Das überwachte Auto: ausgewähle Dashcams im Überblick

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Dashcams

Kameras am Armaturenbrett des Wagens (“Cams” am “Dashboard”, daher der Name) dienen inzwischen auch als Beweislieferant für Unfallversicherungen. Sie agieren aber auch als Warner bei zu hoher Geschwindigkeit oder mit passendem Zubehör als Diebstahlschutz. ITespresso hat sich ausgewählte Angebote angesehen und erklärt, worauf es ankommt.

Die häufig wegen ihrer etablierten Verbreitung im Osten auch “Russenkameras” genannten Dashcams werden hierzulande zunehmend genutzt, wenn es darum geht, der Autoversicherung oder der Polizei Unfallhergänge genauer zu erläutern. Die Auto-Kameras dienen auch dazu, Drängler im Straßenverkehr zu identifizieren – je nach Bildauflösung und Qualität der digitalen Aufnahmen sind Autokennzeichen mehr oder weniger gut erkennbar. Nach einem Urteil des Landgerichts München darf das Material aus der Kamera verwendet werden, wenn zum Zeitpunkt der Aufnahme damit noch kein bestimmter Zweck verfolgt wurde und das Video später der Beweissicherung dient.

Dashcams
Fast alle Dashcams lassen sich mit Saugnapf an der Frontscheibe anbringen. Zahreiche weitere Befestigungsmöglichkeiten sind meist als kostenpflichtige Add-ons erhältlich (Bild: Easypix).

Damit, wie die Kameras aufzeichnen, fangen die Unterschiede an. Einige Modelle liefern ständige Videoaufzeichnung und beginnen “am Ende des Speichers” wieder von vorne zu sichern und altes Material zu überschreiben. Bis zu acht Stunden Full-HD-Material kommt auf einer 32 GByte großen SDHC-Karte unter, bei geringeren Auflösungen sogar mehr.

Nur wenige Dashcams können per SDXC auf 64 GByte Speicher aufgerüstet werden – doch die Speicherkarten muss sich der Nutzer in jedem der Fälle zusätzlich kaufen. Keiner der Produzenten stattet seine Systeme bereits mit internem Speicher aus – wohl um die Hürde zur Anschaffung für die Verbraucher möglichst niedrirg zu halten.

In mehreren Geräten wird nur häppchenweise aufgezeichnet. Manche sichern Aufnahmen erst dann langfistig, wenn es kracht: Dafür sorgen Bewegungsmelder und G-Sensoren. Die Technik dieser Geräte verhindert dann das spätere Überschreiben der Aufzeichnung, wenn der Speicher nicht wieder freigegeben wird. Der aufgenommene Blickwinkel ist wichtig für die Beweiskraft der Bilder – alle hier gelisteten Geräte kommen daher mit Weitwinkelkameras.

Dashcams mit Display bis 2,4 Zoll

Modell Blaupunkt DVR-BP 1.0 HD Rollei CarDVR-200 WiFi Rollei CarDVR-210 WiFi GPS MiVue 388
Display 1,5 Zoll 2,0 Zoll 2,0 Zoll 2,4 Zoll
UVP in Euro 79,95 169,99 219,99 199,99
Speichererweiterung Bis 64 GByte
SD/SDHC/SDXC
Bis 32 GByte SDHC Bis 64 GByte
D/SDHC/SDXC
Bis 32 GByte SDHC
Blickwinkel 120 Grad 160 Grad 160 Grad 120 Grad
Auflösung/Format 1920 mal 1080 / AVI + M-JPEG 2304 mal 1296 2304 mal 1296 1920 mal 1080
.mov in H.264
Nachtmodus ja ja ja ja
Bewegungserkennung/
Parkmodus
ja ja ja ja
Größe 6,0 mal 5,2 mal 4,1 Zentimeter 6,3 mal 5,0 mal 1,9 Zentimeter 6,3 mal 5,0 mal 1,9 Zentimeter 6,2 mal 6,7 mal 32 Zentimeter
Schnittstellen keine WLAN (Videostreaming) WLAN (Videostreaming) HDMI
GPS nein nein ja ja
Radarwarner nein nein nein ja
Akku 120 mAh 700 mAh 700 mAh 470 mAh
Heck-Ansicht nein nein nein nein

Im Gegensatz zu herkömmlichen Digitalkameras muss eine Dashcam nur einmal im Fahrzeug montiert werden, der Rest läuft dann von alleine: Mit der Zündung schaltet sich die Kamera ein. Beim Energieverbrauch insbesondere bei der Nutzung im stehenden Betrieb (etwa als Diebstahlschutz) ist darauf zu achten, dass ein Entladungsschutz eine direkt angeschlossene Batterie vor dem “Aussaugen” bewahrt

Verschiedene Zubehörkabel sorgen dafür, dass auch stehende und ausgeschaltete Wagen trotz aktiver Kamera fahrtauglich bleiben. Hängt die Dashcam nur am Zigarettenanzünder oder an einer Lichtquelle des Autos, ist diese Gefahr nicht gegeben; dann zeichnet sie im ausgeschalteten Modus aber natürlich auch nichts auf. Mitgelieferte Akkus sorgen in der Regel nur für unterbrechungsfreies Arbeiten – völlig unabhängig von der Autobatterie filmt aber keine der Dashcams.

Dashcams mit 2,7-Zoll-Display

Modell Gembird
Dcam-006
Rollei
CarDVR-120 GPS
Iconbit
DVR FHD QX1
Iconbit
DVR FHD LX
easypix
StreetVision SV1
UVP in Euro 99,99 189,99 99,00 59,00 119,00
Speicher-
Erweiterung
Bis 32 GByte
SDHC
Bis 32 GByte
SDHC
Bis 32 GByte
SDHC
Bis 32 GByte
SDHC
Bis 32 GByte
SDHC
Erfasster
Blickwinkel
120 Grad 135 Grad 120 Grad,
mit Drehung 160 Grad
120 Grad,
mit Drehung 160 Grad
120 Grad
Auflösung
/Format
1920 mal 720 (2 Linsen kombiniert, einzeln 1440 mal 1080)
interpoliert 1080p/
als .mov in H.264
2304 mal 1296 1920 mal 1080 in H.264
als .mov, JPEG-Fotos 2592×1944
1920 mal 1080 in H.264
als .mov
1920 mal 1080 in H.264 als .mov
Nachtmodus ja ja ja ja ja
Bewegungserkennung/
Parkmodus
ja ja ja ja ja
Größe 19,5 mal 13,5 mal 5,8 Zentimeter 8,7 mal 4,9 mal 1,4 Zentimeter 8,8 mal 7,1 mal 3,9 Zentimeter 8,7 mal 7,0 mal 3,9 Zentimeter 10 mal 4,5 mal 2 Zentimeter
Schnittstellen USB 2.0, Mini-HDMI keine Mini-HDMI, USB 2.0,
Composite Video (PAL)
Mini-HDMI, USB 2.0,
Composite Video (PAL)
USB 2.0, HDMI,
AV out
GPS nein ja ja ja ja
Radarwarner nein nein nein nein nein
Akku 600 mAh 120 mAh 140 mAh 300 mAh keine Angabe
Heck-Ansicht per drehbarer
Zweitlinse
nein nein nein nein

Wenige Varianten kommen mit einer gesonderten Heckkamera: diese nimmt dann auch den rückwärtigen Verkehr auf. Sie wird mit der Hauptkamera per Kabel verbunden und speichert ihre Bilder dort. So werden nicht nur die eigenen Eskapden, sondern auch auffahrend, andere Vekehrsteilnehmer gefilmt. Hat das Hauptgerät ein Display, dient eine Liveübertragung von hinten als Einparkhilfe. Mit bis zu vier Kameras klauben sich Geräte im Preisbereich von über 100 Euro einen digitalen Gesamtüberblick zusammen. Hersteller Rollei verknüpft seine Cams zusätzlich mit einem Radarwarner, doch das ist nicht in allen Reiseländern erlaubt.

Dashcam mit Display über drei Zoll
und Einparkhilfe

Modell Iconbit DVR Q2
Display 3,5 Zoll
UVP in Euro 119
Speicher-Erweiterung Bis 32 GByte SDHC
Erfasster Blickwinkel 120 Grad, mit Drehung 160 Grad
Auflösung / Format 1920 mal 1080 JPEG-Fotos 2048 mal 1536
Nachtmodus ja
Bewegungserkennung / Parkmodus ja
Größe 10,8 mal 7,1 mal 1,4 Zentimeter
Schnittstellen Mini-HDMI, USB 2.0, Composite Video(PAL)
GPS ja
Radarwarner nein
Akku 500 mAh
Heck-Ansicht zwei externe Minikameras

Alle hier aufgelisteten Kameras zeichnen mit Hilfe von Infrarot-Lampen auch im Dunkeln auf. Eine Bewegungs- oder zumindest Kollisionskontrolle haben sie alle. Ein G-Sensor erkennt die Beschleunigung, in manchen Fällen wird dies als Geschwindigkeitskontrolle genutzt.

Die Preisempfehlungen variieren bei aktuellen Geräten von 59 bis knapp 200 Euro – im Handel sind sie natürlich in Aktionen oft billiger. Profis können im Fachhandel Dashcams mit bis zu vier Kameras/Linsen und gesonderter Software zu Preisen von bis zu 300 Euro erwerben. Die Auswahl ist also groß, die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Eines sollten Sie mit den Aufnahmen Ihrer Dashcam aber keinesfalls machen – auch wenn es im Netz von gerade noch einmal gutgegangenen ebenso wie von weniger glimpflich verlaufenen Szenen wimmelt: Die Aufnahmen veröffentlichen. Denn was in Russland zum Beispiel kein Problem zu sein scheint, ist in Deutschland juristisch nicht unbedenklich.

Dashcams im Überblick

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Dashcams im Überblick
Fast wie ein U-Boot-Periskop hängt die Blaupunkt DVR-BP 1.0 HD im Blickfeld des Fahrers. Das Gerät stellt a-rival unter Blaupunkt-Lizenz her, Conrad hat es derzeit für knapp 50 Euro im Angebot.
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