Apple-Händler mStore muss die meisten Filialen schließen

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mStore Bochum (Bild: mStore).

Das Unternehmen stand seit Anfang Juni unter Insolvenzverwaltung. Die geplante Restrukturierung konnte nicht erfolgreich abgeschlossen werden, zunächst interessierte Investoren wollten die erforderliche Summe dann doch nicht aufbringen. Erhalten bleiben die Läden in Berlin und Hamburg sowie der Online-Shop.

Für den Apple Premium Reseller mStore nimmt das Anfang Juni eingeleitet Insolvenzverfahren kein gutes Ende: Wie das Unternehmen jetzt bekannt gegeben hat, konnte “trotz des Interesses einiger Investoren konnte aus insolvenztechnischen Gründen keine rechtzeitige Einigung erzielt werden.” Die meisten Ladengeschäfte werden daher in Kürze geschlossen. Dies betrifft die Filialen in Bremen, Bochum, Göttingen, Heilbronn, Krefeld, Magdeburg, München, Oldenburg, im niedersächsischen Posthausen und in Wuppertal.

mStore Bochum (Bild: mStore).
Voraussichtlich auch von der Schließung betroffen: der mStore in Bochum (Bild: mStore).

Bereits mit Einleitung des Insolvenzverfahens hatte das Unternehmen im Juni die Stores in Berlin-Spandau, Halle-Leipzig und Essen geschlossen. Weitermachen wird man nun lediglich mit den Filialen in Berlin-Charlottenburg und Hamburg sowie dem Online-Shop. Die erste Schließungswelle hatte mStore teilweise mit Faktoren begründet, die außerhalb der Einflußspäre des Handelsunternehmens lagen, etwa stark rückläufigen Besucherzahlen in den Einkaufszentren. Dieser Darstellung hatten die Sündenböcke jedoch in zumindest einem Fall widersprochen.

Aber auch jetzt noch scheint das mStore-Management, nach eigenen Angaben verantwortlich für Apples größten Premium Reseller in Deutschland, die Verantwortung nicht in erster Linie bei sich zu suchen. In der Pressemitteilung zu den aktuellen Ladenschließungen wird mit vorwurfsvollem Ton erklärt: “Die hochdotierten Berater von mStore wollten zur Rettung des angeschlagenen Unternehmens die einzelnen Filialen jeweils in Einzelverfahren abwickeln”. Der Richter habe diese daher zum 1. Juni 2014 in das sogenannte Regelverfahren überführt, wobei finanzielle Mittel einzelner Läden nicht zum Ausgleich anderer genutzt werden können.

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: “Da sich keiner der interessierten Investoren bereit zeigte, die defizitären Ladengeschäfte finanziell auszugleichen, scheiterten die Verhandlungen.” Deshalb habe die Gläubigerversammlung in der vergangenen Woche weiteren Verhandlungen nicht zugestimmt und empfohlen, die Eigenverwaltung aufzuheben. “Die meisten Ladengeschäfte von mStore werden aus diesem Grund von der bisherigen Sachwalterin, die nun Insolvenzverwalterin ist … in Kürze geschlossen.”

Im Web bleibt mStore auch nach der Schließung fast aller Ladengeschäfte noch ereichbar (Screenshot: ITespresso).
Im Web bleibt mStore auch nach der Schließung fast aller Ladengeschäfte noch ereichbar (Screenshot: ITespresso).

Die Schuld wird also zwischen den Zeilen den Beratern, der Gläubigerversammlung, den zögerlichen Invstoren und der Insolvenzverwalterin zugewiesen. Auf die Frage, warum parallel zum Niedergang von mStore der ebenfalls auf Apple-Produkte un ddas Apple-Umfeld ausgerichtete, bei dem Hersteller lediglich als “Autorised Reseller” geführte Wettbewerber Gravis sogar noch expandiert iund inzwischen weitaus mehr Filialen vorweisen kann, geben sie keine Antwort.

Möglicherweise werden einzelne Filialen an lokale Handelspartner übergeben, um so den teilweise langjährigen Mitarbeitern eine Perspektive zu schaffen. Deshalb ist noch offen, welche Ladengeschäfte tatsächlich geschlossen und welche lediglich “umfirmiert” werden. Offenen Aufträge von Kunden würden gerade einzeln geprüft. Sie sollen so weit wie möglich erfüllt werden. Kunden, die in den betroffenen Filialen noch Reparatur- und Serviceaufträge erteilt haben, bekommen ihre Geräte auf Antrag von der Kanzlei White & Case, die die Insolvenzverwaltung übernommen hat, zurück.

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