Ein Drittel aller Daten auf Magnetband sind verloren

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IBM erreicht mit einer neuen Magnetband-Speichertechnologie eine Kapazität von bis zu 154 TByte. (Bild: IBM)

Datenretter Kroll-Ontrack und die EDP-Vertriebs-GmbH befragten Unternehmen zu ihrem Umgang mit alten Daten. Erschreckendes Ergebnis: Viele gehen fahrlässig mit den alten Bändern um. Oft ist zudem keinerlei Möglichkeit des Recovery mehr vorhanden.

In der aktuellen Studie zum Thema “Management von Magnetbändern für Backup- und Archiv-Lösungen” von Kroll-Ontrack und der EDP Vertriebs GmbH zeigt sich: Mehr als ein Drittel aller Unternehmen haben Probleme, auf ihre auf Magnetband archivierten Daten zuzugreifen.

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Der fahrlässige Umgang mit “Dark Data” entspringt oft der Tatsache, dass in über der Hälfte aller befragten Unternehmen nicht einmal ein Krisenplan vorhanden ist, der das Vorgehen beim Schwund der Backup-Daten regelt. Mehr als zehn Prozent der Befragten konnten gar nicht mehr auf ihre Archivdaten zugreifen. Über ein Drittel aller Firmen hat bereits einmal zumindest Schwierigkeiten gehabt, auf ihre Magnetband-Daten zuzugreifen.

Rund 250 deutsche Unternehmen gaben Einblick in ihren Umgang mit den bewährten Magnetbändern als Speichermedium. Fast 90 Prozent aller verwendeten Tapes nutzen das LTO-Format – für das es eigentlich viele Recovery-Lösungen gibt. Doch mit der Qualitätsicherung der Speichermedien ist es der Studie zufolge nicht allzu weit her: Ein Drittel aller befragten Unternehmen frischt ihre Magnetbänder nicht auf und benutzt alte Tapes gefährlich oft, bis sie gegen neue ausgewechselt werden. Schon aus diesem Grund haben etwas mehr als ein Drittel aller Firmen Probleme beim Zugriff auf ihre Tape-Daten gehabt.

Viele versuchen gar nicht erst, auf die alten Daten zuzugreifen: Mehr als 40 Prozent aller Umfrageteilnehmer prüfen zu keinem Zeitpunkt den Zustand ihrer Bänder. Und mehr als 80 Prozent lagern Magnetbänder, die älter als fünf Jahre sind. Mit Archiv-Management beschäftigen sich weniger als die Hälfte der Unternehmen: 49 Prozent der Befragten haben keinen Katalog oder keine Indexierung all ihrer auf Bandmedien gespeicherten Daten.

Tape Schreib-/Lesezyklen
Magnetbänder durchlaufen oft sehr viele Schreib- und Lesezyklen, bevor sie erneuert werden (Bild: Kroll-Ontrack).

Bei fast 20 Prozent der Firmen sind mittlerweile Original-Software oder die Hardware zum Auslesen der Daten nicht mehr vorhanden. Bei Compliance-Anfragen von Behörden wenden sich rund 300 Unternehmen im Jahr hilfesuchend an Kroll-Ontrack, berichtet der Datenrettungsspezialist.

In vielen Fällen könne man nur durch Nachstellen der originalen Soft- und Hardwarekonfiguration die vorhandenen Bandinhalte wieder katalogisieren und zur Verfügung stellen. Magnetbänder sollten in fest definierten Abständen auf ihre Datenlesbarkeit geprüft werden, empfehlen EDP und Kroll-Ontrack.

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