Google: 100 Millionen Dollar für europäischen Start-up-Fonds

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(Bild: Shutterstock /Gorillaimages)

Start-ups will das Unternehmen aber nicht nur mit Geld, sondern auch mit Unterstützung, zum Beispiel bei Entwicklung und Produktmanagement, fördern. Der Konzern sieht grundsätzlich großes Potenzial für Start-ups in Europa, wo generell weniger Venture Capital zur Verfügung steht. Als interessante Beispiele nennt Google ausdrücklich SoundCloud und Spotify.

Google Ventures, die für Wagniskapital zuständige Tochter des Internetkonzerns, hat einen Fonds von über 100 Millionen Dollar aufgelegt, mit dem gezielt Start-ups in Europa gefördert werden sollen. Der Konzern will so sicherstellen, an Entwicklungen in Europa zu partizipieren. “Unser Ziel ist einfach: Wir wollen in die besten Ideen von den besten europäischen Unternehmern investieren und ihnen helfen, ihre Ideen umzusetzen”, erklärt Bill Maris, Managing Partner bei Google Ventures.

Im Juni hat Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (links) das in den nächsten drei Jahren von Google finnaziete Start-up-Zentrum Factory offiziell eröffnet (Bild: a+o GmbH).
Im Juni hat Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (links) das in den nächsten drei Jahren von Google finanzierte Start-up-Zentrum Factory offiziell eröffnet (Bild: a+o GmbH).

Maris bescheinigt der europäischen Start-up-Szene ein großes Potenzial. “Wir haben überwältigende neue Unternehmen gesehen, die in London, Paris, Berlin, Nordeuropa und darüber hinaus entstanden sind – SoundCloud, Spotify, Supercell und viele andere.” Geleitet wird der Fonds von Tom Hulme, Avid Larizadeh, Gründer des Mode-Accessoires-Anbieters Boticca, Angel-Investor und Unternehmensberater Peter Read sowie Eze Vidra, Gründer des Google Campus in London. Vorübergehend steht ihnen der ehemalige Technik-Blogger MG Siegler zur Seite, der auch General Partner von Google Ventures USA ist. Seinen Sitz hat der Fonds in Clerkenwell, London, in unmittelbarer Nähe zur Old Street, die in Anspielung auf das Silicon Valley auch “Silicon Roundabout” genannt wird.

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In Berlin kommt in Deutschland mit Abstand der größte Betrag an Venture Capital bei Start-ups an (Grafik: Bitkom).

Googles Interesse an europäischen Entwicklungen ist nicht ganz neu: Schon im Juni 2012 startete es den “Start-up Campus”. Dessen Ziel ist es, Ideen von Jungunternehmern in Deutschland zur Marktreife zu bringen. Im Rahmen der Initiative Google für Unternehmsgründer unterstützt der Konzern zudem das Berliner Start-up-Zentrum Factory seit 2012. Zum Förderprogramm gehören Seminare, die Vermittlung von Technologiewissen sowie Veranstaltungen für Unternehmer und Entwickler. Außerdem stehen in einem Mentorenprogramm Google-Experten als Trainer und Ratgeber zur Verfügung.

Im Juni wurde die umgestaltete, 16.000 Quadratmeter große Anlage nach zwei Jahren Umbauzeit neu eröffnet. Zu den 22 gewerblichen Mietern gehören auch Twitter, Mozilla, Soundcloud und das Berliner Unternehmen 6Wunderkinder. Das neu gestaltete Gründerzentrum wird von Google über einen Zeitraum von drei Jahren mit insgesamt einer Million Euro gefördert. Es soll als sowohl Unternehmensgründer aus dem IT-Bereich als auch etablierten Technologieunternehmen als Anlaufpunkt dienen.

Google Ventures ist zudem nicht die einzige US-Investmentfirma, die sich nun auch in Europa engagiert. Index Ventures legte kürzlich einen Fonds über 550 Millionen Dollar für neu gegründete Firmen auf. Accel hat für europäische Start-ups 475 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt und Balderton Capital 305 Millionen Dollar. Damit ist bei Google die Summe letzendlich am geringsten, wertvoll sein dürfte aber auch die Unterstützung in den Bereichen Entwicklung, Technik, Personal, Marketing und Produktmanagement.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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