Jeder zehnte PC läuft mit ungepatchtem Windows-Betriebssystem

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Das geht aus einem Bericht des Sicherheitsspezialisten Secunia für Deutschland hervor. In Österreich sind es immerhin noch 9,3 Prozent der Rechner, in der Schweiz lediglich 8,4 Prozent. Bei Anwendungssoftware – vor allem Adobe Flash Jave und dem Browser; sind die Zahlen noch wesentlich höher.

10 Prozent der deutschen, 9,3 Prozent der österreichischen und 8,4 Prozent der schweizerischen Nutzer verwenden einen Computer mit veralteter Version des genutzten Windows-Betriebssystem. In allen drei Ländern handelt es sich dabei vor allem um ungepatchte Versionen von Windows 7, Windows 8 und Windows Vista. Das geht aus dem Secunia PSI Country Report für das zweite Quartal 2014 hervor. Diesen Bericht erstellt der Anbieter von IT-Sicherheitslösungen zur Verwaltung und Kontrolle von Bedrohungen durch Schwachstellen bereits seit 2007 regelmäßig.

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Zudem sind durchschnittlich etwas über zehn Prozent der nicht von Microsoft stammenden Anwendungsprogramme Programme nicht auf dem aktuellsten Stand. Rund fünf Prozent der von Secunia gefundenen Programme werden von ihrem Hersteller sogar überhaupt nicht mehr unterstützt.

“In Deutschland, Österreich und der Schweiz jeweils mehr als zwei Drittel der Nutzer Versionen von Adobe Flash Player 13 ein, die bereits das Ende des Lebenszyklus erreicht haben”, sagt Kasper Lindgaard, Forschungsleiter bei Secunia. “Adobe hat vor kurzem die Version 14 veröffentlicht, doch die Mehrheit der Anwender nutzt immer noch die Vorgängerversion, obwohl diese ungepatchte Schwachstellen aufweist. Es ist in jedem Fall empfehlenswert, ältere Versionen zu entfernen und nur aktuelle, vollständig gepatchte zu verwenden, um die Sicherheit deutlich zu erhöhen.”

Secunia liefert aber auch eine Erklärung für die Update-Faulheit mit: Durchschnittlich haben deutsche PC-Nutzer 80 Programme von 29 unterschiedlichen Herstellern installiert. Um Schwachstellen zu beseitigen, müssten sie also 29 unterschiedliche Update-Mechanismen im Blick behalten oder erlauben.

Zu den am häufigsten genutzten, bereits abgekündigten Programmen gehören in Deutschland Adobe Flash Player 11.x bis 13.x, Mozilla Firefox 28.x und 29.x. Oracle Java JRE 1.6.x/6.x, Google Chrome 34.x, OpenOffice.org 3.x, Adobe AIR 3.x und WinRAR 4.x. Bedenklich ist dies auch deshalb, weil Angreifer sich immer häufiger darauf verlegen, den Weg über Java zu gehen, wäheln aber auch nach wie vor oft den über Adobe-Produkte oder andere, weit verbreitete Software von Drittanbietern.

Die laut Secunia in Deutschland zehn häufigsten, ungepatchten Programme auf Windows-PCs (Grafik: Secunia).
Die laut Secunia in Deutschland zehn häufigsten, ungepatchten Programme auf Windows-PCs (Grafik: Secunia).

Auf einem durchschnittlichen Windows-PC in Österreich stammen laut Secunia 62 Prozent der Software von Drittanbietern. In ihnen stecken 48 Prozent der gefundenen Schwachstellen. Das veraltete Adobe Flash Player 13 nutzen noch 67 Prozent der österreichischen PC-Besitzer.65 Prozent vertrauen immer noch Java 7, 40 Prozent davonhaben es sogar noch nie upgedatet – und setzen sich damit allen 125 von Oracle im Lauf der Zeit gepatchten Schwachstellen aus.

Währenf die Schweizer mit lediglich acht Prozent ungepatchter Windows-PCs beim Betriebssystem Updates am fleißigsten einspielen, lassen sie bei Java und dem Flash Player die Zügel ähnlich stark noch mehr schleifen, als ihre Nachbarn. So arbeiten noch 68 Prozent der Schweizer Nutzer mit Java 7, davon 36 Prozent mit einer niemals gepatchten Version. Und auf 72 Prozent der Schweizer PCs schauen sich die Anwender Videos und Animationen mit dem schon abgekündigten Adobe Flash Player 13.

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