Telekom nimmt bisher größtes Rechenzentrum in Deutschland in Betrieb

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Rechenzentrum der T-Systems in Biere bei Magdeburg (Bild: DTAG).

Es wurde im Ort Biere in der Nähe von Magdeburg errichtet und bietet insgesamt 40.000 Quadratmeter Stellfläche für Server. Es soll Kunden mit Diensten aus der Cloud beliefern – zum Beispiel von Salesforce.com. Mit dem Neubau will die Deutsche Telekom auch bei der Energieeffizienz neue Maßstäbe setzen.

In Biere bei Magdeburg hat die Deutsche Telekom heute nach 18 Monaten Bauzeit Deutschlands derzeit größtes Rechenzentrum offiziell eröffnet. Zur Eröffnung reisten neben dem Telekom-Vorstandsvorsitzenden Tim Höttges auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Reiner Haseloffe, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, an. In der ersten Ausbaustufe laufen aktuell bereits 30.000 Server, die eine Fläche von auf 5400 Quadratmetern belegen. Insgesamt bietet das Rechenzentrum jedoch 40.000 Quadratmeter Stellfläche für Rechner.

Rechenzentrum der T-Systems in Biere bei Magdeburg (Bild: DTAG).

Um Ausfallsicherheit zu gewährleisten, betreibt T-Systems bereits ein nahezu baugleiches Rechenzentrum in Magdeburg. Die beiden Rechenzentren arbeiten künftig als “Zwillingspaar”: Daten werden immer parallel gespeichert, damit selbst im Falle eines kompletten Ausfalls eines Rechenzentrums der Zugriff auf die Daten weiterbesteht.

Neben der Sicherheit hat die Telekom auch besonderen Wert auf die Energieeffizienz gelegt. Das verwendete Kühlkonzept senkt den Gesamtenergiebedarf auf einen sogenannten PuE-Wert (Power usage Effectiveness) von 1,3. Mit diesem Messwert wird die insgesamt verbrauchte Energie ins Verhältnis zum Energieverbrauch der Rechner gesetzt, um so zu ermitteln, was tatsächlich für die Arbeit und was lediglich für die Kühlung aufgewendet wird. Dieser Aspekt liegt dem Konzern schon seit Jahren am Herzen. Um in dem Bereich Verbesserungen zu erreichen, unterhält er etwa ein eigens errichtetes Forschungsrechenzentrum in München.

Von den Standorten Biere und Magdeburg aus will T-Systems vor allem Cloud-Services anbieten. Einer der ersten großen Kunden ist Salesforce.com, das von dort aus deutsche Anwender bedienen will. Die waren bislang oft skeptisch oder aufgrund von Datenschutzbestimmungen gebunden, das US-Unternehmen kein eigenes Rechenzentrum in Deutschland unterhielt. Zudem hofft die Telekom aus dem “T-Systems Data Center Campus”, so der offizielle Name des Standortes, die steigende Nachfrage nach sicheren Cloud-Services abdecken zu können.

Bis 2018 will T-Systems die IT-Produktion an elf Standorten bündeln. Dabei soll dem Standort Biere/Magdeburg eine zentrale Rolle zukommen. “Wir investieren am Standort Deutschland, weil der hiesige Datenschutz einen hohen Wert hat. Unsere internationalen Kunden bekommen ein ‘High-Tech Fort Knox’ von einem Cloud-Anbieter, dem sie besonders vertrauen. IT der Marke ‘Made in Germany’ ist gefragt”, so Höttges in seiner Rede zur Eröffnung des Standortes.

Am Standort Magdeburg sind heute bereits etwa 750 Telekom-Mitarbeiter beschäftigt. Durch den Neubau des Rechenzentrums-Zwillings entstehen weitere 30 Arbeitsplätze in Magdeburg und 100 in Biere. Für Biere als Standort habe nicht nur die Nähe zum Rechenzentrum in Magdeburg gesprochen, wie die Telekom erklärt, sondern auch, dass die Region besonders sicher vor Erdbeben und Hochwasser sein soll.

Telekom-Rechenzentrum in Biere bei Magdeburg

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Telekom-Rechenzentrum in Biere
Am 4. Juli 2014 haben Telekom-Vorstandsvorsitzender Tim Höttges, Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Reiner Haseloffe, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, in Biere bei Magdeburg das zu dem Zeitpunkt größte Rechenzentrum in Deutschland eingeweiht (Bild: Deutsche Telekom AG).

[mit Material von Martin Schindler, silicon.de]

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