute durch seine starke Grafik-Orientierung auf. Die Betaversion wurde an einige Journalisten gegeben und verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Auf dem Höhepunkt der Begeisterung schätzte NextBase, dass fast auf jedem zweiten Rechner in Großbritannien dieses Programm lief.”

NextBase wurde 1994 durch Microsoft übernommen. Die Programmierer zogen in die USA um, um dort weitere Kartenprogramme für den Konzern zu schreiben. Microsoft zufolge hatte die Software über fast 20 Jahre hinweg zahlreiche loyale Fans. Sie können MapPoint 2013 noch bis zum Jahresende kaufen.

Als künftige Alternative empfiehlt Microsoft sein Bing Maps, in dem viel Technik aus MapPoint und AutoRoute enthalten sei. Wer die Analyse-Möglichkeiten benötigt oder auf einer Offline-Desktop-Lösung besteht, kann sich Maptitude von Caliper ansehen. Caliper-CEO Stewart Berry kommentiert, nach Microsofts Rückzug habe man die letzte erschwingliche Desktop-Kartenlösung im Markt: “Wir arbeiten mit vielen großen Kunden zusammen, die ihre Daten nicht in der Ferne gespeichert haben wollen oder die unbeschränkte Offline-Werkzeuge für Geocoding- und Adressenabgleich benötigen. Zugleich schrecken viele kleineren Firmen vor jährlichen oder monatlichen Abogebühren zurück und ziehen einen einmaligen Kauf vor.”

Wer überwiegend die Möglichkeiten zur Routenplanung, Navigation und Standortnachverfolgung nutzt, wird dagegen zum Beispiel bei Anbietern wie TomTom, dass neben Navigationsgeräten auch Software für das Flottenmanagement anbietet, oder der Koblenzer Firma PTC GPS fündig, die darüber hinaus auch Ortungsdienste anbietet. Bei wem die Visualisierung und automatische Befüllung von Karten mit Daten, oder auch die Integration in Microsoft-Office-Programme – sowie inzwischen auch Office-Software für Mac OS – im Vordergrund steht, der kann sich das Angebot des eher auf größere Unternehmen und Spezialisten ausgerichteten Anbieters Esri anschauen.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

Tipp: Wie gut kennen Sie sich mit der europäischen Technologie-Geschichte aus? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen