Bonner Forscher suchen Unterstützung für Smartphone-Projekt

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Menthal: App zur Smartphone-Nutzung

Im Rahmen eines Projekts zur “Bedrohung der Psyche” durch Smartphone-Nutzung hatten sich Psychologen und Informatiker zu einem gemeinsamen Forschungsprojekt zusammengetan. Nun gehen ihnen Rechenpower und Geld dafür aus. Beides soll nun per Wissenschafts-Crowdfunding herbeigeschafft werden.

Auf der Crowdfunding-Plattform Sciencestarter sammelt das Team hinter der Android-App Menthal nun Geld, um die nächste Stufe des damit verbundenen Forschungsprojekts angehen zu können. Die App selber gibt Mobiltelefonnutzern Auskunft über das tatsächliche Ausmaß ihres Smartphone-Konsums. Sie sammelt dazu anonymisierte Daten, wie oft und lange man sich in Sozialen Netzwerken aufhält, Spiele nutzt und sonstige Angebote wahrnimmt.

Menthal: App zur Smartphone-Nutzung
Die App “Menthal” zeigt Anwendern das Ausmaß ihrer Smartphone-Nutzung an (Bild: Universtät Bonn).

Die App wurde von Forschern der Universität Bonn entwickelt; rund 150.000 Anwender haben sich bereits registriert. Nun sollen die Ergebnisse in einen Daten-Pool für die Forschung einfließen. Doch um das Projekt fortzuführen, benötigen die Wissenschaftler unmittelbar Finanzmittel. Diese sind durch Wissenschafts-Fördertöpfe nur schwierig und langsam aufzufüllen.

Daher wollen sie über die Wissenschafts-Crowdfunding-Plattform Sciencestarter der Initiative “Wissenschaft im Dialog”, gefördert vom “Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft”, nun Spenden von Privatpersonen einsammeln. Das Ziel sind 20.000 Euro. Die Spendenkampagne läuft bis zum 4. August 2014.

Professor Alexander Markowetz vom Institut für Informatik III der Universität Bonn hat mit seinem Team und der Abteilung Differentielle und Biologische Psychologie in einer Vorstudie gezeigt: Die Selbsteinschätzungen der Nutzer liegen meistens daneben. Menthal liefert dagegen belastbare Daten, die sich erschreckend vom Selbstbildnis der User abheben.

Derzeit sind vor allem die Server mit der Datenerfassung überlastet. Sie würden zusammenbrechen, wenn sie auch noch die Daten auswerten müssten. Ohne unmittelbare finanzielle Hilfe steht die “gesellschaftlich wichtige” und stark nachgefragte App vor dem Aus, bedauert Markowetz. Der Großteil des Crowdfundings wird also in zusätzliche Rechnerkapazitäten fließen.

Außerdem wollen die Wissenschaftler aber für jeden Smartphone-User-Typen das passende “Diätprogramm” entwickeln. “Die App der nächsten Generation” soll dabei nach schädlichen Nutzungsmustern suchen und aktiv davor warnen.



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