Nokia X eingestellt: Microsofts Ausflug in die Android-Welt ist zu Ende

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Das Nokia X2 kommt in der zweiten Jahreshälfte 2014 in Deutschland für 129 Euro auf den Markt (Bild: Nokia).

Der gestern angekündigten Umstrukturierung fallen nicht nur 18.000 Stellen zum Opfer, auch mehrere Produktreihen müssen dran glauben: Neben dem Android-Smartphone Nokia X sollen offenbar auch die für Schwellenländer konzipierten Reihen Asha und S40 nicht mehr fortgeführt werden.

Im Zuge der gestern angekündigten Umstrukturierung fsallen ebi Microsoft nicht nur 18.000 Stellen weg, es werden auch mehrere Produktreihen der im April von Nokia übernommenen Mobilfunkgerätesparte eingestellt. Laut Stephen Elop, inzwischen Vizepräsident und Chef von Microsofts Gerätesparte, wird es keine weiteren Smartphones der Nokia-X-Serie geben. Erst im Juni war noch die zweite Generation der Android-Smartphones vorgestellt und der Verkaufsstart für das zweite Halbjahr 2014 angekündigt worden. Daher kommt der Schritt nun doch einigermaßen überraschend.

Das Nokia X2 sollte im zweiten Halbjahr für 129 Euro in den Handel kommen - wird jetzt aber eingestampft  (Bild: Microsoft).
Das Nokia X2 sollte im zweiten Halbjahr für 129 Euro in den Handel kommen – wird jetzt aber eingestampft (Bild: Microsoft).

Zudem will die indische Site The Boy Genius Report India erfahren haben, dass Microsoft auch die Reihen S40 und die als Einstieg ins Smartphone-Segment positionierten Geräte der Asha-Reihe aufgibt. Die Site beruft sich auf ein internes Rundschreiben der Managerin Jo Harlow, die bei Nokia für den Geschäftsbereich Smart Devices verantwortlich war.

“Wir konzentrieren uns insbesondere darauf, den Markt für Windows Phone zu bereiten”, heißt es in Elops recht unglücklich formuliertem Rundschreiben an die Microsoft-Mitarbeiter. “Kurzfristig werden wir die Windows-Phone-Verkaufszahlen ankurbeln, indem wir mit Lumia günstigere Smartphone-Segmente ansprechen, den am schnellsten wachsenden Bereich im Markt. Zusätzlich zu dem bereits geplanten Portfolio werden wir weitere Low-Cost-Lumia-Geräte liefern, indem wir ausgewählte, in Vorbereitung befindliche Nokia-X-Designs und -Produkte auf Windows-Phone-Geräte übertragen. Diese Änderungen setzen wir sofort um, während wir die vorhandenen Nokia-X-Produkte weiterhin verkaufen und unterstützen.”

In seiner E-Mail kündigt Elop zudem organisatorische Veränderungen an. Als Folge der Ausrichtung auf Windows Phone legt Microsoft die ehemaligen Nokia-Sparten Smart Devices und Mobiltelefone zusammen. Der Geschäftsbereich Phones werde künftig von Harlow geleitet. Das Team sei nicht nur für den Erfolg der Lumia-Produkte, sondern auch für den Übergang einiger Nokia-X-Produkte zu Lumia sowie den laufenden Geschäftsbetrieb verantwortlich.

Noch im April, also nach Abschluss der Übernahme von Nokias Handysparte, hatte Elop die Entscheidung, ein auf Android basierendes Smartphone auf den Markt zu bringen, verteidigt. Der Vermutung, Microsoft werde sich von der erst im Februar vorgestellten Produktfamilie Nokia X wieder trennen, erteilte er zu dem Zeitpunkt noch eine klare Absage.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

Tipp der Redaktion: Bei Mobilgeräten dominieren Apple mit iOS und Google mit Android den Markt. Doch seit der Übernahme von Nokias Mobiltelefongeschäft beginnt Windows Phone aufzuholen. Im ITespresso-Interview erklärt Microsoft-Manager Gregor Bieler, welche Vorteile das Mobilbetriebssystem hat und mit welcher Strategie er Unternehmen überzeugen will.

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