Oberster Verfassungsschützter warnt Mittelstand vor Cyberangriffen aus China

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Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, warnt vor Wirtschaftsspionage aus China (Bild: BfV).

Nach Ansicht des Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen sind mittelständische Unternehmen beim Selbstschutz teilweise überfordert. Wie er in einem Interview erklärte, hätten Geheimdienste und Militär aus China gezielt deutsche Mittelständler und deren Produkte ins Visier genommen. Er wirft den Chinesen vor, massiv Wirtschaftsspionage zu betreiben.

Der chinesische Geheimdienst betreibt einen enormen Aufwand, um an Daten auch mittelständischer deutscher Unternehmen zu kommen. Das hat Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungschutz, in einem Interview mit der Welt am Sonntag erklärt: “Viele mittelständische deutsche Unternehmen sind leichte Beute. Sie können oft nur schlecht einschätzen, was ihre Kronjuwelen sind, wofür sich die Gegenseite interessiert. Sie treten gegen einen übermächtigen Gegner an. Allein der chinesische technische Nachrichtendienst hat über 100.000 Mitarbeiter.”

Hans-Georg Maaßen, Präsident  des Bundesamtes für Verfassungsschutz, warnt vor Wirtschaftsspionage aus China (Bild: BfV).
Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, warnt vor Wirtschaftsspionage aus China (Bild: BfV).

Michael George, Leiter des “Cyber Allianz Zentrum” beim Bayerischen Verfassungsschutz, bedauert gegenüber der Welt am Sonntag die fehlende Offenheit der Firmen. “Es ist wichtig, dass Unternehmen das Schweigen brechen und Cyber-Attacken melden”, fordert er. Ausspionierte Firmen vertrauen sich jedoch ausgesprochen selten den Behörden an.

Bereits 2012 erklärte George im Interview mit der ITespresso-Schwestersite ZDNet: “Viele Unternehmen wenden sich nicht an Sicherheitsbehörden, egal ob Polizei oder Verfasssungsschutz. Sie befürchten, dass der gemeldete Sicherheitsvorfall an die Öffentlichkeit gelangt.” Der Verfassungsschutz könne jedoch anders als die Polizei dem Wunsch der Unternehmen nach Vertraulichkeit nachkommen.

Das US-Justizministerium hatte Ende Mai gegen fünf chinesische Militärangehörige Anklage wegen Cyberspionage erhoben. Sie sollen Server mehrerere US-Unternehmen gehackt und Geschäftsgeheimnisse gestohlen haben. Es war das erste Mal, dass die USA aufgrund von Hackerangriffen rechtlich gegen staatliche Akteure ein Verfahren einleitete. Allerdings kämpfen in dem Kampf wohl beide Seiten mit ähnlichen Waffen: Einer Untersuchung der China Academy of Cyber Space zufolge spähen US-Organsiationen nicht nur die chinesische Regierung und hochrangige Politiker aus, sondern auch “chinesische Firmen, Forschungseinrichtungen, einfache Netzbürger und eine große Zahl von Handynutzern”, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters im Mai.

Michael George vom Bayerischen Verfassungschutz erklärt im Interview mit der ITespresso-Schwestersite ZDNet, wie Firmen beim Verdacht auf Wirtschaftsspionage reagieren können.

[mit Material von Kai Schmerer, ZDNet.de]

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