Anleitung: Private Daten sicher vom Android-Smartphone löschen

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Android Security (Bild: ZDNet.com)

Bevor man sein Android-Smartphone oder-Tablet verkauft ist es wichtig, sämtliche persönliche Daten zu löschen. ITespresso zeigt, welche Schritte ein Factory-Reset respektive das Zurücksetzen unter Android dafür sorgen, dass die Daten wirklich weg und nicht nur vorerst unsichtbar sind.

Wer ein gebrauchtes Android-Smartphones oder -Tablet verkaufen will, sollt Nutzer darauf achten, seine persönlichen Daten nach der Sicherung zu löschen. Dafür können Nutzer, die in Android integrierte Funktion “auf Werkseinstellungen zurück” verwenden. Sie ist auch als “Factory-Reset” bekannt. Je nach Hersteller kann sie auch einen etwas anderen Namen tragen (HTC: “Telefon zurücksetzen”, Sony: “auf Werkszustand zurücksetzen”).

Üblicherweise ist die Funktion aber in den Geräteeinstellungen unter der Option “Sichern & Zurücksetzen” zu finden. Dabei werden Google zufolge sämtliche Daten aus dem internen Speicher des Smartphones gelöscht. Sollte eine MicroSD-Karte vorhanden sein, werden auch die dort vorhandenen Daten entfernt. Eigentlich sollten Nutzer das Gerät dann ohne Bedenken verkaufen oder weitergeben können.

Unter Android findet sich die Zurücksetzen-Funktion in der Regel in den Geräteeinstellungen unter Sichern & Zurücksetzen. Von links nach rechts: Nexus 5, HTC One (M8), Sony Xperia Z2 (Bild: CNET.de).
Unter Android findet sich die Zurücksetzen-Funktion in der Regel in den Geräteeinstellungen unter Sichern & Zurücksetzen. Von links nach rechts: Nexus 5, HTC One (M8), Sony Xperia Z2 (Bild: CNET.de).

Allerdings hat eine Studie des Sicherheitsunternehmens Avast gezeigt, dass die Zurücksetzen-Funktion nicht alle Nutzerdaten beseitigt. Auf 20 bei Ebay gekauften Android-Smartphones konnte die Firma über 40.000 Fotos, 750 E-Mails und SMS Nachrichten sowie 250 Kontakte wiederherstellen. Darüber hinaus waren ihre Experten in der Lage, vier der ehemaligen Gerätebesitzer zu identifizieren und sogar einen kompletten Kreditantrag zurückzuholen. Dafür setzten sie Werkzeuge ein, die öffentlich zugänglich sind. Avast erklärt in einem Blogbeitrag, die drei verwendeten Methoden, die zur Wiederherstellung der Daten eingesetzt wurden.

Die Studie nutzt Avast selbstverständlich, um die eigene Sicherheitslösung zu bewerben. Die App Avast! Anti-Theft ist kostenlos im Google Play Store erhältlich. Das Sicherheitsunternehmen verspricht, dass die Anwendung persönliche Daten überschreibt und sicher löscht. Die Funktion steht jedoch nur registrierten Avast-Nutzern zur Verfügung. Allerdings lassen sich auch mit folgenden Schritten, Daten möglichst sicher entfernen.

Schritt 1: Daten verschlüsseln

Bevor Nutzer einen Factory-Reset vornehmen, sollten sie die Daten zunächst verschlüsseln. Dadurch werden sie schwerer zugänglich, wenn die Zurücksetzen-Funktion von Android die Daten nicht vollständig entfernt. Zum Auslesen wird nämlich ein Schlüssel benötigt. Die Verschlüsselung kann in den Einstellungen des Smartphones vorgenommen werden.

Unter Stock-Android auf einem Nexus 5 ist die Option, unter dem Punkt “Sicherheit”, “Telefon verschlüsseln” zu finden. Bei HTC-Geräten versteckt sie sich beispielsweise unter “Speicher”. Dort befindet sich eine identische Funktion für die Inhalte der Speicherkarte, sofern eine verwendet wird. Je nach Menge der Daten kann der Vorgang einige Zeit dauern. Google zufolge benötigt die Verschlüsselung bei wenigen Daten mindestens eine Stunde. Darüber hinaus muss der Akku komplett aufgeladen sein.

Die Funktion zum Verschlüsseln der Daten ist meist unter dem Punkt Sicherheit in den Geräteeinstellung versteckt. Bei HTC (rechts) findet man sie allerdings in der Kategorie Speicher (Bild: CNET.de).
Die Funktion zum Verschlüsseln der Daten ist meist unter dem Punkt “Sicherheit” in den Geräteeinstellung zu finden. Bei HTC (rechts) findet man sie allerdings in der Kategorie “Speicher” (Bild: CNET.de).

Schritt 2: das Android-Gerät zurücksetzen (Factory Reset)

Nach dem Verschlüsseln der Daten kann ein Factory-Reset beziehungsweise das Zurücksetzen des Smartphones durchgeführt werden. Wie bereits erwähnt, ist dies in den Geräteeinstellungen unter der Option “Sichern & Zurücksetzen” zu finden. Alle benötigten Daten sollten zuvor gesichert werden. Denn ab hier wird es knifflig, sie zurückzuholen.

Schritt 3: Daten überschreiben

Das Wiederherstellen der Daten wurde durch Schritt 1 erschwert. Für mehr Sicherheit kann der Speicher nun mit sogenannten Dummy-Daten überschrieben werden. Dafür erstellt man beispielsweise falsche Kontakte oder lädt schwarze Fotos und Videos – oder andere große Dateien, die in keiner Verbindung mit dem Besitzer stehen – auf das Gerät. Dadurch wird der Speicher überschrieben.

Schritt 4: das Android-Gerät erneut zurücksetzen (Factory Reset)

Nach dem der Speicher mit sinnlosen Daten gefüllt wurde, wiederholt man Schritt 2 und setzt das Gerät ein weiteres Mal zurück. Durch Schritt 3 lassen sich die Daten nur noch schwer wiederherstellen, da die ursprünglichen Daten des Besitzers jetzt sozusagen unter den falschen Dateien versteckt sind.

Die Schritte 3 und 4 können beliebig oft wiederholt werden. Die persönlichen Daten lasssen sich ohne den Verschlüsselungs-Key, der beim Zurücksetzen überschrieben wird, ohne hin nur noch sehr schwer wieder herstellten.

[mit Material von Christian Schartel, CNET.de]

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